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Grönland – die eisige „grüne“ Insel im hohen Norden

Wenn du deinen Urlaub in Grönland planst, so wirst du dich bald in einem Land voller Widersprüche befinden. Die größte Insel der Welt mit einer Fläche von 2.166.086 Quadratkilometern zählt Schätzungen zufolge nämlich gerade einmal 57.000 Einwohner und ist damit das am dünnsten besiedelte Land der Welt. Etwa 85 % der Landesfläche sind durch Eis bedeckt, so dass es nur an den Küsten möglich ist, zu siedeln. Bestaune majestätische Gletscher und Eisberge auf einem Hundeschlitten, gleite mit einem Kanu an den eisigen Fjorden der Westküste entlang und bestaune die abwechslungsreiche Tier- und Pflanzenwelt an diesem so unwirklich erscheinenden Ort.

So gelangst du an dein Ziel

Für deinen Traumurlaub im ewigen Weiß hast du verschiedene Möglichkeiten der Anreise, die vorwiegend in den am dichtesten besiedelten Bereich im Westen Südgrönlands möglich ist. Der wohl schnellste Weg ist ein Flug. Der Flughafen von Kangerlussuaq wird mehrmals die Woche von Dänemark und Island aus angeflogen, nach Ilulissat gelangst du ebenfalls vom isländischen Reykjavik aus. Direktflüge aus Deutschland findest du hierher jedoch nicht. Am Zielflughafen angekommen, geht es mit dem Flugzeug oder einem Boot weiter an dein Reiseziel. Etwas abseits gelegenere Orte erreichst du auch über Flüge mit einem Helikopter. Da es keine ausgebauten Straßen außerhalb der Städte gibt, solltest du dir die Weiterreise unbedingt bereits im Vorfeld buchen.
Die Westküste erreichst du im Sommer auch über den Seeweg. Eine offizielle Fähre gibt es jedoch nicht. Hast du allerdings eine Fahrt auf einem Expeditionsschiff oder eine Kreuzfahrt gebucht, so gelangst du auch hierüber an deine Reisedestination.

Die Reise nach Ostgrönland gestaltet sich etwas schwieriger, zumal hier kaum Siedlungen zu finden sind. Im September, wenn das Packeis vor der Ostküste Richtung Norden zieht, legen einige wenige Schiffe von Island aus auch hier an. Auch wenn es an der Ostküste einen kleinen Flughafen in Ittoqqortoormiit gibt, solltest du dich auf einen Flug nicht verlassen.

Obwohl Grönland als autonomer Teilbereich zu Dänemark gehört, gelten hier andere Einreisebestimmungen als in das EU-Land. So benötigst du für die Einreise unbedingt einen gültigen Reisepass. Möchtest du dein Haustier mitnehmen, ist dieses anzumelden und es gelten besondere Regelungen wie beispielsweise Pflichtimpfungen sowie eine Sterilisierung. Informiere dich im Vorfeld darüber, welche Bestimmungen gerade gelten.

Die Buchung deiner Grönlandreise

In den meisten Fällen handelt es sich bei Grönlandreisen um Outdoorurlaube mit verschiedenen Aktivitäten. Diese buchst du am besten bei darauf spezialisierten Anbietern, die verschiedene Möglichkeiten im Repertoire haben. Von der Kajaktour in den westlichen Fjorden, einem Städtetrip in die Diskobucht nach Ilulissat oder einer Rundreise mit dem Schlitten ist alles zu finden. In den größeren Städten wie der Hauptstadt Nuuk findest du Hotels in verschiedenen Kategorien.

Möchtest du die weiße Faszination erleben, ohne auf ein gewisses Maß an Luxus zu verzichten, so bietet sich eine Kreuzfahrt an. Nach einem anstrengenden und beeindruckenden Tag mit Entdeckungstouren zu den Gletschern der Region genießt du an Bord des Schiffes alle Annehmlichkeiten deiner zwischen den Eisbergen schwimmenden Unterkunft. Auch kannst du so gleich mehrere Orte besichtigen, ohne dich um die Unterkünfte und die Anreise zu kümmern.

Von einer Individualreise an dein Traumziel wird abgeraten. Da es hier kein ausgebautes Straßennetz gibt und die Wege eher unübersichtlich sind, ist eine Bergung von Einzelpersonen kaum möglich. Die Gesundheit sollte immer an erster Stelle stehen, daher solltest du dich immer einer geführten Gruppe anschließen, wenn du die Landschaft erkunden möchtest.

Mit diesen Kosten musst du rechnen

In Grönland gibt es wenig Industrie und auch das Anbauen von Nahrungsmitteln ist in den Eisfjorden kaum möglich. Aus diesem Grund wird, abgesehen von Fisch und Meeresfrüchten, fast alles importiert. Dies wirkt sich auch auf die Preise aus, die hier zu zahlen sind, weshalb das Preisniveau über dem uns bekannten liegt.

Welche Kosten jedoch genau auf dich zukommen, hängt auch von der Art ab, wie du reist und welche Ansprüche du an deinen Aufenthalt stellst. Hinzu kommt hier bei Rundreisen, in welcher Region diese stattfinden. So kostet ein Aufenthalt in einem Hotel im dichter besiedelten und gut zugänglichen Westen deutlich weniger als eine Bootstour durch die Eisfjorde der unwirtlichen Ostküste.

Auch die Kosten für mögliche Ausflüge können variieren. Da es keine Straßen gibt, bist du darauf angewiesen, mit einem Hundeschlitten, Boot oder Helikopter an dein Ausflugsziel gebracht zu werden. Dies ist in der Regel etwas teurer als eine einfache Fahrt mit einem Auto, Zug oder Bus.

Die beste Reisezeit für deinen Grönlandaufenthalt

Für deine Reise auf die eisige Insel gibt es keine beste Reisezeit, da du hier immer etwas erleben kannst. Zu jeder Jahreszeit machst du hier spannende Entdeckungen, von denen du noch lange erzählen und träumen kannst.

Der Sommer beginnt etwa im Mai und endet im August. Die Temperaturen steigen in Südgrönland nun auf bis zu 20 Grad. In dieser Zeit kannst du die sogenannte Mitternachtssonne sehen – eine nie untergehende Sonne, welche die Umgebung auch nachts in ein sanftes Licht hüllt. Das schmelzende Eis an den Küsten ermöglicht es Schiffen, an den Fjorden anzulegen, weshalb dies die Jahreszeit der Kreuzfahrten und Bootstouren ist. Tausende Zugvögel kommen an, um ihre Jungen zu brüten, da sie hier die idealen Bedingungen vorfinden. Auch Wale bekommst du nun vermehrt zu Gesicht. Du kannst mit dem Kajak durch die Fjorde gleiten oder die einzigartigen Gletscher bestaunen.

Von September bis April, dem arktischen Winter, tanzen nach Sonnenuntergang die Nordlichter über den Himmel. Möchtest du dir dieses Schauspiel nicht entgehen lassen, so ist dieser Zeitraum für deine Reise am besten geeignet. Mache eine Tour mit einem von Hunden gezogenen Schlitten durch das Landesinnere und erlebe die Kultur der Inuit.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten

Grönland unterscheidet sich von anderen Ländern dieser Welt enorm. Daher gibt es hier auch etwas andere Sehenswürdigkeiten zu bestaunen als üblich. So kommen hier vor allem Outdoorfans, die nach einem ganz besonderen Erlebnis suchen, voll auf ihre Kosten.

Eisberge und Gletscher: Keine Frage – wenn du eine Grönlandreise buchst, kommst du nicht darum herum, die weiße Pracht in ihrer ganzen Fülle zu bestaunen. Ob es sich um Eisberge handelt, die im Wasser an den Fjorden treiben oder du mit einer Führung den Gletschern im Landesinneren einen Besuch abstattest, das gefrorene, eisige Wasser ist hier allgegenwärtig. Das Inlandeis glänzt in so vielen verschiedenen Farben und Schattierungen, dass es dir danach schwerfallen wird, es zu beschreiben.

Wale und Robben beobachten: Nahe der Küsten sind Robben und Wale zu Hause. Auf einer Bootstour kannst du bewundern, wie die riesigen Meeressäuger in ihren Verbänden majestätisch zwischen Eisschollen durch das Wasser gleiten.

Nordlichter und Mitternachtssonne: Je nachdem, zu welcher Jahreszeit es dich in den hohen Norden verschlägt, erlebst du eines von diesen Naturphänomenen. Zwischen Juni und August, wenn die Sonne nie vollständig untergeht, wird auch nachts alles in ein diffuses, spannendes Licht gehüllt – ein Erlebnis, das man nicht verpassen sollte. Im Winter hingegen tanzen die Nordlichter am Himmel: grünlich-blaue Streifen und Formationen, die wie kleine, unsichtbare Wesen wirken. Kein Wunder also, dass es hier und auf der Nachbarinsel Island so viele Mythen und Legenden gibt.

Mit dem Hundeschlitten in die Wildnis: Lerne das typische Fortbewegungsmittel der Inuit kennen und mache eine Tour mit einem von Hunden gezogenen Schlitten. Ob du dir eine mehrtägige Rundreise durch den Nationalpark in Nordgrönland zutraust oder eine einfache Tagestour mit Besichtigung einer landestypischen Siedlung, bleibt dabei dir überlassen. Mit etwas Glück siehst du sogar einen Eisbären.

Die Kultur der Inuit: Bereits seit mehr als 4.500 Jahren siedeln Menschen an diesem unwirtlich erscheinenden Ort. Über die Jahrhunderte kamen immer neue Einflüsse von weiteren Siedlern hinzu, sodass sich hier eine ganz eigene Kultur entwickelt hat. Lerne die Menschen und ihre Kultur kennen und erfahre, wie sie leben.

Mache einen Stadtbummel: Vor allem die Hauptstadt Nuuk sowie die Städte der Diskobucht wie Ilulissat sind sehr dynamisch, weshalb sich ein Besuch lohnt. Schlendere durch die Straßen, genieße landestypische Speisen und Getränke in einem der vielen Cafés oder erfahre mehr über das Leben der Inuit in den Museen. Möchtest du gleich mehrere Ortschaften erkunden, so erlebst du mit einem Flug mit dem Helikopter oder einer Bootsfahrt in die nächste Stadt direkt ein weiteres Highlight in deinem Urlaub.

Die grönländische Kulinarik

Die grönländische Küche ist traditionell von Fleisch und Fisch geprägt. Hier ist es mit einer Ausnahmegenehmigung noch erlaubt, einige wenige Wale zu jagen. Aus diesem Grund ist es eine der letzten und wenigen Regionen auf der Welt, an dem noch Walfleisch auf dem Speiseplan steht. Dabei wird der Wal vollständig verwertet, so dass kein Teil verschwendet wird.

Auch Fisch, Robbe und Rentier kommen hier in den verschiedensten Varianten auf den Tisch. Vor allem im Winter war es traditionell kaum möglich, an andere Nahrungsmittel zu gelangen. Doch auch Pilze, Beeren, Kartoffeln und verschiedene Gewürze sind hier zu finden.

Die Orientierung an der europäischen und hier vor allem dänischen Küche ist kaum zu übersehen. So ist die beliebte braune Zwiebelsoße im ganzen Land bekannt.
Im Sommer gibt es für süße Leckermäulchen eine Besonderheit: grönländisches Eis. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus klassischem Milchspeiseeis und dem Inlandseis. Das solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen.