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Montenegro: Geheimtipp auf dem Balkan

Noch gehört Montenegro zu den weniger bekannten Urlaubsländern des Balkans, steht seinem beliebten Nachbarland Kroatien aber in nichts nach. Im Gegenteil: Hier warten mindestens ebenso schöne Strände auf dich - nur dass du dir diese nicht mit Horden anderer Touristinnen und Touristen teilen musst. Was der kleine Staat an der Adriaküste noch zu bieten hat, verrät der folgende Artikel.

Anreise nach Montenegro

Montenegro gehört zu den kleinsten Ländern Europas und ist damit perfekt geeignet, um Land und Leute während einer Rundreise kennenzulernen. Der kleine Staat an der südöstlichen Adriaküste wartet mit einer unglaublichen Landschaftsvielfalt auf, was ihn für Strandliebhaber, aber auch für Aktivurlauber attraktiv macht. Nicht zuletzt kommen natürlich auch Kulturfans hier auf ihre Kosten.

Der schnellste und günstigste Weg in deinen Urlaub ist der mit dem Flugzeug. Insgesamt vier deutsche Flughäfen fliegen die montenigrinische Hauptstadt Podgorica an. Wer sich frühzeitig um die Buchung kümmert, hat häufig das Glück, einen Hin- und Rückflug für weniger als 100 Euro zu ergattern. Eine alternative Route bietet der Flughafen im Küstenort Tivat in der Bucht von Kotor. Zu diesem gelangst du beispielsweise von Düsseldorf oder München.

Und wie sieht es mit den formellen Einreisebedingungen aus? Wer die deutsche Staatsbürgerschaft hat und für bis zu 30 Tage in das Land im Balkan einreist, benötigt kein Visum und nicht einmal einen Reisepass. Will man sich länger dort aufhalten, ist ein Reisepass vonnöten. Ab einem Aufenthalt von 90 Tagen ist zudem ein Visum zu beantragen.

Beste Reisezeit

An der montenigrinischen Küste herrscht ein angenehmes mediterranes Klima, das für heiße, trockene Sommer und relativ kühle Winter sorgt. Die ideale Reisezeit, um die Küste Montenegros zu entdecken, sind daher die Sommermonate zwischen Mai und September. Zu dieser Zeit pendelt das Thermometer zwischen 25 und 30 Grad Celsius, die Sonne ist durchgehend zu sehen und das Meer hat eine perfekte Temperatur. Die Strände des Landes bieten damit eine echte Alternative zu den anderen, sehr viel überfüllteren Reisezielen in der Region.

Da das Dinarische Gebirge den Küstenstreifen vom restlichen Staat trennt, wird das Wetter im Inland von einer anderen Klimazone bestimmt. Hier herrscht Kontinentalklima, das heißt, die Sommer sind heiß und die Winter sehr kalt. Im Unterschied zur Küste sind die Winter im Inland oft schneereich.

Die besten Reisezeiten für diesen Teil des Landes sind daher die Jahreszeiten Frühling und Herbst. Insbesondere Aktivurlauber und Kulturliebende kommen in diesen Monaten auf ihre Kosten. Während die Städte eine Reihe geschichtsträchtiger Sehenswürdigkeiten bieten, sind landschaftliche Highlights wie der Lovcen Nationalpark oder der Skutarisee tolle Ziele für Naturliebhaber.

Preise

Obwohl das kleine Land nicht zur EU gehört, ist die Währung der Euro. Reisenden erspart das eine Menge Aufwand beim Umtausch und das Umrechnen im Kopf. Im Vergleich zu den umliegenden Urlaubsländern wie Kroatien liegt das Preisniveau hier noch immer noch sehr viel tiefer. So zahlen Urlauberinnen und Urlauber für ein komfortables Hotel oder in einer Ferienwohnung einen günstigen Preis von 15 bis 20 Euro pro Person und Nacht. Für eine Mahlzeit im Restaurant inklusive zwei Getränken kannst du etwa 10 Euro einplanen. Auch Snacks für unterwegs oder Erfrischungsgetränke sind äußerst günstig. So kostet ein Stück Pizza am Imbiss rund 1,50 Euro.

Wer reist, bewegt sich: Auch der Transport innerorts und zwischen den Städten und Regionen fällt vergleichsweise günstig aus. Ab zwei bis drei Personen lohnt es sich auch bei längeren Strecken häufig, ein Taxi anstelle des Busses zu nehmen.

Die schönsten Urlaubsorte

Auf deiner Reise findest du zahlreiche Städte mit interessanter Geschichte und Kultur. So bietet zum Beispiel das beinahe orientalisch anmutende Budva eine perfekte Kombination aus Badeurlaub und Sightseeing. Die Stadt gilt als touristisches Zentrum des Landes und hat eine unter Denkmalschutz stehende Altstadt, die zu den ältesten entlang der Adria zählt. Das Bild prägen enge, malerische Gässchen und eine Vielzahl an sehenswerten Gebäuden. Sehr praktisch: Überall befinden sich kleine Cafés, Restaurants und Bars, sodass Verschnaufpausen zwischendurch kein Problem darstellen.

Unweit der Stadt befindet sich eine der schönsten Hotelinseln überhaupt: Sveti Stefan. Die Übernachtung dort ist zwar sehr teuer, doch ein Bummel durch die Gassen und der Besuch des angrenzenden Strands sind glücklicherweise kostenlos.

Ebenfalls in der Gemeinde Budva liegt Petrovac na moru, ein eher kleiner Urlaubsort mit attraktiver Uferpromenade. Petrovac punktet mit seiner günstigen Lage, da man von hier aus schnell in Ulcinj, aber auch anderen Küstenorten wie Sutomore, Podgorica und Virpazar ist.

Ulcinj liegt nahe der albanischen Grenze und wartet mit dem längsten montenigrinischen Sandstrand auf. Einst war der hier stehende Balšic-Palast Residenz der montenegrinischen Herrscher. Auch außerhalb der Altstadt gibt es mehrere Kirchen wie auch Moscheen. Ein besonderes Highlight bietet die Pasha Moschee, die als einzige in Montenegro über ein funktionierendes türkisches Hamam verfügt. Neben der Bregut Moschee befindet sich der grüne Markt, auf dem die Einheimischen hausgemachte Produkte, Obst, Gemüse, Nüsse und Honig verkaufen.

Die schönsten Strände

Long Beach

Der 12 Kilometer lange Velika plaža (Long Beach) liegt nahe am Urlaubsort Ulcinj im Südosten. Der Strand lädt zu langen Spaziergängen ein und bietet zahlreiche Wassersportmöglichkeiten. Familienfreundlichkeit wird hier groß geschrieben – und das seichte Wasser hier eignet sich perfekt auch für die Jüngsten.

Ein großer Vorteil: Es handelt sich um feinen Sandstrand. Wer schon einmal an der Adriaküste unterwegs war und den dort verbreiteten Kieselstrand kennengelernt hat, weiß das zu schätzen. Von Ulcinjs aus benötigst du mit dem Auto etwa 10 bis fünfzehn Minuten zum Long Beach.

Kamenovo Beach

Auch Kamenovo Beach ist ideal für einen Urlaub mit der Familie geeignet. Er befindet sich mit dem Auto nur rund 10 Minuten von Budva entfernt. Hier kannst du einen der bunten Sonnenschirme mieten oder aber den kostenlosen Strandabschnitt nutzen. Tipp: In den Sommermonaten lohnt es sich, sich schon in den Morgenstunden einen Platz zu sichern.

Trsteno Beach

Trsteno Beach befindet sich ebenfalls in der Nähe von Budva-Stadt (15 Autominuten) und tut sich durch kristallklares Wasser hervor. Der Strandabschnitt liegt versteckt und ist von Kiefern, Steineichen und Pinien umwachsen. Auch dieser Strand eignet sich mit seiner breiten Sandbank und den sanften Wellen für alle Arten von Besuchern. Kinder können hier gefahrlos im Wasser spielen oder das Schwimmen lernen.

Jaz Beach

Der Jaz Beach liegt etwa 10 Autominuten von Budva-Stadt entfernt und misst knapp einen Kilometer. Hier gibt es Kies- und Sandstrand und außerdem einige Schattenplätze. Aufgrund der umliegenden hohen Berge ist er besonders windgeschützt. Da der Ort bei Touristen wie auch bei Einheimischen sehr beliebt ist, solltest du auch hierher bereits in den frühen Morgenstunden kommen. Der Jaz Beach bietet aber nicht nur Badevergnügen: Während eines Schnorchelausflugs können Abenteuerlustige zudem die artenreiche Unterwasserwelt der Bucht entdecken.

Mogren Beach

Der Mogren Beach liegt etwas versteckt zwischen hohen Felsen, ist aber über einen kleinen Pfad zu erreichen. In Laufnähe zur Budva-Altstadt bietet Mogren Beach nicht nur einen unvergesslichen Blick auf die Altstadt, sondern auch Idylle und Ruhe. Wer Mogren Beach besuchen will, muss wissen, dass er in zwei Bereiche aufgeteilt ist. Empfehlenswert ist vor allem der zweite, etwas ruhigere Abschnitt, der über einen Tunnel zu erreichen ist. Tipp: Mache unbedingt einen Spaziergang zur Ruine der Festung Mogren und genieße den Ausblick vom Vista Point.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

Bucht von Kotor

Im Nordwesten des Landes befinden sich die Stadt Kotor sowie die nach ihr benannte Bucht. Beide sind einen Besuch wert und bieten atemberaubende Anblicke. So gehört Kotor zum UNESCO-Weltkulturerbe und vom Castle of San Giovanni hat man gerade am späten Nachmittag, wenn die Sonne im Gebirge verschwindet, einen tollen Blick auf die gesamte Bucht.

Durmitor

Der Nationalpark liegt auf 1.500 Metern und höher, wodurch es hier schon mal etwas kälter werden kann. Das Bergmassiv liegt recht abgeschieden im Norden und wurde von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt. Im Winter kann man hier herrlich Ski fahren, im Sommer kommen Wanderinnen und Wanderer voll auf ihre Kosten. Beeindruckende Ausblicke bieten sich dir zum Beispiel am Crno Jezero, dem Schwarzen See, oder am Rande der tiefsten Schlucht Europas, der Tara-Schlucht.

Lovćen

Der Lovćen Nationalpark im Südwesten Montenegros eignet sich ideal für Aktivurlauber. Eine spannende Sehenswürdigkeit und einen tollen Aussichtspunkt bietet zum Beispiel das Njegos-Mausoleum, das höchstgelegene Mausoleum der Welt. Und das Beste: Die Tour hinauf zur Ruhestätte ist auch von unerfahrenen Wanderinnen und Wandern gut machbar. Wer an einem klaren Tag unterwegs ist, kann von hier aus sogar die Umrisse Italiens sehen.

Biogradska Gora

Als kleinster Park Montenegros ist der Biogradska Gora ein echter Geheimtipp. Er punktet mit seiner wunderschönen Natur und ungeheuren Artenvielfalt. Neben idyllisch gelegenen Wanderrouten und lieblichen Almwiesen kannst du hier nämlich auch zwischen den Bäumen des ältesten Urwalds Europas wandeln. Daneben befindet sich der tiefschwarze Biogradska Gora See. Naturliebhaberinnen und -liebhaber, die gerne wandern, sind hier genau richtig.

Die montenigrinische Küche

Wer in Montenegro unterwegs ist, sollte sich auf keinen Fall die landestypische Küche entgehen lassen. Viele Restaurants servieren nach wie vor rustikale Balkangerichte, die für die Region typisch und alles andere als teuer sind. Kernbestandteile vieler Mahlzeiten – vor allem der Fischgerichte – sind Olivenöl und Wein. Ein Beispiel ist das Meeresgericht Buzara, das aus Meeresfrüchten, feinen Kräutern, Olivenöl und Wein besteht.

An der Adriaküste bekommt man fast überall Fisch, Meeresfrüchte und Muscheln. Heute sehr verbreitet ist na gradele, ein Fischgericht, das mit Kräutern und Rosmarin gewürzt wird. Beilagen sind unter anderem Olivenöl, Gemüse, Petersilie, Salat und Knoblauchmarinade.

Wer die Chance bekommt, sollte auf seiner Reise auch Pasticada, einen Rinder-Schmorbaten, kosten. Als Beilage dienen häufig Pommes oder Weißbrot. Ebenfalls beliebt ist Lammfleisch, das man traditionell als Lamm in Milch isst. Gemüse wird in der montenigrinischen Küche eher stiefmütterlich behandelt, in der Regel bekommt man aber einen Salat zum Hauptgericht. Gemüseliebhaber, die im Landesinneren unterwegs sind, sollten die für das Inland typischen Gemüseeintöpfe probieren.