Die Bretagne – Frankreichs rauer Westen

Malerische Küstenstädtchen, das raue Klima der Atlantikküste, schroffe Felsklippen und breite Sandstrände: Die Bretagne wird dich in kürzester Zeit in ihren Bann ziehen. Wenn du mit dem Gedanken spielst, deine nächsten Ferien an Frankreichs Küste zu verbringen, solltest du nun unbedingt weiterlesen! Deine reisereporter nehmen dich mit in die bretonischen Landschaften zwischen Rennes und Brest. Wir sind uns sicher, dass auch du dich in die einzigartige Kultur der Bretonen verlieben wirst.

Die große Halbinsel

Breizh, so der bretonische Name der Bretagne, liegt im Nordwesten Frankreichs und ragt als Halbinsel in den Atlantik hinein. Die Region besteht aus den Départments Morbihan, Ille-et-Vilaine, Côtes-d’Armor und Finistère, die von der Hauptstadt Rennes aus verwaltet werden. Als große Halbinsel wird Breizh im Norden, Süden und Westen vom Atlantik umgeben und trennt den Ärmelkanal im Norden von der Biskaya im Süden. Auf dem Festland grenzt die Region an die Normandie im Nordosten und an die Region Pays de la Loire im Südosten. Das Klima ist durch die Lage am Atlantik ozeanisch geprägt – und wird dich während deiner Ferienzeit mit rasanten Wetterwechseln überraschen. Ein kleiner Regenschauer am Morgen bedeutet in der Region keinen Regentag – denn so schnell wie Regenwolken aufziehen, so schnell machen sie auch wieder einem strahlend blauen Himmel Platz. In den Sommermonaten kannst du dich auf viel Sonne freuen, wobei die Temperaturen selten die 30-Grad-Marke knacken.

Die Anreise

Jeder Urlaub beginnt mit der Anreise. Ob du mit dem Flugzeug, der Bahn oder dem Auto anreist, bleibt natürlich dir überlassen. Wir empfehlen dir allerdings die Anreise mit dem PKW – vor allem dann, wenn du Ferien mit Selbstversorgung entlang der bretonischen Küste planst. Je nach deinem gewählten Ziel kann der nächste Supermarkt einige Kilometer entfernt von deinem Urlaubs-Domizil liegen! Außerdem bietet die Region vielfältige Sehenswürdigkeiten, die du dir nicht entgehen lassen solltest und am einfachsten mit dem eigenen Auto erreichst. Von Nord-, West- und Ostdeutschland aus solltest du über die Achse Brüssel – Amiens – Rouen in die Bretagne reisen. So vermeidest du den Großraum Paris und kannst das hervorragend ausgebaute Autobahnnetz der Normandie nutzen. Hier werden zwar Mautgebühren fällig, dafür reist du völlig staufrei und entspannt. Von Süddeutschland aus fährst du am besten die Route Nancy – Orléans – Le Mans.

Die Kosten

Die Preise in Frankreich ähneln den Preisen in Deutschland. Allerdings musst du dich auf höhere Lebensmittelkosten einstellen. Die Franzosen lieben gutes Essen, entsprechend hoch ist die Qualität, die in den Supermärkten auf dich wartet. Apropos Supermärkte: Bei deinem ersten Besuch in der Region wirst du dich wahrscheinlich von dem riesigen Angebot in den ebenso riesigen Einkaufstempeln überrumpelt fühlen. Das Bezahlen mit Kreditkarte wird in Frankreich bevorzugt, aber natürlich kannst du so gut wie überall auch mit Bargeld bezahlen. Wenn du mit deiner Familie oder Freunden essen gehst, zahlt unbedingt die Rechnung zusammen. Die typisch deutsche Eigenheit, eine Rechnung getrennt zu bezahlen, löst in den Restaurants zumindest ungläubiges Kopfschütteln aus.

Spartipps für deinen Urlaub

Wie auch in Deutschland ist in Frankreich das Tanken direkt an der Autobahn extrem teuer. Plane daher bei deiner An- und Abreise immer wieder kleine Abstecher abseits der Autobahnrouten ein, um den Tank zu füllen. Beim Einkauf kannst du in den Supermärkten täglich wechselnde Angebote erwarten, die deine Urlaubskasse schonen. Wenn du die Möglichkeit hast, in deiner Ferienunterkunft selbst zu kochen – mach es auch! Eine Selbstversorgung ist immer preiswerter als essen zu gehen. Und bei der immensen Vielfalt an kulinarischen Köstlichkeiten, die dir die Region bietet, macht das Kochen auch einfach Spaß!

Die beste Reisezeit für deinen Urlaub

In den Sommermonaten Juni bis August bietet dir die bretonische Küste die beste Gelegenheit für ein ausgedehntes Sonnenbad. Temperaturen bis zu 30 Grad sind im Sommer durchaus zu erwarten. Allerdings bringt der Atlantik auch immer mal Regenwolken mit Schauern, die aber in der Regel schnell vorbeiziehen. Wenn du im Sommer deinen Urlaub planst, solltest du unbedingt frühzeitig buchen. Denn die Region ist auch bei den Franzosen beliebt, entsprechend schnell sind die schönsten Urlaubsorte voll belegt. Aber auch ein Winterurlaub an Frankreichs westlichster Küste hat seinen ganz besonderen Reiz. Im Winter bietet dir das Reiseziel absolute Ruhe abseits vom Trubel des Alltags.

Welche Sehenswürdigkeiten musst du unbedingt besuchen?

Die bretonischen Landschaften allein sind schon eine Sehenswürdigkeit für sich. Hier wechseln sich sanfte Hügelketten mit schroffen Felsklippen ab, das urbane Leben in den großen Städten wie Rennes oder Brest steht im scharfen Kontrast zu der Beschaulichkeit kleiner Dörfer. In deinen Ferien solltest du dich ganz der bretonischen Kultur hingeben – und folgende Tipps für einen Tagesausflug auf deine Agenda setzen:

• Huelgoat: Im Départment Finistère erwartet dich der Wald von Huelgoat, auch bekannt als Zauberwald. Moulin du Diable, die Teufelsmühle, der Roche Tremblant (ein beweglicher Felsen) oder das Artus-Lager machen Huelgoat zu einem spannenden Ausflugsziel für ausgedehnte Wanderungen.
• Rosa Granitküste: Im Norden der Region, zwischen Roscoff und Paimpol, liegt die beeindruckende Küstenlandschaft mit rosa leuchtendem Granit. Bizarre Felsformationen fangen deinen Blick und leiten ihn aufs offene Meer, aus dem schroffe Klippen wie Skulpturen herausragen.
• Enclos Paroissiaux: Die Vergangenheit der Region wurde von tiefer Religiosität geprägt. Überall in der Region findest du mit den „enclos paroissiaux“ eine einzigartige historische Besonderheit der Region aus dem 16. bis 17. Jahrhundert. Die umfriedeten Pfarrbezirke, so die deutsche Bezeichnung, bieten dir einen Einblick in die christliche Welt der frühen Neuzeit – und sind unbedingt einen Besuch wert!
• Golf von Morbihan: „Mor bihan“ ist der bretonische Begriff für „kleines Meer“ – und steht für ruhige Buchten, reizvolle Landschaften und unzählige kleine Inseln. Für jeden Tag des Jahres eine Insel: so lautet ein altes bretonisches Sprichwort. Die pittoreske Region ist in den Sommermonaten leider stark überlaufen.
• Pointe du Raz: Der Pointe du Raz ist das westlichste Ende einer Halbinsel, die sich über 30 Kilometer in den Atlantik erstreckt – und zugleich der westlichste Punkt Frankreichs. Hier erblickten einst die Römer das „finis terrae“, das „Ende der Welt“. Die steilen Klippen fallen bis zu 70 Meter hinab in den Atlantik, du solltest also eine gewisse Schwindelfreiheit mitbringen.
• Wanderwege: Insbesondere das Finistère bietet dir reizvolle Wanderwege abseits der touristischen Massen. Zwischen Porspoder und Le Conquet erwarten dich Wanderwege, die du über viele Kilometer beschreiten kannst, ohne auf andere Wanderer zu stoßen. Generell bietet die gesamte Küste viele Ausgangspunkte für ausgedehnte Wandertouren.
• Carnac: Einen beeindruckenden Einblick in die weit entfernte Geschichte der Region bietet dir Carnac, eine kleine Gemeinde an der Atlantikküste im Départment Morbihan. Carnac ist berühmt für die mehr als 3000 Menhire, große Steine, die vor über 7000 Jahren wie an einer Perlenschnur über fast vier Kilometer zwischen Ménec und Kermario aufgereiht wurden. Der Grund für die Aufreihung der Menhire ist unbekannt, Legenden nach handelt es sich um eine versteinerte römische Armee. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Steine von Carnac als eine heilige Grabstätte dienten.
• Saint-Malo: Im 17. und 18. Jahrhundert war Saint-Malo ein waschechtes Piratennest – wobei „Korsarennest“ die wohl treffendere Bezeichnung ist. Die Korsaren waren Freibeuter im Auftrag der französischen Krone – und Saint-Malo über Jahrhunderte hinweg ihr Stützpunkt. Die Stadt Saint-Malo bietet einen historischen Stadtkern, der von riesigen Wehrmauern auch heute noch beschützt wird. In den kleinen, verwinkelten Gassen der Altstadt lässt es sich wunderbar in den typisch französischen Cafés verweilen – und im Hafen atmest du die Geschichte der berühmten Freibeuter wie René Duguay-Trouin, Robert Sureouf oder Jeanne de Belleville, der „Tigerin der Bretagne“.

Die schönsten Strände der Bretagne

Für einen Strandurlaub empfehlen wir dir einen Blick auf die südwestliche Region. Hier findest du in der Bucht von Douarnenez breite Sandstrände, die zu einem ausgedehnten Sonnenbad einladen. Noch weiter südlich in der Region rund um Lorient und Vannes kannst du dich in fast schon mediterranem Klima an den vielen kleinen, in der Hauptsaison aber leider auch überlaufenen Stränden entspannen. Norden und Westen der Region sind geprägt von Steilklippen und Kiesstränden. Aber auch hier findest du immer wieder kleine, versteckte Buchten mit feinen Sandstränden.

Die kulinarischen Highlights

Die Kelten, die in der Eisenzeit in die Region einwanderten, nannten das Land Armorica, was so viel wie „Land am Meer“ bedeutet. Entsprechend ist die bretonische Küche geprägt von Köstlichkeiten aus dem Atlantik. Zu den Spezialitäten der Region, die du in deinem Urlaub unbedingt probieren musst, gehören:
• Moules: Miesmuscheln sind zwar keine rein bretonische Spezialität, aber hier garantiert fangfrisch direkt aus dem Atlantik zu genießen. Traditionell werden Miesmuscheln in der Region in einem Weißweinsud, angereichert mit Kräutern und mit Sahne verfeinert, zubereitet.
• Huîtres: Zugegeben, Austern sind nicht jedermanns Geschmack. Allerdings wirst du wohl nirgendwo sonst auf der Welt so frische Austern kosten können wie in der Bretagne. Der kleine, romantische Küstenort Cancale im Norden der Region ist berühmt für seine Austernzucht. Bereits die französischen Könige der vergangenen Jahrhunderte schickten ihre Boten nach Cancale, um sich die Austern fangfrisch an ihre Höfe liefern zu lassen.
• Le plateau de fruits de mer: Die reichhaltigen Meeresfrüchte-Platten dürfen in einem Bretagne-Urlaub nicht fehlen. Muscheln, Meeresschnecken, Langoustinen, Krebse und Fisch werden kalt serviert und gerne mit einem Wein aus der Region kombiniert.
Auch wenn du mit Fisch und Meeresfrüchten nichts anfangen kannst, bietet dir die bretonische Küche viele Leckereien zum Ausprobieren. Von Keksen mit Salzbutter und Zucker (Palet breton) über Galettes (Pfannkuchen aus Buchweizenmehl) bis hin zu Salzbutterkaramell (Caramel au beurre salé) kannst du dich durch die jahrhundertealte Kochkunst schlemmen.