Sächsische Schweiz im Check

Die Sächsische Schweiz ist atemberaubend! Entdecke bizarre Felsformationen, tiefe Täler und dichte Wälder in einem der schönsten Nationalparks in Deutschland. Von uns gibt's die besten Tipps für den Urlaub und fürs Wandern.

Inspiration für die Sächsische Schweiz

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Sächsische Schweiz – Wanderparadies und Wahlheimat der Romantiker

Willkommen im Nationalpark Sächsische Schweiz! Diese grandiose Landschaft wird von Geografen auch Elbsandsteingebirge genannt. Ihren Namen verdankt sie zwei Schweizer Malern des 18. Jahrhunderts, die sich an ihre Heimat erinnert fühlten. Schroffe Felsriffe, bizarre Sandsteinnadeln, Tafelberge, wildromantische Bachtäler und das tief eingeschnittene Elbetal ergeben ein faszinierendes Landschaftsbild – zweifellos eines der schönsten Deutschlands.

Anreise ins Reich der Felszacken

Mit der Bahn: Start ist am Dresdner Hauptbahnhof. Du fährst mit der S-Bahn-Linie 1 (alle 30 Minuten) bis Wehlen, Rathen und Bad Schandau. Die Fahrzeit beträgt etwa 30-40 Minuten.

Mit dem PKW: Die A17 führt ins Bahretal. Die B172 beginnt in Dresden als Teplitzer Straße und reicht auf der linkselbischen Seite bis Pirna und weiter bis zur tschechischen Grenze.

Mit dem Rad: Auf dem Elberadweg sind es rund 21 Kilometer von Dresden bis Pirna.

Mit dem Schiff: Die Sächsische Dampfschifffahrtsgesellschaft fährt Mai bis Oktober täglich 9.30 Uhr, Fahrzeit etwa 4 ½ Stunden.

Auf Entdeckungstour – Wandern, Klettern, Staunen

Von der Basteibrücke aus kommen die atemberaubenden Naturformen ganz besonders zur Geltung. Oberhalb von Rathen ist die Bastei eines der seit Generationen beliebtesten Ausflugsziele. Die imposante Steinbrücke, von der man in schwindelerregende Abgründe blickt, wurde 1850/51 errichtet. Hier beginnt dein Streifzug.

Von dem bis zu 200 Meter hohen Felslabyrinth gleitet der Blick über die Flusslandschaft der Elbe. Am Fuße der Bastei liegt die 1936 erbaute Felsenbühne, die 2.000 Zuschauern Platz bietet.

Am Nordrand ruht das Städtchen Hohnstein im Schutze der gleichnamigen, aus dem 12. Jahrhundert stammenden Burg. Hoch über dem Elbtal, gegenüber des 411 Meter hohen Liliensteins, wurde um 1200 die böhmische Festung Königstein angelegt, die nie erobert werden konnte. Der Hofstaat bewahrte hier seine Schätze auf. Vom flussaufwärts gelegenen Kurort Bad Schandau gelangst du mit der 1898 erbauten Kirnitzschtalbahn zum Lichtenhainer Wasserfall. Die Reise führt dich durch das romantische Kirnitzschtal.

Die zu den einprägsamsten Felsmassiven gehörenden Schrammsteine sind ein beliebtes Wander- und Klettergebiet.

Wissenswertes:

• Die Basteibrücke bestand schon 1826 als hölzerner Überweg. 1850-1851 wurde sie in der jetzigen Form errichtet. Sie war das erste rein touristische Bauwerk Europas.

• Im Bereich der Sächsisch-Böhmischen Schweiz gibt es mindesten 56 Felsenburgen, die fast alle aus dem 14. Jahrhundert stammen.

• Das Nationalparkhaus informiert über Anliegen und Aufgaben des Naturschutzes.

• Tafelberge aus Sandstein werden als Steine bezeichnet. Sie ragen wie natürliche Felsburgen empor. Zu ihnen gehören der Lilien- und der Pfaffenstein. Kegelförmige Erhebungen vulkanischen Ursprungs aus Basalt tragen die Bezeichnung Berge.

• Die Felsbiotope sind für den Naturschutz von besonderer Bedeutung, da fast ein Viertel der Brutvogelarten die Felsen zum Nisten nutzen.

Wilde Schluchten, spektakuläre Aussichten und beschauliche Orte – ganz nah dabei

Hinein in die herrliche bizarre Landschaft! Du wandelst in deinem Urlaub auf den Spuren wüster Raubritter, besuchst ihre Burgen und genießt atemberaubende Aussichten. Die Natur ist Drama und die Romantik in Laufweite. Vor rund 200 Jahren entdeckten die Zeitgenossen Caspar David Friedrichs die Wildnis vor den Toren Dresdens. Die wildromantische Urlaubsregion bietet das perfekte Terrain für einen Familienurlaub.

Romantik pur in weniger als acht Wandertagen? Mit einem 15 Kilometer Tagesprogramm ist auf dem Malerweg mehr drin als nur Kilometerfressen. Ganz im Gegenteil: Du musst aufpassen, dass du dich in den besonders romantischen Momenten nicht völlig verlierst und auf der Felsnase sitzen bleibst bis nach Sonnenuntergang – so wie einst Caspar David Friedrich.

Beste Zutaten für einen spannenden Aktivurlaub:

• Steil oder gemächlich – viele Wege führen auf den Lilienstein.

• Schluchten vor einer faszinierenden Sandsteinkulisse fordern heraus.

• Zwar ist die Region mit 556 Meter Höhe für ein Mittelgebirge eher niedrig. Doch Felsmassive, Schluchten und Ebenen bringen auf ein paar hundert Metern jede Menge Drama unter.

Tipp: Wanderer, die dem Massentourismus aus dem Weg gehen möchten, fühlen sich in Ferdinands Homestay besonders wohl.

Eine kleine Auswahl der schönsten Wanderwege

Von Wehlen über Schwarzbergweg, Bastei und Schwedenlöcher nach Rathen:

Länge: acht Kilometer

Gehzeit knapp drei Stunden

kinderfreundlich.

Rundwanderweg von Hohnstein über Waitzdorf und Brand:

Länge: knapp elf Kilometer

Gehzeit: etwa vier Stunden.

Hinteres Raubschloss auf dem Winterstein und Bärenfangwände:

Länge: zehn Kilometer.

Gehzeit: knapp vier Stunden

kinderfreundlich.

Durchs Kirnitzschtal bei Hinterhermsdorf und auf den Königsplatz:

Länge: elf Kilometer

Gehzeit: mehr als drei Stunden

kinderfreundlich.

Aktivurlauber aufgepasst! Das Klettern zählt im Elbsandsteingebirge zu den beliebtesten Aktivitäten. Seit 1910 gelten in Sachsen die Grundsätze des „freien Kletterns“. Das „Boofen“ (Übernachten in Höhlen oder unter Felsüberhängen) ist nur an den ausgewiesenen „Freiübernachtungsstellen“ und unter Auflagen erlaubt.

Gut zu wissen: Der „Insider“ in Bad Schandau organisiert Klettertouren und -kurse. Vorreiter der Kletterbewegung war der Bergsteiger Bernd Arnold. Seine Firma Bergsport Arnold betreibt zwei Läden für Ausrüstung.

Ausflugsziele für die ganze Familie – was Kinder lieben

Märchenschlösser, Freizeitparks und uralte Burganlagen wollen von kleinen Rittern und Prinzessinnen erobert werden. In den rekonstruierten Burgen und Schlössern der sächsischen Urlaubsregion können die Kids ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Während das Schloss Weesenstein als ein wahrlich verrücktes Bauwerk die Aufmerksamkeit erlangt, bietet die Festung Königstein mit ihren zahlreichen Schießscharten und Kanonen echtes Burgfeeling. Darüber hinaus lockt das Freizeitland mit einem Erlebnislabyrinth.

Zum Fürchten schön ist der Winterstein, das „Hintere Raubschloss“.

Must see – die schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten

Pirna – das Tor zur Wunderwelt aus Sandstein

Wenn du die Stadt nur im Vorbeifahren streifst, verpasst du ein Kleinod. In der historischen Altstadt finden sich alte Kaufmannshäuser mit prächtigen Giebeln, Erkern, Nischenportalen und reizvollen Höfen.

Stadt Wehlen – bezauberndes Elbstädtchen

Das „Wehlstädtel“ hast du als Spaziergänger in zehn Minuten durchquert. An der Elbpromenade liegen die Ausflugsdampfer der Weißen Flotte. Zudem bieten sich Wanderungen auf beliebten Wegen an.

Felsenbühne Rathen – Europas schönstes Naturtheater

Die zwischen gigantischen Felsen gelegene Bühne nimmt mit einiger Berechtigung diesen Namen für sich in Anspruch. Zwischen Mai und September werden hier mehrmals pro Woche von der Landesbühne Sachsen Märchen und Karl-May-Stücke aufgeführt.

Gautschgrotte – Naturdenkmal auf dem Lehrpfad Hohnstein

Kenner rühmen diese Grotte als schönste ihrer Art im Elbsandsteingebirge.

Schrammsteine – pittoreske Felsengruppe am Eingang des Nationalparks

Dich erwarten bizarre Sandsteintürme und traumhafte Aussichtspunkte. Eine Wanderung auf den Schrammstein-Gratweg zählt zu den besonderen Erlebnissen.

Kuhstallhöhle – geologische Sehenswürdigkeit

Der Name verrät es: Während des 30-jährigen Krieges diente die heute als Naturdenkmal geschützte Kuhstallhöhle den Lichtenhainern als Versteck für ihre Rinder. Immer wieder kommt man an Felsenüberhängen und winzigen Grotten vorbei, die kleine und große Kinder zum Kraxeln verlocken.

Obere Schleuse – auf Gondeln gleiten

Wie ein kurzer Fjord schlängelt sich der 700 Meter lange künstliche See durch eng zusammenrückende Felsen. Jeweils bis zu 20 Personen gleiten in Gondeln über die Wasserfläche, über der Schmetterlinge gaukeln und Libellen hin und her flitzen.

Das ist die beste Reisezeit

Die Regionen des Elbsandsteingebirges sind wärmer und niederschlagsärmer als die des benachbarten Erzgebirges. Die Höhenunterschiede sind nicht groß, doch gibt es immerhin zwei Höhenstufen. Schließlich unterliegt die Region kontinentalen und ozeanischen Einflüssen wie fast ganz Mitteleuropa. Spätwinter, frühes Frühjahr und der Herbst sind relativ trocken. Im Herbst sitzt man an Südhängen sich wärmend in der Sonne, während am Nordhang der Reif auch noch mittags nicht verschwunden ist. Der Oktober ist der Top-Monat für Wanderungen – gute Sicht inklusive. Im Sommer ist es oft diesig, die Fernsicht des Herbstes wird selten erreicht. Dennoch erklärt sich der Sommer zur beliebtesten Reisezeit. Im Frühjahr warten die Bachtäler auf dich, allen voran das obere Polenztal, wo die geschützten Märzenbecherwiesen liegen. Überall kann man das erwachende Grün bewundern, etwa auf den Steinen links der Elbe und auf dem Lilienstein.

Übernachten mit Aussicht, schlafen wie im Märchen und speisen wie die Fürsten

Gemütlich eingerichtete Ferienwohnungen, exklusive Hotels und Ferienhäuser in einer traumhaften Lage laden zum Verweilen ein.

Wunderschöne Mühlen bieten sich in einem Urlaub als Unterkunft an. Hier schläfst und verweilst du in idyllischen alten Gebäuden und kannst dich in die Zeit der Gebrüder Grimm zurückversetzen lassen. In der Umgebung des Elbsandsteingebirges hast du die Wahl aus mehreren dieser unkonventionellen Pensionen. Lass dich vom unverwechselbaren Ambiente der Ferienwohnungen verzaubern und erlebe deinen Aufenthalt, als seist du in einem Märchen.

Doch auch, wenn es dir nach Wellness gelüstet, bist du hier richtig. Lass sich in einem der Wellnesshotels verwöhnen und genieße alle Annehmlichkeiten von Sauna, Massage oder Pool. In einem solchen Hotel kannst du dich entspannen und die Seele baumeln lassen. Vielleicht lassen sich auch die müden Knochen nach einer langen und erfolgreichen Wanderung durch eine wohltuende Massage wieder zu neuem Leben wecken.

Das Abenteuer lockt dich in die Gegend? Dann suche dir als Übernachtung eine der Trekkinghütten. Für einen kleinen Pflegebeitrag und dem Eintrag in das Gästebuch kannst du in den Hütten nächtigen. Allerdings solltest du dabei bedenken, dass du deine Verpflegung sowie Trinkwasser selbst mitbringen musst, denn beides ist in diesen rustikalen Hütten nicht vorhanden.

Apropos Verpflegung: Deinen Hunger kannst du in einem der vielen Restaurants und Gaststuben stillen. In den Küchen schmoren Dresdner Krautwickel, Sauerbraten, Lammkeulen und Hirschbraten. Dazu schmeckt ein kühles Radeberger Pilsner. Tipp: Auch wenn es auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich erscheint, so hält der ein oder andere Keller möglicherweise eine beachtliche Auswahl schöner Elbtalweine bereit.

Fast noch wichtiger als die Hauptmahlzeit sind den Sachsen, die eine Schwäche für Süßes haben, Kaffee und Kuchen. Die Kaffeeleidenschaft verhalf der Konditorkunst zum Aufschwung. Bis zum heutigen Tag sind die verführerischen Süßigkeiten in aller Munde. Grund genug für den Besuch in einem der schönen Cafés.

Low Budget – mit dem Sparfuchs unterwegs

- Die Brand-Bude, eine Bergwirtschaft auf dem Brand nahe Hohnstein, bietet neben Gasthofzimmern auch Wanderübernachtungen. Du solltest einen Schlafsack dabei haben.

- Mit der Schlösserlandkarte (20 Euro pro Person oder Familienkarte 15 Euro) hast du freien Eintritt in 40 sächsische Schlösser, darunter auch die Festung Königstein.