Genussland Sachsen: Das bietet die Sächsische Weinstraße
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Von der rechten Elbseite bietet sich über die Rebstöcke hinweg ein fantastischer Blick auf die Meißener Albrechtsburg.
© Quelle: pixabay.com/danielbahrmann
Rund 55 Kilometer schlängelt sich die Sächsische Weinstraße durch das Elbtal. Sie beginnt in Pirna am Tor zur Sächsischen Schweiz. Die Route verläuft dann an der Sommerresidenz der Wettiner in Pillnitz vorbei, gesäumt von einer Weinbergkirche inmitten einer königlichen Lage. Später folgt sie der Elbe weiter stromabwärts bis in die Landeshauptstadt Dresden.
Nördlich der alten Residenzstadt des Kurfürsten August von Sachsen windet sie sich durch die Höhenzüge der Lößnitz bis in die Karl-May-Stadt Radebeul. In Meißen kehrt der Weltenbummler zu den Ursprüngen sächsischen Weinbaus, an die Wiege europäischer Porzellanherstellung und zu den Wurzeln des Freistaates Sachsen zurück. Kleine, idyllische Weindörfer säumen weiter den Weg bis Diesbar-Seuslitz.
850-jährige Weinbautradition in Sachsen
Gesäumt von unzähligen gemütlichen Weinstuben und rustikalen Gastwirtschaften ist der Genuss ein ständiger Begleiter. Kleinere Familienbetriebe betreiben neben dem Anbau in ihren Besenwirtschaften auch den Ausschank der eigenen Ernte. Wer sich jedoch auf die seit 1992 ausgewiesene Sächsische Weinstraße begibt, kann mehr erleben als nur gute Weine.
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Das Spitzhaus auf dem Lößnitzhang ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Radebeuls.
© Quelle: pixabay.com/danielbahrmann
Es ist die einzigartige Kulturlandschaft, die durch den Terrassenweinbau geprägt wird. Die rund 2500 Hobbywinzer, die in der Region leben, lassen ihre Trauben entweder in einem der 15 klassischen Betriebe oder in der Winzergenossenschaft Meißen keltern.
Der Weinbau an der Elbe hat eine lange Tradition. Erstmals erwähnt wird er 1161 in einer Schenkungsurkunde des Meißner Markgrafen Otto. Von der Mitte des zwölften Jahrhunderts bis zur Reformation waren beispielsweise die Proschwitzer Berge im Besitz des Bischoffs von Meißen. Ein großer Teil des in Sachsen benötigten Messweines reifte zu dieser Zeit bereits hier.
Ausbau der Rebflächen
Im 16. Jahrhundert erlebte der sächsische Weinbau seine Blütezeit. Auf über 6000 Hektar Rebfläche breiteten sich die Winzer aus. Missernten, Kriege und Konkurrenzgetränke wie Bier und Tee drängten den Weinbau am Ende des 17. Jahrhunderts immer mehr ins Abseits. Um 1900 kam der Anbau fast gänzlich zum Erliegen. Auch zu DDR-Zeiten spielte der Weinbau mit rund 60 Hektar Rebfläche ebenfalls eine untergeordnete Rolle.
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Aber nach der Wende erlebte der Wein in der Region eine Renaissance. Einheitliche Weingesetze haben den Boden geebnet, damit alte Weingüter wiederbelebt und neue gegründet werden konnten. Heute stehen bereits wieder 500 Hektar im Ertrag. Winzer, Hoteliers und Gaststättenbetreiber zogen an einem Strang und versuchten, dem Weinland eine Prägung zu geben.
Enorme touristische Entwicklung
Neben der Weinstraße wurden Rad- und Wanderwege aus der Taufe gehoben. Das 400-jährige Jubiläum des Terrassenweinbaus im Jahr 2004 war Anlass, die außergewöhnliche Anlage der Weinberge, die von Mauern umfasst und stufenförmig angelegt sind, in den Fokus zu rücken. In den Steillagen und auf den Terrassen wachsen die Spitzenweine Sachsens.
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Das Staatsweingut Schloss Wackerbarth bringt erlesene Tropfen auf den Markt.
© Quelle: pixabay.com/NGSOFT
Da die Rebstöcke in diesen Lagen nur manuell bewirtschaftet werden, liegen die Erträge hier um ein Drittel unter jenen von Weinbergen, in denen Technik zum Einsatz kommt. Aber die Touristiker haben auch hieraus eine Tugend gemacht. 2004 kreierten sie eine entsprechende Marke. „Eine Rarität. Weine aus Sachsen“ ist heute die Werbebotschaft für die edlen Tropfen aus der Region.
Gepaart mit weiteren einheimischen Kostbarkeiten – beispielsweise den hochprozentigen Tropfen der Meißener Spezialitäten-Brennerei, einem handgemachten Käse aus der Lausitz oder einem in Dresden gerösteten Kaffee – präsentiert sich Sachsen als echtes Genussland.
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Rund um die Weinstraße
Elberadweg: Der internationale Elberadweg von Prag bis Hamburg führt von Pirna bis Diesbar-Seußlitz nahezu parallel zur 55 Kilometer langen Sächsischen Weinstraße.
Sächsische Dampfschiffahrt: Mit 9 historischen Raddampfern, die zwischen 82 und 132 Jahre alt sind, verfügt die Sächsische Dampfschiffahrtüber die älteste und größte Raddampferflotte der Welt. Zwei elegante Salonschiffe und zwei kleine Motorschiffe komplettieren diese einzigartige Flotte im Elbtal.
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Die 1898 gebaute „Pirna“ ist eine von neun Raddampfern der Sächsischen Dampfschiffahrt, der ältesten und größten Raddampfer-Flotte der Welt.
© Quelle: pixabay.com/wondr
Sachsen aktiv: Wanderwege durch Weinberge und Weinlehrpfade wurden geschaffen, darunter der im Oktober 2004 eingeweihte Sächsische Weinwanderweg. Er verbindet auf rund 90 Kilometer die Perlen der Region und führt zu den schönsten Weinbergen, Aussichtspunkten und Weinkellern.Traditionelle Weinstuben und neue Gasthäuser ermöglichen die Verkostung der vorwiegend trocken ausgebauten Elbtalweine.
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