Stuttgart – die Schwabenmetropole bietet Großstadtflair und viel Natur

Die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg wird dich garantiert überraschen, denn so wirklich bekannt ist die Stadt im restlichen Deutschland nicht. Außer, dass man sie als bedeutenden Automobilstandort kennt, werden bei Umfragen vielleicht noch der Neckar und die Wilhelma genannt, aber dann ist meistens schon Schluss. Stuagat, wie die Einheimischen sagen, ist unbedingt einen Besuch wert, denn hier lassen sich Sightseeing und Aktivitäten im Grünen wunderbar miteinander verbinden. Ganz charakteristisch für das Stadtbild sind die mehr als 400 Freilufttreppen, die auf schwäbisch „Stäffele“ heißen. Über sie kannst du die vielen Höhenunterschiede zeitsparend ausgleichen, wenn du fit genug bist. Von den Höhenlagen rundherum genießt man immer wieder fantastische Aussichten auf die in einem Talkessel liegende Stadt.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Stuttgarts

Wenn du dich für historische Gebäude begeisterst, bist du hier genau richtig, denn schon ein kurzer Blick auf den Stadtplan zeigt beispielsweise eine Vielzahl von Schlössern. Genauer gesagt gibt es 19 verschiedene ehemalige Adelssitze. Du hast während deiner Besichtigungstour die Wahl zwischen dem Alten und dem Neuen Schloss, Schloss Solitude oder dem Residenzschloss im nahegelegenen Ludwigsburg. Besonders zentral liegt das Alte Schloss, dessen älteste Bauteile noch aus dem Jahr 1200 stammen. Der Bau punktet unter anderem mit dem traumhaften Arkadenhof und der Schlosskirche und beherbergt heute nicht nur das Landesmuseum Württemberg, sondern auch das Kindermuseum Junges Schloss.

Ein schönes Erlebnis für alle Sinne bietet die eindrucksvolle Markthalle mit ihrer Fassade im Jugendstil und der interessanten Glasdachkonstruktion. Der im Jahr 1914 fertiggestellte Bau beherbergt mehr als 30 Verkaufsstände und mehrere Gastronomiebetriebe. Von der Empore aus kannst du bei einem Kaffee den besten Blick auf das Treiben genießen und dich zusätzlich natürlich mit leckeren Spezialitäten aus aller Welt eindecken.

Nur wenige Schritte vom Hauptbahnhof entfernt liegt mit dem Chinesischen Garten eine herrliche Oase der Ruhe direkt im quirligen Zentrum. Der 1500 m² große Park namens „Qingyin“, was so viel wie Garten der Melodie bedeutet, wurde anlässlich der Internationalen Gartenschau 1993 angelegt. Er blieb, im Gegensatz zu den anderen Grünanlagen von damals, wegen seiner großen Beliebtheit auch nach dem Ende der Ausstellung erhalten. Allerdings musste er „umziehen“ und befindet sich nun in der Halbhöhenlage. Wenn du während eines anstrengenden Stadtrundganges kurz entspannen möchtest, ist dieser Ort, der exakt den fernöstlichen Traditionen entspricht, genau das Richtige!

Wer sich für moderne Architektur interessiert, sollte unbedingt der Weissenhof-Siedlung auf dem Killesberg einen Besuch abstatten, denn hier befindet sich ein Vorzeige-Wohnprojekt der Moderne aus den 1920er Jahren. Besonders interessant sind das angeschlossene Museum und die Musterwohnung, die mit Originalmöbeln aus der Zeit eingerichtet wurde, welche bis heute überhaupt nicht antik wirken. Die Stadtbibliothek am Mailänder Platz ist ebenfalls einen Stopp wert. Sie ist vermutlich die meistfotografierte Bücherhalle Deutschlands, denn das Innere des monolithischen Baus ist absolut sehenswert.

Wenn du Urlaub in der Stadt machst und diese überwiegend zu Fuß entdecken möchtest, wirst du immer wieder vor einer der vielen Freilufttreppen stehen. Manche von ihnen sind ganz besonders schön angelegt. Hierzu gehört beispielsweise die Eugenstaffel, die dich unter anderem am Wohnhaus des Dichters Eduard Mörike vorbeiführt und inmitten einer wildromantischen Kulisse verläuft. Nach 175 Stufen erreichst du den Eugenplatz, wo eine weitere Sehenswürdigkeit zu finden ist, nämlich der Galateabrunnen mit der Nymphe aus der griechischen Sagenwelt und den Kaskaden, die an Wasserfälle erinnern.

Ein absoluter Besuchermagnet ist die Wilhelma im Bezirk Bad Cannstatt. Die Wilhelma erstreckt sich über rund 30 Hektar und ist eine Kombination aus Zoo und botanischem Garten. Egal, ob du dich mehr für Tiere, Pflanzen oder Architektur interessierst, hier kommst du auf jeden Fall auf deine Kosten. Highlights neben den rund 11.000 Tieren sind der Maurische Garten, das Gewächshaus und die Damaszenerhalle von 1864, die als einziges Gebäude im Park den 2. Weltkrieg einigermaßen unbeschadet überstand.

Wusstest du, dass Stuttgart über eine uralte Badetradition verfügt und das zweitgrößte Mineralwasservorkommen Europas nach Budapest besitzt? Es gibt drei städtische Bäder, die von Quellen gespeist werden und durch die prickelnden Kohlensäurebläschen ein ganz ungewöhnliches Erlebnis ermöglichen, welches an ein Bad in Champagner erinnert.

Technik- und speziell Automobilfans werden sicherlich nicht abreisen wollen, ohne zumindest in einem der beiden Automuseen gewesen zu sein. Ihr habt die Wahl zwischen dem Mercedes-Benz-Museum mit den mehr als 160 präsentierten Fahrzeugen und dem Porsche Museum. Letzteres arbeitet nach dem Prinzip der „rollenden Ausstellung“, so dass immer wieder andere Exemplare aus dem ungefähr 450 Autos umfassenden Fuhrpark gezeigt werden. Wer sich für Oldtimer, aber auch hochmoderne Wagen oder Sondermodelle der beiden bekannten Marken interessiert, wird hier sicherlich einige spannende Stunden verleben.

Attraktive Ausflugsziele in der Umgebung

Der 217 Meter hohe Fernsehturm ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt. Er wurde im Jahr 1956 eingeweiht und war damals der erste TV-Turm weltweit, der über eine Aussichtsplattform und ein Café verfügte. Wenn du die weitere Umgebung der Stadt gerne einmal von oben betrachten möchtest, lohnt sich der Abstecher hierher, denn bei klarem Wetter reicht der Blick bis in die Schwäbische Alb.

Auf dem Waldfriedhof befinden sich die Grabstätten zahlreicher berühmter Persönlichkeiten, wie zum Beispiel die von Theodor Heuss, Oskar Schlemmer und Fritz Leonhardt. Um das Areal zu erreichen, empfehlen wir dir die Fahrt mit der fast 100 Jahre alten Standseilbahn, die landläufig auch als „Erbschleicherexpress“ bezeichnet wird. Die Züge aus edlem Teakholz überwinden die 100 Höhenmeter zwischen dem Südheimer Platz und dem Friedhof für die Passagiere auf eine sehr kurzweilige Art.

Wie wäre es mit einem Ausflug auf den Monte Scherbelino? Noch nie gehört? Der korrekte Name des 511 Meter hohen Scherbenberges ist Birkenkopf und es handelt sich um die höchste Erhebung des Stadtbezirkes. Nach 1945 lud man dort massenweise Trümmer von zerstörten Gebäuden ab, die den Berg um 40 Meter wachsen ließen. Zum Teil sind auch heute noch einzelne Häuserteile erkennbar und das Gelände wirkt so als eindrückliches Mahnmal gegen den Krieg. Von oben genießt du abermals einen ausgezeichneten Blick auf die gesamte Region.

Ein Bauwerk mit romantisch traurigem Hintergrund ist die Grabkapelle auf dem Württemberg, die im Volksmund als Schwäbischer Taj Mahal bekannt ist. Der württembergische König Wilhelm I ließ das Monument 1819 für seine sehr jung verstorbene Ehefrau in dieser traumhaften Lage inmitten der Weinberge errichten. Übrigens existieren in Stuttgart sieben verschiedene Weinwanderwege in Obertürkheim und der Cannstatter Gegend, die für passionierte Spaziergänger tolle Erlebnisse bieten. In welcher anderen Großstadt gibt es schon solche Möglichkeiten? Wenn du etwas länger Zeit hast, solltest du auf jeden Fall eine Tour zum Residenzschloss Ludwigsburg unternehmen.

Die imposante Barockanlage, die zu den größten Schlosskomplexen der Bundesrepublik zählt, bietet wirklich für jeden Besucher etwas. Neben dem traumhaften Park und den prachtvoll eingerichteten Innenräumen beherbergt das Gebäude aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts auch die Barockgalerie mit absoluten Meisterwerken der Malerei sowie ein Mode- und ein Keramikmuseum. Unbedingt sehenswert ist auch die kunstvoll ausgestattete Schlosskapelle.

Wann ist die beste Reisezeit für Stuttgart?

Wenn du einen Kurzurlaub planst und die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten mit Ausflügen in die Natur verbinden möchtest, sind in der Regel die Monate von Mai bis September am geeignetsten. Stuttgart zählt aufgrund seiner geschützten geografischen Lage im Neckarbecken zusammen mit dem Oberrheintal zu den wärmsten und auch zu den niederschlagsärmsten Gegenden in Deutschland.

Das vergleichsweise milde Klima zeigt sich unter anderem im bereits seit Jahrhunderten betriebenen Weinanbau ganz deutlich. Wenn du im Juli anreist, kannst du mit durchschnittlich elf Stunden Sonnenschein rechnen.

An manchen Hochsommertagen bietet es sich an, eines der vielen schönen Ausflugsziele in den umliegenden Höhenlagen anzusteuern, wo sich die Hitze wesentlich besser aushalten lässt. Selbstverständlich haben sämtliche Jahreszeiten ihren Reiz und für viele typische Unternehmungen während einer Städtereise ist das Wetter auch relativ egal.

Museums- und Restaurantbesuche oder Besichtigungen von historischen Gebäuden können bei jedem Wetter Spaß machen. Übrigens findet das berühmte Volksfest Cannstatter Wasen stets im Zeitraum Ende September bis Anfang Oktober statt. Das traditionsreiche Spektakel zieht jährlich rund vier Millionen Gäste an. Solltest du deinen Urlaub für diese Periode planen, empfehlen wir eine frühzeitige Buchung der Unterkunft.

Diese Spezialitäten der schwäbischen Küche solltest du unbedingt probieren

Wenn du während deines Urlaubes auswärts essen gehen möchtest, findest du Restaurants der meisten internationalen Küchen. Du hast die Wahl von Sushi über Griechisch und Italienisch bis hin zu typisch schwäbischen Spezialitäten. Je nachdem aus welcher Gegend du kommst, wird dir das Essen hier mehr oder weniger vertraut sein. Besonders häufig und in den verschiedensten Variationen stehen Maultaschen auf den Speisekarten.

Die Schwaben nennen ihre Lieblingsspeise auch „Herrgottsbscheißerle“, denn angeblich versteckten Mönche in der Fastenzeit in den Nudelteigrollen das eigentlich verbotene Fleisch. Heute gibt es viele verschiedene und auch vegetarische Füllungen. Ob du sie klassisch in der Suppe oder zu Linsen mit Wurst probieren möchtest, bleibt dir überlassen.

Extrem lecker und sehr beliebt sind auch Spätzle, die gerne als Käsespätzle serviert werden. Ein typisches Dessert der gesamten württembergischen Region sind Apfelküchle, die am köstlichsten mit Vanillesoße oder -eis schmecken. Für den kleinen Hunger zwischendurch ist garantiert immer irgendwo eine Bäckerei zu finden, in der du dir schnell eine Laugenbrezel holen kannst.

In manchen belebten Straßen der Innenstadt, wie zum Beispiel auf der Königsstraße, stehen sogar kleine Buden, die nur Brezeln verkaufen.