Die gruseligsten Orte in Deutschland: Auf den Spuren von Mördern

Deutschlands Grusel-Orte: Jack the Ripper bis Göhrde-Mörder

Gänsehaut gefällig? An vielen Orten in Deutschland gibt es die Extraportion Grusel nicht nur an Halloween. Begib dich auf die Spur von Jack the Ripper in Flensburg oder erlebe Frankensteins Vermächtnis.

Dreckige Hände krallen sich an den Dünen fest.
Auch an der Nordsee hält sich eine hartnäckige Überlieferung einer vom Pfarrer verfluchten Stadt. Nur einer von fünf gruseligen Orten in Deutschland. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Daniel Jensen

Die dunkle Jahrszeit bricht an – und bringt mit nasskaltem Wetter, schaurig beleuchteten Kürbissen und düsteren Filmen rechtzeitig zu Halloween Gruselfans in Stimmung. Das aus den USA übergeschwappte Fest begeistert auch die Menschen in Deutschland.

Doch das „schreckliche“ Event für zwielichtige Gestalten, auferstandene Zombies und umherziehende Geister ist nach wenigen Stunden meist schon wieder vorbei. Dabei lehren dich rund ums Jahr viele Orte in Deutschland das Fürchten. Hier kommen die Top 5.

5. Hexenversammlung am Blocksberg

„Bibi Blocksberg“ oder die „Die kleine Hexe“ erzählen uns seit der Kinderheit von Abenteuern auf dem Besen. Für den Aufstieg zum Blocksberg sind dabei gar keine übersinnlichen Kräfte nötig. Eigentlich brauchst du nur ein Ticket für den „Hogwarts Express“* oder aber gute Wanderschuhe. Es geht in den Harz!

Denn mit dem Blocksberg ist eigentlich der Brocken gemeint, mit 1.141 Metern der höchste Berg im Mittelgebirge Harz, in Sachsen-Anhalt und in ganz Norddeutschland und ein Muss für alle Harz-Urlauber. Um den Berg ranken sich etliche mystische Geschichten, wie eben die der Hexenversammlung.

Brockenhexen werden zur Walpurgisnacht in Schierke im Harz vor die Fenster gehängt.
Die Straßen sind schon Wochen vorher geschmückt: Um jede Ecke lauert ein Fabelwesen oder eine mit Warzen übersäte Hexennase. Foto: imago images/Müller-Stauffenberg
Jahr um Jahr verwandeln sich die Einheimischen mit Anbruch der Dunkelheit in Hexen und Teufel und ziehen durch die Bergdörfer. Walpurgis heißt das Spektakel, das mit Musik und Spiel im Harz vom 30. April auf den 1. Mai gefeiert wird. Das Ziel: Der Flug zum Blocks… äh Brocken! Tanz in den Mai? Aber nur kostümiert!
Hexen, Teufel und andere Fabelwesen treiben ihr Unwesen in der Walpurgisnacht.
Hexen, Teufel und andere Fabelwesen treiben ihr Unwesen in der Walpurgisnacht. Foto: imago images / Frank Drechsler
Zurück geht der Mythos zum einen auf die Heiligsprechung der heiligen Waburga, zum anderen auf die verstärkte Hexenverfolgung ab dem Mittelalter. Auf dem Blocksberg (oder aber Brocken) sollen Hexen und Teufel geheime Feste abgehalten haben.

Bekannt kommt dir das vielleicht auch aus Goethes „Faust“ vor, das Drama wird jedes Jahr im Ort Thale aufgeführt. Weitere Walpurgis-Hochburgen sind Schierke, Braunlage und Bad Grund.

*Zum „Hogwarts Express“: So wird die Brockenbahn beziehungsweise Harzer Schmalspurbahn gern genannt, die Besucher alle 50 Minuten ab dem Bahnhof Drei Annen Hohne auf den Berg bringt.

4. Die versunkene Stadt

Bis zu der verheerenden Sturmflut „Grote Mandränke“ im Jahr 1362 soll im Örtchen Rungholt in Nordfriesland Prunk und Protz geherrscht haben – so wird es erzählt. Ein Pfarrer soll die große Flut heraufbeschworen haben – als Strafe für das sündige Leben in Rungholt. Die Flut verschluckte das Örtchen. Doch alle sieben Jahre sollen noch immer die Kirchenglocken mahnend läuten. Davon willst du dich selbst überzeugen?

Rund um Pellworm und Nordstrand in Nordfriesland kannst du auf den Spuren des „Atlantis der Nordsee“ wandern. Das empfiehlt „kurz-mal-weg.de“. Dort kannst du Ausflüge in die genannten Regionen buchen. Die Wahrheit über Rungholt ist wohl aber etwas ernüchternder: Nur einen bäuerlichen Handelshafen soll es hier gegeben haben.

3. Frankensteins Gruselburg

Die Burg Frankenstein – nur ausgedacht, oder steckt doch ein Fünkchen Wahrheit in dem Romanklassiker von Mary Shelley aus dem Jahr 1818? Zumindest soll die Geschichte mehrere Hinweise dafür liefern, dass der ihr Ursprung in der ungefähr 750 Jahre alten Burg Frankenstein im Odenwald bei Darmstadt liegt.

Burg Frankenstein im Odenwald bei Darmstadt.
Aus Leichenteilen, dem Blut einer Jungfrau und „geheimen Künsten“ soll Alchemist und Arzt Johann Konrad Dippel versucht haben, einen neuen Menschen zu erschaffen. Dippel soll auf der Burg geboren worden sein. Foto: imago images/Marc Schüler
Die Schriftstellerin ließ sich von den Schaudergeschichten über Alchemist und Arzt Johann Konrad Dippel inspirieren. Den Ausgang kennst du: Das entstandene Monster soll entkommen sein und seither in den umliegenden Wäldern sein Unwesen treiben.

An Halloween kannst du deinen Mut beweisen, und dich Frankensteins Monster stellen. Jährlich wird auf der Burg eine Party ausgerichtet, Tickets gibt es online. Die VIP-Variante mit Essen und Trinken beginnt für Erwachsene bei 90 Euro.

2. Der Göhrde-Mörder

Bad Bevensen und Umgebung gelten eigentlich als idyllischer Kurort in Niedersachsen, doch die romantische Stimmung kann schnell verfliegen: Ende der 1980er-Jahre wurden im Staatsforst Göhrde kurz nacheinander zwei Liebespaare umgebracht. Der zweite Mord soll sich sogar nur wenige Hundert Meter entfernt von der Polizei zugetragen haben, als diese in dem Waldstück wegen des vorangegangenen Falls ermittelte.

Noch immer sucht die Kriminalpolizei nach dem Komplizen des Göhrde-Mörders. Und selbst den konnten die Beamten nicht mehr zu seinen Lebzeiten dingfest machen. Erst 2017 erhärtete sich der Verdacht gegen einen Mann, der die zwei Doppelmorde begangen haben könnte.

Der mutmaßliche Täter war zu dem Zeitpunkt bereits verstorben, er soll 1993 Suizid begangen haben – doch der Name „Totenwald“ lebt weiter. Ganz aufgeklärt ist der zweifache Doppelmord bis heute nicht, weshalb Spaziergänger den Staatsforst Göhrde lange gemieden haben sollen.

1. Jack the Ripper – nicht nur in London

Wer nach Europas wohl bekanntestem Serienmörder gefragt wird, dem wird wohl augenblicklich Jack the Ripper einfallen. Aber kennst du das wahre Gesicht hinter dem Namen, der für mindestens fünf Morde an Prostituierten verantwortlich gemacht wird?

Obwohl sich die grausamen Morde allesamt in London im Jahr 1888 ereigneten, führte eine andere Spur nach Deutschland – zum deutschen Seefahrer Carl Ferdinand Feigenbaum. Er wurde wegen eines anderen Mordes, begangen in New York, zum Tode verurteilt und 1896 gehängt. 

Diese Spur widerum führte weiter in die Hansestadt Flensburg, wo eine Prostituierte ganz nach „Jack the Ripper“-Muster getötet wurde – nur ein Jahr nach der grausamen Mordserie in England. Auch hier wurden Parallelen zu Feigenbaum gezogen, da das Handelsschiff „Reiher“, zu dessen Crew er auch zählte, ganz in der Nähe geankert haben soll. 

Bewiesen wurde das jedoch nicht – der wahre Jack the Ripper konnte nie überführt werden. Wenn du dich auf das makabere Feeling einlassen willst, kannst du im nördlichen Flensburg entlang des Oluf-Samson-Gangs, des ehemaligen Rotlichtviertels, spazieren. Ob einst Jack the Ripper hier war?

Der Oluf-Samson-Gang in Flensburg am Tag.
Der Oluf-Samson-Gang in Flensburg am Tag. Ob „Jack the Ripper“ im einstigen Rotlichtviertel nach potenziellen Opfern Ausschau gehalten hat? Foto: pixabay / Stefan Gebhard

Nicht genug gegruselt?

Du hast nach diesen fünf Orten noch immer nicht genug? Der reiseporter hat einen weiteren Tipp. Auch im Norden Deutschlands, in Hamburg, wurde der Stadtteil St. Pauli zum Schauplatz einer Reihe von Morden. In der Trinkerszene bekannt, lernte Serienmörder Fritz Honka unter anderem in seiner Stammkneipe „Zum Goldenen Handschuh“ seine zukünftigen Opfer kennen.

Auch im „Elbschlosskeller“ soll er Gast gewesen sein – die Kneipe am Hamburger Berg wird noch heute betrieben und hat rund um die Uhr geöffnet. 

Bei der Reeperbahn: der „Elbschlosskeller“. Sie selbst titelt sich als „härteste Kneipe Hamburgs“.
Bei der Reeperbahn: der „Elbschlosskeller“. Sie selbst titelt sich als „härteste Kneipe Hamburgs“. Bekannt wurde das Lokal zum einen wegen der Honka-Serienmorde, zum anderen zuletzt durch eine Werbekampagne der Biermarke „Astra“. Foto: Jürgen Ritter

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