Not macht erfinderisch – im Falle von Mary Joanna Gomez nicht nur eine Floskel. Die freiberufliche Krankenschwester machte sich am vergangenen Mittwoch, an ihrem freien Tag, in Richtung Kings-Canyon-Nationalpark auf. Der grenzt an den benachbarten Sequoia-Nationalpark im Gebirgszug der kalifornischen Sierra Nevada.

Am nächsten Tag textete sie noch ihrer Tochter, schickte Fotos von der tollen Landschaft. Es war das vorerst letzte Lebenszeichen der 56-Jährigen. Am darauffolgenden Freitag erschien die Krankenschwester nicht bei der Arbeit – ihre Familie geriet in Sorge.

56-jährige Frau verschwindet spurlos in US-Nationalpark

Umgehend verständigten sie die Polizei von San Francisco, die am Samstagmorgen eine große Suchaktion im Giant Forest, berühmt für die Riesenmammutbäume, startete. In Begleitung von Hunden durchkämmten sie die Wälder, sogar aus der Luft hielten sie Ausschau nach Mary Joanna. Über soziale Medien wurde ebenfalls mit Fotos nach ihr gesucht.

„SOS“: Piloten entdecken Schriftzug aus Steinen 

Die einzige Spur: das Auto der 56-Jährigen. Circa fünf Kilometer davon entfernt, vorbei an kluftigem und steilem Gelände, fanden die Suchkräfte die Frau.

Möglich war das allerdings nur, nachdem am vergangenen Montag ein Hubschrauber eine ungewöhnliche Steinformation entdeckte. Ganz deutlich aus der Luft zu erkennen: „SOS“.

Das musste Mary Joanna sein! Tatsächlich hatte diese mit Steinen den Hilferuf abgesetzt und damit Erfolg. Durchgefroren, durstig und hungrig, aber dennoch gesund wurde sie von den Rettungskräften zu ihrer Familie gebracht, das gab die Nationalparkbehörde in einer offziellen Pressemitteilung bekannt.

Warum sich die Frau in dem Park verirrte, erläuterte die Parkaufsicht jedoch nicht.