Influencerin postet Dubai-Bilder – Kritik von Amnesty Norwegen

Influencerin postet Dubai-Bilder – Kritik von Amnesty

Die Schwedin Kenza Zouiten Subosic ließ ihre 1,9 Millionen Follower auf Instagram an ihrem Familienurlaub teilhaben. Doch für die Fotos aus Dubai hagelt es herbe Kritik. Auch von Amnesty Norwegen.

Strand von Dubai.
Für ihre Zusammenarbeit mit „Visit Dubai“ wurde Bloggerin Kenza scharf kritisiert. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Darcey Beau

Menschen mit einer bestimmten Follower-Zahl in den sozialen Medien werden gern als Influencer bezeichnet. In welche Richtung dieser Einfluss geht, hinterfragen derzeit mehrere Abonnenten von Kenza Zouiten Subosic – und die Menschenrechtsorganisation Amnesty Norwegen. 

Derzeit befindet sich die Schwedin nämlich mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Sohn in Dubai. In dem arabischen Emirat genießen sie unter anderem das Strandleben. Einige der Fotos stoßen allerdings auf Kritik, besonders dieses, bei dem sie die Organisation „Visit Dubai“ als Kooperationspartner markiert hat:

Denn, so die Kritik von Amnesty: Mit solchen Bildern würde Kenza für ein Land werben, dass gegen Menschenrechte verstoße. „Drei schnelle Fakten zu den Vereinigten Arabischen Emiraten“, zitiert das schwedische „Aftonbladet“ den Kommentar. „Homosexuelle können zu bis zu zehn Jahren Haft verurteilt werden, wer eine Vergewaltigung anzeigt, riskiert selbst verhaftet zu werden, und die Vereinigten Arabischen Emirate stehen hinter ersten Kriegsverbrechen im Jemen.“

Follower kritisieren Dubai-Werbung

Die Organisation schreibt weiter, dass die Emirate alles dafür tun würden, Verletzungen von Menschenrechten nach Möglichkeit zu vertuschen. Ein Teil dieser Strategie sei, Influencer wie Kenza einzuladen.

Auch von Kenzas Followern hagelt es viele kritische Kommentare unter dem Foto. „Während du am Strand liegst, befinden sich zwei Prinzessinnen im Gefängnis, die von ihrer eigenen Familie in Dubai entführt wurden“, schreibt eine Nutzerin. Viele andere fragen die junge Frau, ob sie sich für alles kaufen lasse. „Ich hoffe, du denkst darüber nach, welchen Einfluss du als erfolgreiche Influencerin hast“, schreibt eine andere. Kenza selbst hat sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. 

Ist die Kritik berechtigt?

Das Auswärtige Amt rät nicht von Reisen nach Dubai oder in eines der anderen arabischen Emirate ab. Die VAE zählten zu den sichersten Ländern des Mittleren Ostens mit einer niedrigen Kriminalitätsrate, heißt es auf der Website. Dennoch sollen alleinreisende Frauen bei Taxifahrten oder bei Spaziergängen im Dunkeln besonders vorsichtig sein. Auch weist es darauf hin, dass Homosexualität und Sex außerhalb der Ehe in den Vereinigten Arabischen Emiraten verboten sind. Das Strafrecht sei geprägt durch islamische Moralvorstellungen. 

Sympathiebekundungen mit Katar, beispielsweise in den sozialen Medien, können sogar mit Gefängnis bestraft werden, ebenso Äußerungen, die als Beleidigung des Islams oder des Propheten Mohammed ausgelegt werden könnten.

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