Job kündigen und nur noch reisen: So viel Geld ist nötig

Job kündigen und nur noch reisen: So viel Geld brauchst du

Für viele gleicht die Vorstellung, von heute auf morgen den Job zu kündigen und alles fürs Reisen hinter sich zu lassen, einem Traum. Ein Traum, der finanziell unmöglich erscheint. Aber ist das tatsächlich so? 

Eine Frau hält einen Globus in der Hand.
Kein Job mehr, dafür aber die ganze Welt in den Händen. Wie teuer das Wagnis ist, hat ein Finanzportal mal überschlagen. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Ben White

In vielen schlummert der tollkühne Wunsch, aus dem Alltag auszubrechen, alles in die Waagschale zu werfen, um die Welt zu bereisen. Manche machen das wahr, andere schreckt der Gedanke des drohenden finanziellen Ruins schon vor Beginn ab. Nur von Luft und Liebe leben? Auch im Ausland wohl kaum möglich.

Immerhin müssen die Transfers und Unterkünfte ja irgendwie bezahlt werden, Essen und Trinken ebenfalls. Und wie sogenannte „Begpackers“ in wirtschaftlich schwächeren Ländern um das nötige Urlaubsbudget betteln, kommt für dich wahrscheinlich auch nicht infrage. Sorgenfrei reisen bedeutet eben für viele auch, finanziell unabhängig zu sein.

Ab 500 Euro: So teuer ist der Tausch Job gegen Weltreise

Wer beruflich nicht als Influencer, Travelblogger, „digital nomad“ oder reisereporter unterwegs ist und ernsthaft mit dem Gedanken spielt, für die Weltreise alles hinzuschmeißen, für den hat das Online-Finanzportal „The Motley Fool“ eine Kostenaufstellung gemacht. Der Lebenstraum soll demzufolge bezahlbarer sein, als du vielleicht denkst.

Dafür haben die Finanz-Experten die anfallenden und für sie notwendigen Reisekosten berechnet – darunter eine Reiseversicherung, Equipment, Kleidung, Hygieneartikel, Unterkunft, Verpflegung, Transfer, Akitivitäten. Individuelle Ausgaben wie Souvenirs und Shopping wurden nicht berücksichtigt. Die Gesamtkosten sind natürlich von der Länge, aber vor allem von deinen Standards und Ansprüchen abhängig.

Low-Budget-Reisende: 

Reisetyp: Für dich zählt die Nähe zu Land und Leuten, weshalb die Couch bei einem Local die beste Wahl ist. Geselligkeit schätzt du an Hostels, während Abstriche in Sachen Privatsphäre im Gemeinschaftsbad völlig okay sind. Auch selbst zu kochen statt jeden Tag auswärts zu essen passt in deine Vorstellung.

Und bei Aktivitäten suchst du dir am liebsten Gratis-Walking-Tours heraus oder gehst auf eigene Faust los. An folgenden Zielen sollte das relativ reibungslos klappen: Lateinamerika, Südostasien, Teile Süd- und Osteuropas.

Alle monatlichen Ausgaben im Überblick:

Unterkunft: 250 bis 900 Dollar

Verpflegung: 150 bis 450 Dollar

Transport: 25 bis 100 Dollar

Aktivitäten: 150 bis 450 Dollar

Macht insgesamt monatlich: zwischen 575 Dollar (umgerechnet knapp 518 Euro) und 1.900 Dollar (umgerechnet 1.712 Euro)

Verkehr in einer Großstadt.
Gerade in Ländern Südostasiens sind Langstrecken- und Nachtbusse eine günstige Alternative. Aber auch mitunter ziemlich eng und laut… (Symbolfoto) Foto: unsplash.com/Jamie Street

Tipps für Pfennigfuchser: Bei der Unterkunftssuche solltest du dich auf Hostels und günstige Airbnbs konzentrieren, die pro Nacht zwischen 8 und 30 Dollar liegen. Oder noch besser: Kontakte im Ausland nutzen oder per Couchsurfing gratis unterkommen.

Beim Essen sollte das tägliche Budget bei 15 Dollar gedeckelt sein. Weiter sparen lässt sich beim Transfer: Lange, aber dafür günstige Bus- oder Zugfahrten sind deins, wenn’s anders nicht geht, wähle beim Fliegen eine Billigairline. Kostenlos: trampen.

Aktivitäten lassen sich grundsätzlich nur schwer kalkulieren: Was willst du sehen und auf welchem Wege? An manchen Orten lässt sich der obligatorische Eintritt, wie in Angkor Wat (Tagesticket startet bei 37 Dollar), natürlich nicht vermeiden. Das lässt die Ausgaben schon mal nach oben schnellen. Abgesehen davon kannst du aber bereits für täglich 5 bis 15 Dollar im Urlaubsland was erleben. 

Mittleres Budget: 

Reisetyp: Privatsphäre ist dir wichtig, daher bevorzugst du ein preiswertes Hotel oder ein Airbnb für dich allein. Abstecher im Restaurant gehören zu deiner Reise, allerdings stellst du keine hohen Ansprüche an die Küche. Stichwort: Suppenküchen, Streetfood, nette Imbisse. Bei Aktivitäten willst du nichts riskieren und buchst lieber eine organisierte Tour. Um von A nach B zu kommen, fällt der Bus weg, stattdessen kommen Zug und gute Flug-Deals infrage. Auch Uber (beziehungsweise Taxis) ziehst du in Betracht.

Blick auf den Arenal-Vulkan in Costa Rica.
Costa Rica gilt als eines der teuersten Ziele in Mittelamerika. Doch mit Tricks passt das Reiseziel auch ins mittlere Budget. (Symbolfoto) Foto: unsplash.com/Trail

Dann gehören diese Länder beziehungsweise Kontinente auf deine Liste: Teile Lateinamerikas wie Costa Rica, Argentinien, Chile. Westeuropa, Afrika, fast ganz Asien – während Nordeuropa, die Schweiz und Japan, insbesondere Tokio, aus dem Budget fallen.

Alle monatlichen Ausgaben im Überblick:

Unterkunft: 900 bis 3.000 Dollar

Verpflegung: 450 bis 900 Dollar

Transport: 100 bis 300 Dollar

Aktivitäten: 450 bis 1.500 Dollar

Macht insgesamt: 1.900 bis 5.700 Dollar

Hohes Budget auf Reisen:

Reisetyp: Geld spielt für dich keine Rolle, auch auf Reisen möchtest du auf nichts verzichten. Übernachtet wird nur im Hotel, und auch beim Essen legst du Wert auf hohe Qualität, auch wenn das seinen Preis hat. Komfortabel muss es eben sein. Billigairlines schließt du sowieso aus, bei der Buchung lockt dich auch schon mal die Business Class. 

Deshalb stehen auf deinem Plan wohl auch exklusive Ziele, die bei anderen auf der utopischen Bucket-List zu finden sind: Die Antartkis, die Arktis, der Norden Europas, kostspielige Städetrips nach New York oder Singapur oder aber entlegene Orte wie die Galapagosinseln oder der Luxusurlaub in Französisch-Polynesien. Die Liste ist eigentlich unendlich.

Alle monatlichen Ausgaben im Überblick:

Unterkunft: 3.000 bis 9.000 Dollar

Verpflegung: 900 bis 1.500 Dollar

Transport: 300 bis 1.000 Dollar

Aktivitäten: 1.500 bis 3.000 Dollar

Macht insgesamt: 5.700 bis 14.500 Dollar

Ein geschütztes Naturjuwel sind die Galapagosinseln. Allein die Anreise über Kleinflugzeuge aus Ecuador ist exklusiv.
Ein geschütztes Naturjuwel sind die Galapagosinseln. Allein die Anreise über Kleinflugzeuge aus Ecuador ist exklusiv. Foto: unsplash,com/Simon Matzinger

Generelle Tipps, falls du länger am Stück verreisen willst ohne Plan B

Die Ausgaben variieren natürlich individuell, zudem können Preisfüchse auch an vermeintlich teuren Orten echt günstig Urlaub machen. Dafür braucht es einfach nur intensive Recherche und die Bereitschaft, ein paar Abstriche zu machen. Solltest du ohne Plan B in die Welt starten, empfiehlt „Motley Fool“ für den Notfall ein finanzielles Polster parat zu haben, sodass du drei bis sechs Monate ohne Einkommen deine Lebensunterhaltungskosten decken könntest.

Entweder als Notgroschen im Ausland oder aber, wenn du von der Reise nach Hause zurückkehrst. Im besten Fall hast du einen Betrag x für den Heimflug auf einem separaten Konto. Nur nicht anrühren.

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