Vor Gericht: Southwest-Piloten sollen Stewardess auf Klo gefilmt haben

Southwest-Piloten sollen Stewardess auf Klo gefilmt haben

Zwei Southwest-Piloten müssen sich vor Gericht verantworten: Ihnen wird vorgeworfen, die Crew über versteckte Kameras auf dem Flugzeugklo gefilmt zu haben. Sogar ein Livestream ins Cockpit soll gelaufen sein.

Zwei Piloten auf einem Flug im Cockpit.
Direkt per Livestream sollen die Piloten die intimen Szenen auf der Bordtoilette über Kameras beobachtet haben, wirft eine Stewardess ihnen vor. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Jan Huber

Während intimer Momente auf der Bordtoilette beobachtet werden: Dieses beklemmende Gefühl schleppt die Southwest-Airlines-Stewardess Renee Steinaker seit einem Vorfall vor gut zwei Jahren mit sich herum. Sie will die Piloten dabei erwischt haben, wie die über installierte Kameras die Crew heimlich überwacht haben – und das per Livestream ins Cockpit.

Die Sache ging nun vor ein Gericht im Maricopa County in Arizona: Gemeinsam mit ihrem Ehemann, ebenfalls Flugbegleiter, klagt Renee gegen die Airline und die Piloten wegen emotionalem Leiden, sexueller Belästigung und Vergeltungsmaßnahmen. Denn die Airline soll Renee nach Bekanntwerden der Vorwürfe gezielt schikaniert und zum Schweigen aufgefordert haben. Insgesamt geht es um 50.000 US-Dollar Entschädigung.

Southwest-Stewardess entdeckt Livestream über Tablet im Cockpit

Passiert sein soll der Vorfall am 27. Februar 2017 auf Flug 1088 von Pittsburgh nach Phoenix. Nach ungefähr zweieinhalb Stunden Flug soll einer der Piloten, Terry G., Renee darum gebeten haben, seinen Platz einzunehmen. Die US-Vorschriften sehen vor, dass zu jedem Zeitpunkt zwei Crew-Mitglieder im Cockpit anwesend sein müssen.

Dort will Renee ein iPad entdeckt haben, über welches allem Anschein nach ein Live-Video aus der Bordtoilette gelaufen sei. Das soll aus der Anklageschrift hervorgehen, wie mehrere internationale Medien wie die „New York Times“ und „CNN“ berichten.

Sie habe daraufhin den Co-Piloten Ryan R. konfrontiert, ob über das Tablet ein Livestream laufe, woraufhin dieser geantwortet haben soll, dass es sich um eine „neue Sicherheitsvorkehrung und supergeheime Maßnahme“ handele, die in allen Bordtoiletten der Southwest-Flieger vom Typ 737-800 installiert worden sei. Aus diesem Grund solle Renee niemandem davon erzählen.

Als Beweismittel soll Renee sogar ein Foto des iPads dem Gericht vorgelegt haben. Es ist bislang unklar, ob und in welchem Zeitraum tatsächlich Crew oder aber sogar Passagiere von den Piloten gefilmt wurden.

Heimliche Videoüberwachung in der Bordtoilette: Das sagen Southwest und die Piloten

Über eine angeblich geheime Sicherheitsmaßnahme hätten die beiden Piloten, nach eigener Aussage, kein Wissen. Sie wiesen die Anschuldigungen von sich. „CNN“ hat um ein Statement der Anwälte gebeten. Schriftlich widersprechen auch die den Vorwürfen: Die Piloten hätten nicht absichtlich die Privatsphäre von Renee verletzt, indem sie eine Kamera installiert und sie darüber beobachtet hätten.

Seitens Southwest heißt es: „Die Sicherheit und der Schutz unserer Mitarbeiter und Kunden bei Southwest genießt hunderprozentige Priorität. Demnach stattet Southwest die Flugzeug-Toiletten nicht mit Kameras aus.“ Auch der Vorwurf des Ehepaars Steinaker, die Fluggesellschaft habe bewusst versucht, durch gezielte Aktionen die Geschichte unter den Teppich zu kehren, bestreitet die Airline. Der Fall wurde indes dem Bezirksgericht Arizonas übergeben.

Der reisereporter hat bei Southwest Airlines bezüglich der Anschuldigungen um ein Statement gebeten: „Wir können aus unserer Untersuchung bestätigen, dass sich nie eine Kamera in der Toilette befand. Der beschriebene Vorfall war ein unangemessener Witz, den die Firma nicht gutheißen will.“ Ein klärendes Urteil steht aus.

Versteckte Kameras im Flugzeug: Passagiere berichten immer wieder von schrecklichen Entdeckung

Der reisereporter berichtete in der Vergangenheit häufiger über illegal angebrachte Kameras in Flugzeugen. Dabei waren es jedoch Passagiere, die eine verdächtig wirkende Linse während des Klogangs entdeckt haben wollen – entweder von anderen Mitreisenden oder gar von Airline- oder Flughafenpersonal installiert.

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