EU-Parlament verlangt bei Airline-Insolvenzen besseren Schutz

EU-Parlament verlangt Pleite-Schutz für Passagiere

In zwei Jahren kam es zu 32 Airline-Pleiten in der EU. Jetzt fordert das Europäische Parlament einen besseren Schutz vor Airline-Insolvenzen, damit Fluggäste nicht auf ihren Kosten sitzen bleiben.

Leerer Air-Berlin-Schalter.
Air Berlin war die zweitgrößte Airline Deutschlands, bis im November 2017 das Insolvenzverfahren für die Fluggesellschaft eröffnet wurde. (Symbolbild)

Foto: imago images/Sven Simon

In der EU mussten seit 2017 32 Airlines Insolvenz anmelden – mit Air Berlin und Germania sind gleich zwei große deutsche Airlines in kurzer Zeit pleitegegangen. Die Mitarbeiter verloren ihre Jobs, die Fluggäste mussten lange auf Rückerstattungen warten – wenn sie überhaupt ihr Geld zurückbekommen haben.

EU-Parlament fordert Pleite-Schutz nach Thomas-Cook-Insolvenz

Der Auslöser der Debatte im EU-Parlament war aber keine Airline-Insolvenz, sondern die Thomas-Cook-Pleite vor wenigen Wochen. Weil der zweitgrößte Reisekonzern Europas im September dieses Jahres Insolvenz anmeldete, saßen plötzlich Tausende Touristen in ihren Hotels fest, strandeten weltweit oder mussten gebuchte Reisen canceln. Viele von ihnen bangen derzeit um ihr gezahltes Geld, denn womöglich wird der Versicherungstopf von 110 Millionen Euro nicht ausreichen.

In der Entscheidung des EU-Parlaments vom vergangenen Donnerstag heißt es, dass die EU-Länder „die EU-Instrumente zur Linderung der Probleme aufgrund der Thomas-Cook-Insolvenz ausnutzen sollen“. Dabei verweist das Parlament auch auf staatliche Hilfen, was die britische Regierung jedoch ausgeschlagen hatte – das Aus für Thomas Cook.

Die Forderung: eine europaweite Tourimusstrategie. Im Gespräch sei deshalb ein spezielles EU-Tourismusbudget. Und was haben Reisende davon?

Passagiere sollen durch Fonds und Versicherungen besser geschützt werden

Vorbeugende Maßnahmen sollen bei Airline-Insolvenzen besser schützen: „Ein Airline-Garantiefonds oder eine andere Versicherungslösung müsste in die EU-Fluggastrechteverordnung integriert werden.“ Der Schutz solle auch dann greifen, wenn die Fluggesellschaft zahlungsunfähig oder insolvent sei.

Dafür müssten Airlines die Garantiefonds einrichten oder Versicherungsverträge abschließen – die wiederum „Unterstützungsleistungen, Rückerstattungen, Ausgleichsleistungen und Umbuchungen sicherstellen sollen“.

Verkehr, Beherbergung und Tourismus gleich behandeln

Außerdem solle die Finanzlage von Airlines von nun an besser durch die nationalen Aufsichtsbehörden überwacht werden. Der Fall Thomas Cook habe gezeigt, dass nichte alle Konsumenten gleich behandelt werden. Deshalb sollten Fluggäste, die eine eigenständige Leistung wie einen einzelnen Flug gebucht haben, den gleichen Schutz genießen wie Fluggäste, die eine Pauschalreise gebucht haben.

Dafür sollen die Bereiche „Verkehr, Beherbergung und Tourismus“ auf EU-Ebene zukünftig gleich behandelt werden. Nun bleibt die Reaktion der EU-Mitgliedsstaaten abzuwarten.

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