Betrunkene Passagiere müssen von Airline nicht mitgenommen werden

Urteil: Airline muss betrunkene Passagiere nicht mitnehmen

Ein Paar aus Niedersachsen hatte offenbar vor einem Flug zu tief ins Glas geschaut. Auf den Kapitän wirkten sie betrunken – er ließ sie nicht mitfliegen. Rechtens, wie das Amtsgericht München urteilte.

Ein Passagier schenkt sich ein Glas Sekt ein.
Betrunken ins Flugzeug steigen? Das wurde einem Paar aus Deutschland zum Verhängnis. Es wurde in Australien am Flughafen von der Airline stehen gelassen. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Ritzau Scanpix

Ein schwankender Gang, glasige Augen und eine Alkoholfahne: Für Mitarbeiter einer Airline war im Falle eines Paares aus Niedersachsen klar, dass diese zu viel Alkohol vor dem Abflug getankt hatten. Der Kapitän entschied, ihnen die Beförderung auf dem Langstreckenflug von Australien nach Deutschland zu verweigern, da sie fluguntauglich gewesen seien. Die deutschen Urlauber wollten die Heimreise von einer Pazifikkreuzfahrt antreten.

Fluggäste, die unter Alkoholeinfluss andere Passagiere und die Crew drangsalieren und schikanieren, sind keine Seltenheit. Das hat Piloten bereits in einigen Fällen zu einer Zwischenlandung bewogen, um die Betrunkenen loszuwerden.

Deutsche Passagiere dürfen betrunken nicht mitfliegen

Bevor das Pärchen des Fluges verwiesen wurde, soll der Mann noch ein Glas Champagner bestellt haben. Er habe sich aufgrund seines Alkoholpegels kaum auf den Beinen halten können, sagte die Chef-Stewardess als Zeugin vor dem Gericht. Als daraufhin der Kapitän den Rauswurf anordnete, soll sich der Deutsche erst geweigert und geschrien haben. Letztlich eskortierte dann aber doch die Security ihn und seine Ehefrau aus dem Flieger.

Sie nicht in dem Zustand mitzunehmen soll dem am gestrigen Freitag in München gefällten Urteil (Az.:182 C 18938/18) zufolge völlig rechtens sein. Damit watschte es die Klage des Mannes gegen den Münchner Reiseveranstalter ab, über den er die Pauschalreise gebucht hatte. Inbegriffen waren eine Pazifikkreuzfahrt sowie Hin- und Rückflug von Frankfurt über Dubai nach Brisbane zu einem Gesamtrpreis von 7.398 Euro.

Der Niedersachse forderte rund 1.750 Euro für die Flugumbuchung am Folgetag plus 600 Euro Schadensersatz für den Umsatzverlust, der ihm als Rechtsanwalt durch den verspäteten Rückflug entstanden sei.

Rauswurf: Münchner Amtsgericht gibt Airline recht

In dem rechtskärftigen Urteil heißt es: „Ein wankender Gang beider Fluggäste, gerötete Gesichter, glasige Augen, Stützen des Klägers, Weinen der Ehefrau des Klägers, die Aussage, es gehe ihr nicht gut, starker Alkoholgeruch und mangelnde Konzentrationsfähigkeit des Klägers sowie der Umstand, dass dieser sich zum Stehen an die Wand anlehnen musste“, dies sei nach Auffassung des Gerichts als ausreichend für eine Fluguntauglichkeit und Nichtbeförderung anzusehen.

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