Vorerst können Urlauber, die zum Herbstferienende noch unterwegs sind, aufatmen. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo möchte bis Ende der Woche eine Streikpause einlegen. Allerdings warnte der stellvertretende Vorsitzende Daniel Flohr bereits jetzt: „Sollte es zu weiteren Aktionen seitens des Konzerns kommen, sind wir aber kurzfristig in der Lage, die Situation neu zu bewerten und unverzüglich zu reagieren.“

Dass das keine leere Drohung ist, zeigte die Gewerkschaft am vergangenen Freitag. Obwohl die Lufthansa der Forderung einer Gehaltserhöhung zugestimmt hatte – beziehungsweise sie mit zwei Prozent sogar übertroffen hatte –, rief die Ufo die Mitarbeiter der Töchter-Airlines zu einem ganztägigen Streik am Sonntag auf. 

Trotz Konflikt mit Lufthansa: Ufo kündigt keine weiteren Warnstreiks an

Bundesweit strandeten an den großen Flughäfen hauptsächlich Passagiere von Eurowings. Mit mindestens 100 ausgefallenen Verbindungen verbuchte die Ufo den Ausstand als Erfolg – doch der Streitpartner Lufthansa zweifelt die Legalität der Streiks an, berichtete das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“.

Derzeit werden rechtliche Schritte gegen die Ufo geprüft. Das lässt den Konflikt der sich gegenüberstehenden Parteien weiter schwelen, da die Lufthansa ohnehin schon dem Ufo-Vorstand das Mitspracherecht aberkennt. Dieser sei gar nicht dazu befugt, über Tarifverträge zu verhandeln oder sie abzuschließen. Bis zum 1. November müssen Urlauber noch zittern, erst dann will die Gewerkschaft in einer Urabstimmung ihre Mitglieder über weitere unbefristete reguläre Streiks entscheiden lassen.