„Lonely Planet“-Reisetrends: Die besten Reiseländer 2020

„Lonely Planet“-Reisetrends: Die besten Reiseländer 2020

Trotz Brexit ist England 2020 einen Besuch wert – ebenso ein anderes Land, in dem Urlauber „Eintritt“ zahlen müssen. Das findet zumindest der „Lonely Planet“. Die Top 10 der „Best in Travel“-Länder.

Auto fährt durch Bhutan im Himalaya, Asien.
Wer durch Platz eins der „Best in Travel“ reisen will, muss pro Tag eine hohe Gebühr zahlen.

Foto: unsplash.com/Prateek Katyal

Platz 10: Uruguay

Zwischen Brasilien und Argentinien liegt Uruguay an der südamerikanischen Atlantikküste. Mit traumhaften Stränden und einem hügeligen Inland. in dem sich Weinreben wohlfühlen, die perfekte Tropfen für abendliche Absacker liefern, ist das zweitkleinste Land Südamerikas auf jeden Fall eine Reise wert. Etwa doppelt so groß wie Österreich, leben dort weniger als halb so viele Einwohner.

Der „Lonely Planet“ begründet den Platz in den Top 10 auch damit, dass Uruguay in den vergangenen Jahren deutlich liberaler geworden sei. So wurde unter anderem Marihuana legalisiert, nachhaltiger Tourismus vorangetrieben und LGBTQ-Rechte offen akzeptiert.

Malerische Straße in Colonia del Sacramento, Uruguay.
Colonia del Sacramento ist die älteste Stadt von Uruguay, ihre Altstadt gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Foto: unsplash.com/Jorge Salazar
Weitere Highlights: Eine 660 Kilometer lange Küstenlinie, die Unesco-geschützte Altstadt von Colonia del Sacramenta, und ein Besuch in der Pampa – allein, um sagen zu können, dass du in die Pampa reist und es diesmal mehr als nur eine Redewendung ist. Uruguay gehört übrigens zu den stabilsten und demokratischsten Ländern in Lateinamerika.

Die Top-10-Reiseländer in Bildern

Platz 9: Marokko

Zum ersten Mal darf eine Stadt in Afrika 2020 den Titel als „Capital of Culture“ – Kulturhauptstadt – tragen. In Marrakesch erlebst du deshalb im kommenden Jahr zahlreiche kulturelle Höhepunkte. Außerdem kannst du dank des ersten Hochgeschwindigkeitszuges des Kontinents in nur zwei Stunden von Casablanca nach Tanger reisen. 

Abendstimmung am Strand von Taghazout in Marokko.
Abendstimmung am Strand von Taghazout. Foto: unsplash.com/Philipp Klausner
Auch Fez, Essaouira, Meknes und Tetouan sind 2020 einen Abstecher wert: Dort werden die als Medinas bezeichneten Altstädte restauriert. Alles Gründe, warum es Marokko auf Platz neun des Rankings schafft.

Unsere „reisereporter des Monats“ durften Marokko schon in diesem Sommer erkunden – und im Pure Surfcamp bei Aourir das Surfen lernen:

Platz 8: Liberia

Hand aufs Herz: Eine Reise nach Liberia steht wahrscheinlich noch nicht auf deiner Bucket-List. Viele wissen vermutlich noch nicht einmal, wo das Land liegt. Die Antwort: zwischen Sierra Leone und der Elfenbeinküste in Westafrika. 

Ungefähr so groß wie Bulgarien, ist Liberia mit traumhaften Stränden gesegnet, die vor allem Surfer beglücken. Im Sapo-Nationalpark findest du den zweitgrößten primären Regenwald in Westafrika, in dem du mit etwas Glück Schimpansen, Waldelefanten und Zwergnilpferde, kaum größer als Shetlandponys, sehen kannst. Damit dieser Naturschatz erhalten bleibt, hat Liberia beschlossen, bis 2020 jegliche Abholzung zu stoppen.

Das Auswärtige Amt rät bei Reisen nach Liberia allerdings generell zu besonderer Vorsicht. Zwar sei die Sicherheitslage unter Kontrolle, aber fragil. Reisende sollten die lokalen Medien verfolgen, größere Menschenansammlungen meiden und Anweisungen von Sicherheitskräften befolgen.

Auch von nächtlichen Spaziergängen in der Hauptstadt Monrovia rät es ab. Vorsicht sei außerdem bei der Reise von und zum Roberts International Airport geboten. Frauen sollten aufgrund der häufigen Vergewaltigungsmeldungen nicht allein reisen.

Schulkinder schauen aus einem Fenster in Liberia.
Der Optimismus der Einwohner Liberias ist ansteckend. Foto: unsplash.com/Adrianna van Groningen

Platz 7: Die Niederlande

Eurovision-Fans haben unser Nachbarland für 2020 bestimmt schon auf dem Schirm: Nach dem ESC-Sieg von Duncan Laurence findet der nächste Eurovision Song Contest in den Niederlanden statt. Außerdem feiern die Niederlande den 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs – genauso wie übrigens andere Länder in Europa.

Ganz im Zeichen vieler anderer Länder in den Top 10, die vermehrt auf nachhaltigen Tourismus setzen, empfiehlt der „Lonely Planet“ außerdem Radtouren auf den insgesamt mehr als 35.000 Kilometer langen Radwegen der Niederlande.

Häuser der Stadt Deventer spiegeln sich im Wasser.
Mehr als Amsterdam: Städte wie Deventer beweisen, was für Kleinode es in den Niederlanden zu entdecken gibt. Foto: unsplash/Bart Ros

Platz 6: Costa Rica

Die Artenvielfalt in Costa Rica ist längst kein Geheimnis mehr. Kein Wunder, dass nachhaltige Entwicklung dem kleinen Land zwischen Atlantik und Pazifik besonders wichtig ist. Bereits jetzt stammen 90 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen, und 2020 könnte Costa Rica das erste CO2-neutrale Land der Welt werden.

Wer seinen Adrenalinpegel 2020 in die Höhe schnellen lassen möchte, kann das bei Vulkanwanderungen oder beim Ziplining tun. Entspannung versprechen dagegen zahlreiche Yoga-Retreats und Spas. Fest steht: Das Motto „Pura Vida“ – das pure Leben – ist in Costa Rica mehr als eine leere Floskel.

Aber vorsicht: Die Regenzeit in Costa Rica kann ihre Tücken haben.

Drohnenaufnahme von der Küste in Costa Rica, Mittelamerika.
Zwischen Traumstränden, Vulkanen und Regenwald: Costa Rica bedeutet nicht umsonst übersetzt „reiche Küste“. Foto: unsplash.com/Atanas Malamov

Platz 5: Königreich Eswatini (Swasiland)

Swasiland, das offiziell Königreich Eswatini heißt, ist dem „Lonely Planet“ zufolge eines der am wenigsten besuchten Reiseziele im Süden Afrikas. Zu Unrecht, trumpft das Land doch mit einer abwechslungsreichen Landschaft, in der sich Löwen, Nilpferde und Elefanten wohlfühlen, auf. Die traditionellen Swasi-Kulturfestivals runden eine Reise ab.

Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Eswatini kommt es dem Auswärtigen Amt zufolge immer wieder zu Demonstrationen und Protesten. Urlauber sollten deshalb Demonstrationen und größere Menschenansammlungen meiden, sich an Anweisungen der Sicherheitskräfte halten und über die Lage vor Ort informieren. Die Kriminalitätsrate ist aber niedriger als in den Nachbarländern Südafrika und Mosambik.

Ein Zebra und eine Antilope in grüner Landschaft in Swasiland (Königreich Eswatini).
Swasilands tierische Bewohner können Urlauber bei Safaris erspähen. Foto: unsplash.com/Bas de Korte

Platz 4: Aruba

Die bunten Häuser von San Nicolas zwischen Street-Art und Karneval, traumhafte Karibikstrände und neue Initiativen für den Umweltschutz: Das alles macht Aruba zu einem lohnenden Reiseziel für 2020. Aruba hat nicht nur beschlossen, Einweg-Plastikprodukte wie Strohhalme, Plastiktüten und -becher zu verbieten. Auch Sonnenschutzmittel mit schädlichen Inhaltsstoffen wurden verbannt, zum Schutze der Korallenriffe entlang der Küste.

Im Westen der Insel gibt es jetzt sogar ein klimaneutrales Hotel für umweltbewussten Karibikurlaub. Die palmengesäumten Strände tun natürlich ein Übriges, dass sich Urlauber in Aruba rundum wohlfühlen.

Meeresschildkröte vor Aruba, Karibik.
Auch das sind die Niederlande: Die kleine Karibikinsel Aruba gehört zum Königreich der Niederlande. Foto: unsplash.com/David Troeger

Platz 3: Nordmazedonien

Mit Griechenland hat Nordmazedonien ein beliebtes Reiseland als Nachbarn. Doch nach Nordmazedonien selbst verirren sich kaum Urlauber – noch. Bis 2018 hieß das Land nur Mazedonien. Bekannt ist es für die Landesküche, tief verwurzelte Traditionen und einer wunderschönen Landschaft.

Dank neuer Flugverbindungen, zum Beispiel an den See Ohrid, der zum Unesco-Weltnaturerbe zählt, kannst du die Natur künftig noch besser erreichen. Und kürzlich wurde der fast 500 Kilometer lange Wanderweg High Scardus Trial eröffnet, auf dem du entlang dramatischer Berggipfel wanderst. reisereporterin Nadine Wolter empfiehlt dagegen einen Roadtrip über den Balkan von der Hauptstadt Skopje nach Belgrad.

Eine Frau steht vor einem See in Nordmazedonien.
Die Natur von Nordmazedonien ist atemberaubend und vielfältig – Zeit für ein Outdoor-Abenteuer! Foto: unsplash.com/Blagoja Koleski

Platz 2: England

England befindet sich noch immer in den Wirrungen des nahenden Brexits. Für „Lonely Planet“ ist das aber kein Grund, das Land nicht fast an die Spitze der Top 10 zu setzen. Grund dafür ist unter anderem ein Rekord-Wanderweg: 2020 eröffnen weitere Abschnitte des England Coast Path. Sobald dieser fertig ist, soll er der längste gewartete und ausgeschilderte Küstenwanderweg der Welt sein. 

Auf immerhin fast 3.000 Meilen (umgerechnet rund 4.800 Kilometer!) kannst du dann die rauen Klippen und malerischen Strände Englands erwandern. Vielleicht siehst du dabei sogar Delfine oder findest uralte Fossilien. 

Auch der reisereporter empfiehlt dir für das kommende Jahr einen Abstecher über den Ärmelkanal: Bristol ist einer der „reisereporter Top Places 2020“

Ein steiler Küstenabschnitt in England, Vereinigtes Königreich.
Die Küste Englands erwandern? Für den „Lonely Planet“ eine der Top-Aktivitäten für 2020. (Symbolfoto) Foto: unsplash.com/Daan Huttinga

Platz 1: Bhutan

Der erste Platz des Rankings für 2020 ist ein wahrhaft exklusives Reiseziel. Bhutan öffnet sich erst langsam für den Tourismus – und zwar so sanft, dass das Reiseziel von Urlaubern eine hohe tägliche Gebühr verlangt, um Overtourism gleich im Keim zu ersticken.

Wer sich davon nicht abschrecken lässt, erlebt in Bhutan ein Paradies im Himalaya mit von Pinienwäldern bedeckten Bergen, an die sich buddhistische Klöster klammern. Die Umwelt und ihre Bewahrung hat für das Königreich oberste Priorität. Schon jetzt ist es das erste CO2-negative Land der Welt. Das heißt, dass aufgrund der großen Wälder mehr CO2 in Sauerstoff umgewandelt wird, als die Bewohner verursachen.

Um die Waldflächen zu schützen, wurde übrigens in der Verfassung festgelegt, dass die von Bäumen bedeckte Fläche nie weniger als 60 Prozent betragen darf. Bei so viel Naturverbundenheit wundert es kaum, dass die Einwohner Bhutans als einige der glücklichsten der Welt gelten – obwohl das Land nicht besonders reich ist. Das könnte auch daran liegen, dass die nur rund 700.000 Einwohner kostenlose Bildung und Gesundheitsvorsorge genießen.

Übrigens hat sich auch der reisereporter kürzlich in Bhutan umgeschaut. In diesem 360-Grad-Video nehmen wir dich mit:

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Das könnte dich auch interessieren