Australien: Klettern auf dem Uluru ist jetzt verboten – hohe Strafen

Klettern auf dem Uluru ist jetzt verboten – hohe Strafen

Am 25. Oktober 2019 dürfen zum letzten Mal Besucher auf den Uluru klettern. Ab dann ist das Besteigen des Monolithen verboten. Wer dagegen verstößt, muss mit hohen Geldbußen rechnen.

Touristen stehen Schlange, um auf den Uluru zu klettern.
Kurz vor dem Verbot wollten besonders viele Urlauber ein letztes Mal den Uluru erklimmen.

Foto: imago images/AAP/Lukas Coch

Der UIuru, auch als Ayers Rock bekannt, ist eines DER Wahrzeichen Australiens. Wie aus dem Nichts drückt sich der 348 Meter hohe Monolith aus dem roten Boden des australischen „Red Center“. Besonders kommt der Uluru, der übrigens einen Umfang von 9,4 Kilometern hat, bei Sonnenauf- oder -untergang zur Geltung. Dann erstrahlt er im warmen Sonnenlicht.

Kein Wunder, dass der Uluru jedes Jahr Hunderttausende Besucher ins Northern Territory lockt. Sie erkunden den Koloss zum Beispiel bei verschiedenen Wanderungen, von Aussichtspunkten oder bei Klettertouren – bis jetzt. Denn ab dem 26. Oktober sind die verboten. Nur noch bis 16 Uhr (Ortszeit) am 25. Oktober durften Touristen auf den Uluru klettern. Denn der liegt im heiligen Gebiet der australischen Ureinwohner.

Video: Klettern auf dem Uluru ist ab sofort verboten

Touristen riskierten auf dem Uluru ihr Leben – und nutzten ihn als Klo

Die lokalen Ureinwohner, die Anangu, hatten Besucher schon vor dem offiziellen Verbot gebeten, den Uluru aus Respekt vor seiner besonderen Bedeutung nicht zu erklimmen. Sie machten auch darauf aufmerksam, wie gefährlich eine Klettertour auf dem Monolithen sein könne: Mindestens 37 Kletterer sind dort bislang ums Leben gekommen, berichtet „news.com.au“. Dazu kämen mehrere Verletzungen – jede Woche.

Offenbar sollen einige Touristen den Uluru auch als Toilette genutzt haben: Einige Kletterer hätten auf dem Felsen ihre kleinen und großen Geschäfte oder benutzte Windeln ihrer Kinder hinterlassen, so „news.com.au“.

In den Wochen vor dem Kletterverbot strömten dennoch Hunderte Touristen zum Uluru, um ihn zu besteigen. Bevor das Kletterverbot angekündigt wurde, stiegen pro Tag nur rund 140 Besucher auf den Felsen. Danach schoss die Zahl rasant in die Höhe: Zwischen 300 und 500 Kletterer haben den Uluru nach der Ankündigung täglich erklommen.

Den Entschluss, Klettertouren auf den Uluru zu verbieten, hatte die Verwaltung des Uluru-Kata-Tjuta-Nationalparks schon 2017 mit 18-monatiger Vorlaufzeit verkündet. Der 26. Oktober ist dabei kein zufälliges Datum: Dann jährt sich der Tag, an dem der Uluru und die Kata-Tjuta-Felsen an die Ureinwohner zurückgegeben wurden, zum 34. mal.

„Dies ist ein besonderer Moment für alle Australier und markiert ein neues Kapitel in unserer Geschichte“, so Verwaltungsmitglied und Nationalpark-Direktorin Sally Barnes. „Es zeigt deutlich, dass Land und Kultur bei der Verwaltung dieses Ortes für alle Australier und unsere Besucher aus aller Welt an erster Stelle stehen.“

Australien: Wer auf den Uluru klettert, riskiert Hunderte Euro Strafe

Gegner des Kletterverbots befürchten, dass nach dem 26. Oktober die Besucherzahlen am Uluru und in der Umgebung einbrechen könnten. Erste Zahlen scheinen das zu widerlegen: Park-Manager Michael Misso sagte, es gebe auch nach dem Stichtag hohe Buchungszahlen. Das könnte auch an einer anderen Attraktion liegen, die jetzt erst mal auf unbestimmte Zeit am Fuße des Uluru glimmen wird: das „Field of Light“.

Aufgrund seines hohen kulturellen und natürlichen Wertes gehört der Uluru zum Unesco-Weltkulturerbe. Wer gegen das Kletterverbot verstößt, riskiert eine Geldbuße von 630 australischen Dollar (umgerechnet knapp 390 Euro) und eine Strafverfolgung. Das berichten unter anderem „CNN“ und der „Sydney Morning Herald“.

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