Die Ankündigung kam quasi in letzter Minute: Erst am Freitagnachmittag hatte die Gewerkschaft des Kabinenpersonals Ufo verkündet, dass die Mitarbeiter der Lufthansa-Töchter Eurowings, Germanwings, SunExpress und Lufthansa Cityline zum Streik aufgerufen sind. Und zwar bereits am morgigen Sonntag, den 20. Oktober 2019, zwischen 5 und 11 Uhr. 

Update 20. Oktober: Am Sonntagmorgen hat die Ufo überraschend angekündigt, den Streik bis 24 Uhr zu verlängern. Alles zum aktuellen Stand der Streiks bei den Lufthansatöchtern hier.

Schon zu Beginn der Woche hatte die Ufo auch bei der Lufthansa zu Warnstreiks aufgerufen. Die wurden am Freitagnachmittag allerdings wenige Minuten nach der Ankündigung der zusätzlichen Streiks abgesagt. Der Grund: Der Lufthansa-Konzern hatte eingelenkt und eine Lohnerhöhung von 2 Prozent statt der geforderten 1,8 Prozent zugesagt. Dadurch wolle die Lufthansa ihren „starken Willen“ zeigen, „in die Lösung der dringenden Fragen für die Kabine einzusteigen“.

„Wir begrüßen die Lösungsbereitschaft der Lufthansa und arbeiten nun die Liste an weiteren drängenden Tarifthemen des Forderungspakets ab“, teilte Daniel Flohr, stellvertretender Vorsitzender der Ufo, mit. Unter anderem fordert die Gewerkschaft nun höhere Spesen und Purserzuschläge.

Streik am Sonntag: Eurowings und Lufthansa Cityline wollen keine Flüge ausfallen lassen

Auch wenn der Streik für die Lufthansa-Flugbegleiter abgesagt wurde: Bei den Tochter-Airlines findet der Arbeitsausstand statt. Eurowings bezeichnete den Streik als rechtswidrig und „behält sich vor, mögliche Schadensersatzansprüche gegen die Ufo geltend zu machen“, so die Airline auf ihrer Website.

Zunächst gehe Eurowings davon aus, den normalen Flugplan aufrechterhalten zu können. Dennoch sollten sich Passagiere, die für den bestreikten Zeitraum einen Flug gebucht haben, vor Abflug regelmäßig online über den Status ihrer Verbindung informieren. Wer die entsprechenden Kontakdaten hinterlegt habe, werde per Mail oder SMS über Änderungen informiert. 

Falls aufgrund des Streiks doch Flüge gestrichen werden, können betroffene Passagiere ihren Flug kostenlos umbuchen oder stornieren. Weitere Infos gibt Eurowings hier.

Auch ein Sprecher der Lufthansa Group sagte auf Nachfrage des reisereporters, dass es das klare Ziel sei, morgen keine Flüge der Lufthansa Cityline ausfallen zu lassen. SunExpress bemühe sich ebenfalls, die Auswirkungen auf die Passagiere so gering wie möglich zu halten, so eine Sprecherin: „Wir arbeiten mit Hochdruck an entsprechenden Personal-Reserven, um Ausfällen und Verspätungen nach all unseren Kräften vorzubeugen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind keine Flüge gestrichen.“