Auf den Straßen von Barcelona herrscht seit dem 14. Oktober Ausnahmezustand. Seit die Urteile im Prozess gegen zwölf katalanische Unabhängigkeitsunterstützer verkündet wurden, kommt es immer wieder zu Protesten und Auseinandersetzungen, die auch Reisende zu spüren bekommen. 

Am Donnerstagabend zündeten katalanische Separatisten unter anderem Barrikaden an und sollen die Polizei mit Molotow-Cocktails beworfen haben, wie „The Local“ berichtet. Bei den Straßenkämpfen wurden allein gestern Abend 18 weitere Menschen verhaftet und rund 19 verletzt.

Für den heutigen Freitag wurde zudem ein Generalstreik angekündigt. Von den Regionalbahnen soll deshalb nur gut ein Drittel fahren. Der Busverkehr wird während der Hauptverkehrszeit halbiert und den restlichen Tag auch nur zu einem Drittel aufrechterhalten. Davon betroffen sind auch die Verbindungen zum Flughafen. 

Dutzende Flugausfälle am Flughafen El Prat in Barcelona

Dort werden heute Dutzende Flüge ausfallen. Wie der Flughafenbetreiber Aena auf Twitter mitteilte, seien von den 979 geplanten Flügen am Freitagvormittag 55 gecancelt worden. Die Flughäfen Girona-Costa Brava und Reus seien bislang nicht von Flugausfällen betroffen.

Passagiere werden gebeten, den Status ihres Fluges bei ihrer Fluggesellschaft zu überprüfen. Außerdem sollten Reisende genügend Zeit für den Transfer zum Flughafen einplanen. Derzeit ist beispielsweise die C-31, eine der Zufahrtsstraßen, gesperrt. Deshalb könne es schwierig werden, zum Flughafen zu gelangen.

Barcelona: Chaos auf den Straßen

Auch die Straßenbahn verkehrt nur eingeschränkt, zahlreiche Straßen sind gesperrt, die Situation kann sich ständig verändern. Über die aktuelle Lage informieren die Stadtverwaltung auf ihrer Website und die katalonischen Rettungsdienste auf Twitter:

Auswärtiges Amt rät zu Vorsicht in Barcelona 

Das Auswärtige Amt rät außerdem, die Anweistungen der Sicherheitskräfte zu befolgen und bei Problemen die Tourismusbehörde der Stadt Barcelona unter der Telefonnumer +34 93 2853834 zu kontaktieren. Demonstrationen oder größere Menschenansammlungen sollten Urlauber weiträumig meiden.