Disneyland Paris: So magisch ist der Besuch bei Mickey Mouse und Co.

Disneyland Paris: So magisch ist der Besuch bei Mickey

Für viele ist die Begegnung mit Mickey Mouse der Höhepunkt im Disneyland Paris. Es gibt aber noch weitere Gründe, warum der Park jährlich 15 Millionen Menschen anlockt. reisereporter Zoran hat sich umgeschaut.

Der Besuch der Parade ist für viele Besucher des Disneyland Paris ein absolutes Muss. Selbstverständlich darf Mickey Mouse dabei nicht fehlen.
Der Besuch der Parade ist für viele Besucher des Disneyland Paris ein absolutes Muss. Selbstverständlich darf Mickey Mouse dabei nicht fehlen.

Foto: Disney

Was hat diese Kunstfigur nicht alles überlebt: einen Weltkrieg, den Sprung vom Schwarz-Weiß-Bild ins Farbfernsehen, unfassbar viel Konkurrenz aus dem eigenen Haus – vom hektischen Donald Duck über die bezaubernde Prinzessin Elsa bis zum schaurig-steifen Darth Vader, der seit 2012 auch zur Walt-Disney-Familie gehört.

Und dennoch ist sie immer noch da, die Nummer eins: Mickey Mouse, die wohl bekannteste Kunstfigur der Welt. Sie ist der Gründungsmythos des Walt-Disney-Imperiums – und der vergleichsweise unaufgeregte König von jedem Disneyland. Auch vom Disneyland in Paris.

Von Mickey Mouse geht eine besondere Magie aus

Noch 90 Jahre nach dem ersten Auftritt in einem Cartoon geht von König Mickey eine gewisse Magie aus. Und die erfasst nicht nur Großeltern, Eltern und die anderen Erwachsenen, die keinen Nachwuchs als Alibi für einen Disneyland-Besuch brauchen.

Auch die Kinder, die heute eher mit „Cars“, „Toy Story“ und der „Eiskönigin“ aufwachsen, stehen in dem unscheinbaren Gebäude am Rande des Freizeitkomplexes geduldig in einer Schlange, die sich durch einen als Kino getarnten Wartesaal zieht. Über die Leinwand ruckeln zum Zeitvertreib minimalistisch wirkende Stummfilme mit Mickey Mouse und ziehen die pixelverwöhnte Playstation-Generation dennoch in ihren Bann.

Für das große Schloss ließ sich Walt Disney vom bayerischen Neuschwanstein inspirieren.
Für das große Schloss ließ sich Walt Disney vom bayerischen Neuschwanstein inspirieren. Foto: Zoran Pantic

Vor der Audienz beim großen Star wird ihm erst einmal gehuldigt. Und endlich bei ihm angekommen, gibt es das langersehnte Foto. Alle lächeln selig in die Kamera. Die Kinder, weil Mickey so süß zu ihnen ist. Ihre Eltern, weil sich dieser Moment so anfühlt, als wäre man mit einem sanften Händedruck zurück in die eigene Kindheit gezogen worden. Und Mickey natürlich auch, weil diese große Maske auf dem Kopf des Disneyland-Paris-Mitarbeiters nun einmal keine andere Gesichtsregung hergibt. Es ist der wohl rührendste Moment, den Disneyland zu bieten hat.

Disneyland Paris besteht aus zwei großen Bereichen

Wieder draußen hat einen das lebendige Gewusel des Freizeitparks sofort wieder eingefangen. Seit seiner Gründung im Jahr 1992 vor den Toren der französischen Hauptstadt haben dieses imposant-kitschige Stück amerikanischer Erfolgsgeschichte unfassbare 320 Millionen Menschen besucht.

Heute besteht das Herz der Anlage aus zwei großen Kammern: dem Disneyland-Park, der sich mit seinen Themenwelten Main Street, Frontierland, Adventureland, Fantasyland und Discoveryland um ein imposantes Zentrum gruppiert – dem Dornröschenschloss, für das sich Walt Disney von der bayerischen Prunkburg Neuschwanstein inspirieren ließ.

Gleich nebenan liegt der Walt Disney Studios Park, wo Parkbesucher ein Stück weit hinter die Kulissen der Erfolgsgeschichten schauen. Oder wo man selbst für einen kurzen Moment zu einem Teil davon wird.

Auf dem Gelände des Disneyland Paris tauchen Parkbesucher auch in die Welt der Feinschmecker-Ratte Rémy von „Ratatouille“ ein.
Auf dem Gelände des Disneyland Paris tauchen Parkbesucher auch in die Welt der Feinschmecker-Ratte Rémy von „Ratatouille“ ein. Foto: Disney

Im „Ratatouille“-Ride durch die Welt der Ratte Rémy

Vor allem für Kinder im Grundschulalter und für Erwachsene, deren Nervenkostüm nur begrenzte Beschleunigungen und Tempowechsel in Fahrgeschäften erlauben, ist ein Abstieg in die Welt von „Ratatouille“ ein echter Genuss. Man wird Teil der Geschichte um die Feinschmecker-Ratte Rémy, die mit ihren Freunden die Küche eines französischen Edelrestaurants für sich erobert. Dafür muss man nicht viel tun.

In einer temporeichen Fahrt in kleinen Gondeln durch ein 3-D-Kino sieht man die Welt von Rémy mit eigenen Augen. Wenn die Köche mit einem Wischmopp nach der Ratte schlagen, ziehen alle aufgeregt-erschrocken die Köpfe ein. Und wenn die Ratten eine Schampusflasche köpfen, während der Flaschenhals in die Richtung des Betrachters zeigt, sorgen ein lauter Knall und Wasserspritzer im Gesicht dafür, dass man endgültig das Gefühl hat, mittendrin zu sein. Das gelingt so gut, dass dieses „Ratatouille“-Erlebnis nun auch im Disneyland Orlando nachgebaut wird.

Einfach nur raus will man dagegen aus dem „The Twilight Zone“-Tower-of-Terror – vorausgesetzt man bringt während der Fahrt noch so viel Hoffnung zusammen, dass man den letzten Funken Lebenslust noch in sich spürt. Relativ schnell setzt hier nach Fahrtbeginn ein Fluchtreflex ein, allerdings ist es dann auch schon viel zu spät, um den auszuleben.

Meistens sind die Eltern danach erschrockener als ihre Kinder.

David Scordia, ehemaliger Disneyland-Mitarbeiter über den Tower of Terror

Am Eingang gab es zuvor für die Kinder den Größencheck. 1,02 Meter ist hier die Mindestvoraussetzung. Was soll einem schon passieren, wenn schon so kleine Knirpse reindürfen? Und auch David Scordia, der viele Jahre im Disneyland Paris gearbeitet hat und heute für die Vienna-House-Hotels vor den Toren des Freizeitparks als Kommunikationschef tätig ist, zeigt Gelassenheit: „Meistens sind die Eltern danach erschrockener als ihre Kinder.“ Das mag im ersten Moment Mut machen. Tatsächlich weiß man nach der Fahrt in dem verrücktesten Aufzug der Welt, dass der Mann einen so feinen Sinn für Humor hat, dass man erst Stunden später darüber lachen kann.

Bei der Parade durch den Park dürfen die Figuren aus „Die Eiskönigin – völlig unverfroren“ nicht fehlen.
Bei der Parade durch den Park dürfen die Figuren aus „Die Eiskönigin – völlig unverfroren“ nicht fehlen. Foto: Disney

Ob Orlando, Tokio oder Hongkong – der Aufbau ist immer ähnlich

Vieles, was einen vor den Toren von Paris erwartet, lässt sich auch in den anderen Disneyland-Parks finden. Ob Orlando, Tokio oder Hongkong – der Aufbau ist immer ähnlich. Und die Parks ziehen verlässlich große Massen an Menschen an. In Anaheim, der Mutter aller Disneyland-Welten, sind es 25 Millionen im Jahr, in Paris 15 Millionen.

Im französischen Disneyland sind die Attraktionen Adventureland und Big Thunder Mountain dagegen größer als im kalifornischen Original, sagt Scordia. Und die große Parade mit Mickey, Goofy und den „Eiskönigin“-Figuren ist überall ein echter Höhepunkt des Tages.

Auch Electro-Parties gehören zum Programm

Walt Disney, so ist es überliefert, wollte mit der Gründung des ersten Disneylands einen Ort schaffen, an dem Kinder und Erwachsene zusammen Spaß haben können. Ein Gedanke, der an die verschiedensten Plätze der Welt verpflanzt wurde und auch in Paris gedeiht. Und der mit der Zeit weiterentwickelt wurde.

Mittlerweile können Kinder und Erwachsene den Spaß auch nacheinander haben. So hat sich im Sommer die Electroland-Reihe im französischen Disneyland etabliert. Vor dem Tower of Terror legten an einem heißen Juli-Wochenende international erfolgreiche DJs ihre House- und Techno-Hits auf, zappelten Tausende Fans elektronischer Musik zum Rhythmus der Klänge bis tief in die Nacht.

Der Tower of Terror im Disneyland Paris wird einmal jährlich zur Kulisse für eine Electroland-Party.
Der Tower of Terror im Disneyland Paris wird einmal jährlich zur Kulisse für eine Electroland-Party. Foto: Disney

Es ist nicht die einzige Sonderkonjunktur für den Freizeitpark. So gibt es hier mittlerweile auch Laufveranstaltungen, Jazz-Konzertreihen und natürlich Halloween-Aktionen. Am erfolgreichsten sei jedoch die Vorweihnachtszeit, sagt Disneyland-Experte Scordia. „Da kommen mehr Menschen als im Sommer in den Ferien“, sagt er, „auch bei schlechtem Wetter.“ Der Spaß hört eben nie auf.

Tipps für deine Reise ins Disneyland Paris

Anreise: Spartickets für Zugverbindungen nach Paris sind ab knapp 70 Euro buchbar. Von verschiedenen deutschen Flughäfen gibt es Direktflüge. Tickets sind ab etwa 130 Euro erhältlich. Von den Flughäfen Charles de Gaulle und Orly fahren Züge direkt ins Disneyland. Die TGV-Verbindung vom Flughafen Charles de Gaulle zum Bahnhof Marne la Vallée-Chessy, der direkt vor dem Eingangsbereich des Disneylands liegt, braucht gerade mal zehn Minuten (etwa 25 bis 28 Euro pro Person). Von den beiden großen Flughäfen führt auch eine Buslinie (Magical Shuttle) zum Ziel. Für etwa 23 Euro (Kinder 10 Euro) werden die Gäste direkt zu einem der 15 Disney- und Partnerhotels im Disneyland gebracht.

Beste Reisezeit: Das Disneyland Paris hat ganzjährig geöffnet. In den Sommerferien und in der Vorweihnachtszeit wird es voll. Wen kaltes Wetter nicht stört, hat zu Jahresbeginn gute Chancen auf einen Besuch ohne lange Schlangen. Es lohnt sich ein Blick auf den Eventkalender des Disneylands. Events wie die Electroland-Nacht, Laufveranstaltungen (Run Disney Weekend) oder Jazz-Konzerte sorgen auf dem Gelände für Abwechslung. Zudem gibt es viele Themenwochen.

Unterkünfte: Auf dem Disneyland-Gelände gibt es sechs Disney-Hotels (zwei bis fünf Sterne) und acht Partnerhotels. Das Vienna International Magic Circus Hotel bietet 396 Zimmer, von denen ein Großteil neu gestaltet wurde. Zimmer für zwei Erwachsene und zwei Kinder sind für 139 Euro (inklusive Frühstück) pro Nacht buchbar. Übernachtungen im Doppelzimmer kosten 109 Euro.

Eintrittskarten: Tickets für den Besuch in einem der beiden Parks kosten an der Tageskasse 87 Euro (Kinder 80 Euro). Für beide Parks zahlen Erwachsene 107 Euro, Kinder 100 Euro. Mit einem Fastpass kann man Wartezeiten an den Attraktionen verringern. Günstigste Variante ist der Familien-Fastpass (gilt für drei Attraktionen), der pro Person in der Nebensaison 30 Euro kostet, in der Hauptsaison 45 Euro. Mit der Luxusvariante (Ultimate Fastpass) für unbegrenzte Nutzung aller Attraktionen werden zusätzlich 120 Euro (Hauptsaison 150 Euro) pro Person fällig.

Die Reise wurde unterstützt von Vienna House. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.

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