Pro Tag legen im Hafen von Palma de Mallorca bis zu sechs Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig an. Tausende Passagiere strömen dann in die Innenstadt – zu viel, finden viele Bewohner der Baleareninsel Mallorca und fordern ein Verbot der riesigen Schiffe. Doch das liegt nicht in der Hand der Inselverwaltung.

Mallorca: Palma will weniger Kreuzfahrtschiffe

Im vergangenen Juli sammelten die Einwohner Mallorcas 10.000 Unterschriften von Kreuzfahrt-Gegnern und legten diese der Balearen-Regierung vor. Die Forderung: Statt vier bis sechs Kreuzfahrtschiffen soll nur noch ein kleines Touristenschiff pro Tag im Hafen von Palma anlegen dürfen.

Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma de Mallorca.
Bis zu sechs Kreuzfahrtschiffe legen in Palma pro Tag an. Foto: imago images/photo2000

Der Grund für den Protest ist unter anderem der Lärm, den die riesigen Schiffe verursachen, und die Flut an Touristen in der Innenstadt, die Mallorcas Overtourism-Problem ankurbelt. Und auch Klimaschützer rufen die Pötte auf den Plan: Die Umwelt leidet unter der Vielzahl der Schiffe, in einem Ranking landete Mallorca auf dem zweiten Platz jener Städte, deren Luft am stärksten durch Kreuzfahrtschiffe verpestet wird.

Doch jetzt meldete sich der Chef der spanischen Häfen, Salvador de la Encina, zu Wort und machte der Insel-Regierung und der Stadtverwaltung von Palma deutlich, dass ihnen eine Regulierung der Schiffe nicht zustände, berichtet das „Mallorca Magazin“. Die Reedereien sollten sich stattdessen selbst regulieren.

Streit um Kreuzfahrt-Begrenzung in Palma: Bisher keine Lösung 

Dafür soll es sogar Unterstützung von der spanischen Zentralregierung geben: Auch sie soll den Balearen und der Stadt Palma eine Begrenzung untersagt haben. Einen Lichtblick für die Einwohner gibt es aber doch noch. Der internationale Verband der Kreuzfahrtunternehmen CLIA (Cruise Lines International Association) zeigte bereits seine Bereitschaft, eine Lösung für das Problem im Hafen von Palma zu finden. Ob die Insel wirklich eine Beschränkung der Schiffe erreichen wird, bleibt jedoch abzuwarten.