Weil zu viele Menschen irgendwo im Nirgendwo landeten, nachdem sie den Verbindungen des Online-Kartendienstes Google Maps folgten, verbannt eine italienische Stadt den Google-Service. Straßenschilder in Baunei sollen die Autofahrer warnen: „Do not follow the directions of Google Maps“ (deutsch: „Folge nicht den Google-Maps-Anweisungen“).

Straßenschilder warnen vor Google Maps

„Zu viele Autos bleiben auf den kleinen, unbefahrbaren Wegen stecken, manchmal sogar Geländewagen“, erklärt Salvatore Corrias, der Bürgermeister von Baunei, der italienischen Nachrichtenagentur „Ansa“. „Und alles nur, weil die Autofahrer den Anweisungen von Google Maps folgen, die aber oft, wie auch auf unseren Straßen, irreführend sind.“

Baunei ist eine Gemeinde mit 3.600 Einwohnern auf Sardinien in Italien. Die kleine Stadt ist durch steile Felswände vom Meer getrennt. Kurvige und schmale Straßen führen die Hügel hinauf. Wenn Autofahrer den Google-Maps-Anweisungen folgen, während sie durch Baunei fahren, landen sie oft auf engen Wanderwegen, die auch nur für Wanderer gedacht sind.

Google Maps auf einem Smartphone.
Baunei auf Sardinien verbannt Google Maps. Der Online-Kartendienst leitete 144 Autofahrer falsch, die anschließend „gerettet“ werden mussten. (Symbolbild) Foto: imago images/ZUMA Press/Jaap Arriens

144 Rettungseinsätze in Baunei auf Sardinien

Auf den engen Wegen können die Autos nicht wenden und kommen ohne Hilfe nicht mehr zurück – dann müssen sie „gerettet“ werden. Diese Rettungseinsätze sind nicht nur teuer für die Gemeinde, sondern auch für die Urlauber, die gegebenenfalls entstandene Schäden an ihrem Auto häufig selbst bezahlen müssen. In den letzten zwei Jahren kam es zu 144 Rettungseinsätzen, kritisiert Salvatore Corrias.

„Wir haben Google kontaktiert, damit sie den Autofahrern keine unbefahrbaren Straßen mehr vorschlagen“, fügt Corrias hinzu. „Sie antworteten, dass sie das überprüfen würden, aber bisher ist nichts passiert.“ Deshalb stehen jetzt in der ganzen Stadt Straßenschilder, die die Autofahrer warnen sollen.