„Lust auf Berge?“ Kritik für Busen-Werbung von Bad Harzburg im Harz

„Lust auf Berge?“ Kritik für Busen-Werbung für den Harz

Ein tiefes Dekolleté in Reizwäsche, darauf der zweideutige Spruch „Lust auf Berge?“: Damit will das sonst eher gediegene Bad Harzburg Touristen in den Harz locken. Doch die Werbeaktion ging nach hinten los.

Der Blick von der Rabenklippe nahe Bad Harzburg.
Die Berglandschaft im Harz – Naturjuwel und Erholungsgebiet. Kriegt man damit junge Leute aus der Stadt? Der Kurort Bad Harzburg versuchte es auf anderem Wege. (Symbolfoto)

Foto: imago/ZUMA Press

Urlaub im Harz: Das steht für Familienzeit, ausgedehnte Wanderungen durch die Berglandschaft, Öko-Reisen und Wintersport. Das staubige Image einer verschlafenen Seniorenhochburg will die Region in Nord- und Mitteldeutschland schon lange loswerden. Die Stadt Bad Harzburg hat sich dafür eine pikante Werbeaktion einfallen lassen.

Viel Haut und ein frecher Spruch: Auf Flyern und Postkarten springt einem ein praller Busen förmlich ins Gesicht – die „bergige Landschaft“ soll also für die Vorzüge des Harzer Kurorts werben? Verteilt wurden diese in Hamburg – in den sozialen Medien hagelte es Kritik, berichtet die Lokalzeitung „Harz Kurier“.

Busen-Werbung sexistisch? Bad Harzburg stoppt Aktion

Als sexistisch und wie eine Werbung aus den 1970er-Jahren soll der Druck bezeichnet worden sein. Damit dürfte gemeint sein, dass Frauen in ein altmodisches Rollenbild gepresst und auf ihr Aussehen reduziert würden. Das stand dem Stadt-Marketing gar nicht im Sinn: Man habe mit der augenzwinkernden Werbung weltoffene und tolerante Menschen in urbanem Umfeld ansprechen wollen.

Offenbar löste die Aktion auch außerhalb des Internets eine Debatte aus: So soll sich der Werberat eingeschaltet haben, gemeinsam soll sich das Stadtmarketing mit diesem auf ein Ende der Werbekampagne geeinigt haben. Der Grund: Nacktheit sei nicht generell sexisitisch, kritisch sei aber die „ausschließliche Fokussierung auf ein Dekolleté, wenn die Frau ohne Kopf und ohne jeglichen Produktbezug dargestellt wird“.

Urlaub im Harz: Mehr Action und Abenteuer, als du denkst

Es ist nicht das erste Mal, dass der Harz versucht, sein biederes Image abzulegen. Im Luftkurort und Wintersport-Domizil Braunlage rodelten (fast) Nackte im Rahmen eines Events die Piste runter. Gefeiert wurde das „Nacktrodeln“ von teilweise 17.000 Zuschauern.

Mittlerweile wurde die vom Radiosender 89.0 RTL veranstaltete Party eingestampft, doch auf Action, Spaß und Adrenalin – und Kleidung – müssen Harz-Urlauber nicht verzichten. In Braunlage lockt der Wurmberg auch im Sommer und ohne Skier mit rasanten Abwärtsfahrten auf den „Monsterrollern“ oder auf Fahrrädern durch den Downhill-Park.

Nervenkitzel gibt es im Ostharz: Dort sausen Besucher an einer Mega-Zipline über die Rappbode-Talsperre, pendeln auf einer riesigen Schaukel über dem Wasser – oder spazieren auf einer Seilhängebrücke. Angeboten wird das von „Harzdrenalin“.

Würdest du dich trauen? Eines der Highlights für Adrenalin-Junkies im Harz.
Würdest du dich trauen? Eines der Highlights für Adrenalin-Junkies im Harz. Foto: imago images / Henning Scheffen

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