Tierschutz: Booking.com und Airbnb streichen Seaworld und Loro Parque

Tierschutz: Booking.com und Airbnb boykottieren Seaworld

Keine Toleranz mehr für Seaworld und dessen Tierattraktionen: Booking.com und Airbnb schließen sich TripAdvisor an und verbannen Anlagen von der Buchungsplattform, die mit Tierschutz nicht vereinbar sind.

Zirkusshows, bei denen Meeressäuger Kunststücke vorführen – für Besucher bei Seaworld ein Highlight, für Tierschützer pure Tierquälerei. (Symbolfoto)
Zirkusshows, bei denen Meeressäuger Kunststücke vorführen – für Besucher bei Seaworld ein Highlight, für Tierschützer pure Tierquälerei. (Symbolfoto)

Foto: imago images / Xinhua

Ein klares Zeichen gegen wilde Tiere in Gefangenschaft als Geldquelle für den Tourismus wollen nun die Buchungs-Giganten Booking.com und Airbnb setzen. Nach Gesprächen mit der Tierschutzorganisation Peta haben beide Konzerne den Entschluss gefasst, zukünftig kritische Attraktionen aus dem Angebot zu streichen.

Dabei geth es auch um die umstrittenen Delfin- und Orca-Shows, für die die Freizeit- und Themenparks Seaworld und der Loro Parque auf Teneriffa bekannt sind.

Erfolg für Peta: TripAdvisor, Booking und Airbnb wollen Seaworld und ähnliche Parks streichen

Die Tierschutzrechtler bezeichnen diesen Schritt als „wunderbaren Erfolg“, zu dem auch TripAdvisor beigetragen habe. Das Portal hatte bereits Anfang Oktober verkündet, ab Ende dieses Jahres nicht mehr für „tierquälerische Tourismusangebote“ zu werben.

Damit sind sich die drei großen Touristikwebsites einig: Tourismus darf nicht auf Kosten des Tierwohls gehen. Airbnb bietet Nutzern eine Art Kompass und führt seit Kurzem unter der Kategorie „Entdeckungen“ keine Aktivitäten mehr auf, die einen direkten Kontakt zwischen Mensch und Tier erlauben.

Airbnb will „ethische“ Tierreisen unterstützen – ehrenamtliche Tierschutzprojekte

Stattdessen haben Urlauber die Wahl zwischen 1.000 Entdeckungen mit mehr als 300 Tierarten, darunter einige gemeinnützige Projekte. „Wir wissen, dass Menschen Tiere lieben und sie auf Reisen beobachten und erleben möchten, aber wir wissen auch, dass sie Tiere in ihrer natürlichen Umgebung so sehen wollen, dass ihr Wohlbefinden nicht beeinträchtigt wird“, so Alesia Soltanpanah, Executive Director von World Animal Protection, die zusammen mit Airbnb entsprechende Tierschutzrichtlinien für angebotene Aktivitäten ausgearbeitet hat.

Bei dieser Airbnb-Entdeckung können Menschen dabei helfen, zurückgelassene Hunde um Tschernobyl zu retten.
Urlauber sollen auf Reisen zwar mit Tieren interagieren, sie dabei aber nicht in ihrem natürlichen Umfeld stören. Bei dieser Airbnb-Entdeckung können Menschen dabei helfen, zurückgelassene Hunde um Tschernobyl zu retten. Foto: Airbnb

Diese Richtlinien umfassen zahlreiche Punkte, unter anderem zu den Themen Umgang mit Wildtieren und Nutztieren, Meeressäugetiere, verantwortungsvolles Reisen und erweiterte Gastgeberaktivitäten, die den Kontakt mit Tieren beinhalten. Darüber hinaus würde Airbnb alle Maßnahmen in der gesamten Branche begrüßen, die das Wohlergehen der Tiere verbessern.

Auf reisereporter-Nachfrage heißt es seitens Booking.com: „Sollten wir jemals von Aktivitäten oder Verhaltensmustern erfahren, die den Tierschutz gefährden und gegen diese Richtlinien verstoßen, so prüfen wir dies unverzüglich und werden Partner von unserer Website entfernen, bis ein Ergebnis vorliegt“. Wie Airbnb arbeitet Booking.com auch mit der World Animal Protection zusammen.

Die insolvente Thomas Cook setzte den Seaworld-Boykott bereits 2018 durch – Tui bietet weiterhin Tickets für den Loro Parque an.

Meeres-Themenparks wird Tierquälerei vorgeworfen – trotzdem kommen Millionen Besucher

Negative Wesensveränderungen, Verletzungen und aggressive Dressurmethoden: Seaworld und der Loro Parque stehen immer wieder wegen des Vorwurfs der Tierquälerei in der Kritik. Beide Themenparks versichern jedoch, die Tiere artgerecht zu halten und das in engmaschigen Kontrollen durch Experten prüfen zu lassen. 

Seaworld hat zu den aktuellen Entwicklungen Stellung bezogen: „Wir sind über die neue Einstellung von TripAdvisor enttäuscht“, heißt es auf reisereporter-Nachfrage. Der Bildungswert und der Umwelt- und Tierschutz würden ignoriert.

Und die Besucher legitimieren den Tiertourismus in gewisser Weise – Millionen wollen weltweit die Shows mit Meeressäugern sehen. Tierschutzorganisationen rufen deshalb Urlauber dazu auf, solche Anlagen und Tierparks zu meiden.

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