Der Walchensee ist ein echtes Naturjuwel, er ist einer der tiefsten und zugleich größten Alpenseen in Deutschland. Das wollen immer mehr Menschen sehen, und der Ansturm sorgt vor allem in der Sommersaison für verstopfte Straßen und völlig vermüllte Ufer. 

Demo gegen Auswirkungen des Touristenansturms am Walchensee

Im August machten Ekelbilder die Runde von überquellenden Mülleimern, völlig verdreckten Toiletten sowie zugeparkten Wiesen und Privatgrundstücken. Unter dem Motto „Uns stinkt’s“ demonstrierten am Sonntag rund 200 Bürger in Walchensee gegen die Verkehrsbelastung und die Folgen des Massentourismus, das berichtet der „Merkur“.

Die Situation werde immer schlimmer, sagt Demo-Mitorganisator Frank Sommerschuh. Einer der Gründe: Der Großraum München wächst pro Jahr um 30.000 Einwohner. Und viele von ihnen verbringen ihre Freizeit im Bayerischen Oberland, der Walchensee ist von der Landeshauptstadt nur 75 Kilometer entfernt. 

 Auch Bürgermeister Thomas Holz (CSU) kam zur Demo. „Ganz Walchensee ist genervt vom Ausflugsverkehr“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Die Verkehrsbelastung müsse reduziert werden, „denn so kann es nicht weitergehen.“ Bei den Toiletten sei eine ökologische Variante in der Testphase.

Maßnahmen gegen Massentourismus am Walchensee

Und in Bezug auf die Müllsituation appelliert Holz an den gesunden Menschenverstand. Er hoffe, dass die Demonstration jene Menschen erreiche, die ihren Abfall nicht mit nach Hause nehmen: „Sie müssen aufgerüttelt werden.“

Bereits im August hatte die örtliche Verwaltung angekündigt, dass ein Team aus Rangern des Landratsamtes Bad Tölz-Wolfratshausen, Forstmitarbeitern, Polizei und freiwilliger Feuerwehr für Ordnung sorgen soll. Es sollte auch nachts zu Kontrollen ausrücken, um Nachtparker zu vertreiben.