Tschernobyl extrem: Touristen dürfen in den Unglücksreaktor Nummer 4

Tschernobyl extrem: Touristen dürfen jetzt in Unglücksreaktor

Der Hype geht weiter und der Besuch in der atomar verseuchten Gegend um Tschernobyl wird noch extremer: Touristen sollen tatsächlich Zutritt zu dem Kontrollraum des Unglücksreaktors bekommen. 

Die Schaltzentrale im Reaktor 4: Von hier nahm die Nuklearkatastrophe 1986 ihren Lauf.
Die Schaltzentrale im Reaktor 4: Von hier nahm die Nuklearkatastrophe 1986 ihren Lauf. Schon bald sollen Touristen vor den Schaltknöpfen stehen.

Foto: imago images/Eastnews/Russia

Der umstrittene Dark Tourism in Tschernobyl sorgt erneut für Diskussionsstoff: Die Ukraine plant, Besucher in den Unglücksreaktor Nummer 4 des Atomkraftwerks zu lassen. Bislang wurde das nur Wissenschaftlern, Aufräumarbeitern oder Journalisten gestattet. 

Tschernobyl: Touristen sollen bald Kontrollraum im Ungücksreaktor besichtigen können

Aus gutem Grund: Die Strahlung in dem Raum sei 40.000-mal höher als der Normalwert, wie der „Business Insider“ berichtet, weshalb der Aufenthalt nur mit einem Schutzanzug für fünf Minuten erlaubt werden könne. Außerdem müssten sich Besucher danach zwei Tests unterziehen. Darüber berichten diverse internationale Medien, wie auch „CNN“.

Damit könnte die Regierung weiterhin ihren Plan forcieren, Tschernobyl zu einem absoluten Touristen-Magneten zu machen. Abgesegnet hatte das im Sommer höchstpersönlich der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj.

Die bisherige Tour in die Sperrzone scheint dafür wohl nicht spektakulär genug zu sein. Aktuell strömen Menschen in die Geisterstadt Prypjat, wo verottete Wohnhäuser, überwucherte Spielplätze und ein nie fertiggestellter Freizeitpark für Gänsehaut sorgen.

Reise in die Vergangenheit – die Geisterstadt Prypjat

Reaktor 4 im Kernkraftwerk: Wo das Atomunglück begann

Doch den Ablauf der verheerendsten Nuklearkatastrophe der Welt können sie dort nicht nachempfinden. Mit dem geplanten Zutritt in den Kontrollraum von Reaktor 4 soll sich das ändern.

Im Jahr 1986 wurde von hier aus der Test der Notstromversorgung gesteuert. Am 26. April wurde dieser trotz Warnsignalen und der drohenden Reaktorauslastung fortgesetzt – Reaktorblock 4 explodierte, es kam teilweise zur Kernschmelze, mindestens 200.000 Menschen mussten aus der Gefahrenzone flüchten.

Mehr als 30 Jahre später erweist sich das Atomunglück als Goldgrube. Die Besucherzahlen schießen unaufhaltbar nach oben, großen Anteil daran hat auch der Erfolg der HBO-Serie „Chernobyl“ – die übrigens teilweise in Litauen gedreht wurde. Solltest du ein Fan von Dark Tourism sein, erklärt dir der reiserporter hier, wie du den Adrenalinkick in der Ukraine am besten organisierst.

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