Air-Berlin-Fake: Airline verkauft Flüge, die es nicht gibt

Air-Berlin-Fake: Airline verkauft Flüge, die es nicht gibt

Hebt Air Berlin etwa wieder ab? Eine französische Airline hat für Flüge geworben, bei denen eindeutig alte Air-Berlin-Maschinen zu sehen waren – allerdings mit neuem Logo. Alles nur eine Photoshop-Lüge?

Vom Bauch bis zur Heckflosse alles in Rot: Diesen Anstrich kennen wir doch von der pleitegegangenen Air Berlin? (Symbolfoto)
Vom Bauch bis zur Heckflosse alles in Rot: Diesen Anstrich kennen wir doch von der pleitegegangenen Air Berlin? (Symbolfoto)

Foto: imago images/Ralph Peters

Im Hintergrund stehen Flieger von Eurowings, im Vordergrund eine weiße Maschine, deren Triebwerke, Bauch und Heck rot lackiert sind. Ein altbekannter, ein roter Schriftzug ziert die Fensterfront – stopp. Bis auf das Logo ist das Flugzeug in einer Werbekampagne der französischen Skyline Airways identisch mit den alten Air-Berlin-Vögeln.

Der Haken an der Sache: Die deutsche Fluggesellschaft hebt seit der Pleite Ende 2017 nicht mehr ab, und die ominöse Skyline Airways ist auch kein etwaiger Nachfolger, sondern womöglich ein großer Fake.

Fotomontage: Französische Airline „lackiert“ alte Air-Berlin-Flieger um 

Der Betrug ist in den sozialen Medien aufgeflogen, nachdem Nutzer die Werbekampagne der französischen Airline als Fotomontage entlarvt hatten. Die hat kurzerhand eine Air-Berlin-Maschine „umlackiert“, um so Kunden anzulocken. Auf Twitter kommentiert der französische Journalist Vincent Glad das Offensichtliche: „Die Fotos der Flugzeuge sind im Grunde… Photoshop-Montagen von Air-Berlin-Flugzeugen.“

Während die Fotoaktion relativ amateurhaft ist, haben sich die Köpfe hinter Skyline Airways noch viel mehr einfallen lassen: In einem Musikvideo ist eine Werbetafel eines Wolkenkratzers mit Flügen von Paris nach New York zu sehen, eine Website wurde für Buchungen ins Leben gerufen – die mittlerweile „in Wartung“ ist.

Airline ist offiziell keine französische Airline – Behörden nehmen Firma wegen Betrug ins Visier

Aus diesem Status wird sie (hoffentlich) wohl auch nicht mehr herauskommen, denn die französische Aufsichtsbehörde für Zivilluftfahrt (Direction générale de l’aviation civile) ist auf die Firma aufmerksam geworden und gab bekannt: „Skyline Airways ist keine französische Fluggesellschaft.“

Auch der Verbaucherschutz prüfe derzeit die dubiosen Machenschaften. Der Chef von Skyline Airways, Ryan Squaratti, verteidigte sein Unternehmen in einer Fernsehsendung, wie der französische Fernsehsender „BFM TV“ berichtet. Es handele sich um einen Kommunikationsfehler, mit nicht existierenden Flügen und auf Social-Media-Kanälen mit retuschierten Flugzeugbildern mit Skyline-Airways-Bemalung zu werben. 

Eigene Flugzeuge habe Skyline Airways in der Tat nicht, künftig wolle man aber Maschinen chartern, um die angebotenen Reisen durchzuführen. Apropos, haben Menschen tatsächlich Verbindungen gebucht?

Darüber gibt es derzeit keine konkreten Informationen, offenbar konnte eine Buchung nicht erfolgreich abgewickelt werden, obwohl der französische Sender „TéléObs“ von mindestens einer Person berichtet, die für einen Flug nach New York mehr als 300 Euro bezahlt hat, ein Ticket allerdings nie erhalten habe.

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