Aufgedeckt: Fünf Mythen rund um die Flug-Buchung | reisereporter.de

Aufgedeckt: 5 Mythen rund um die Flug-Buchung

Wann ist denn nun wirklich der beste Tag zur Flug-Buchung? Last minute oder lange im Voraus buchen? Und sind Billig-Airlines immer günstiger? Der reisereporter nimmt ein paar Flug-Mythen unter die Lupe.

Mann sitzt am Laptop.
Mittlerweile sind viele Reisende zu echten Flug-Profis herangewachsen und schwören auf Geheimtipps zum Geldsparen. Aber stimmen die auch immer? (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Artem Beliaikin

Fake oder Fakt? Diese Frage stellt sich bei einigen Mythen, die sich hartnäckig ums Thema Fliegen halten. So kursieren im Netz etliche Tricks, die nicht immer ganz der Wahrheit entsprechen.

Eines vorweg: Die ultimative Anleitung zum günstigsten und besten Flug kann dir der reisereporter nicht liefern. Dafür aber mit ein paar Gerüchten aufräumen und dir wertvolle Tipps für die nächste Flug-Buchung mitgeben.

Mythos 1: An welchem Tag ist der Flug am günstigsten?

Fast so kompliziert wie das Henne-Ei-Problem verhält sich auch die Frage nach dem günstigsten Tag zur Flug-Buchung. Lange hieß es, dass am Dienstag die Preise am niedrigsten seien. Der Grund: Montags sollen die Airlines alle möglichen Flüge online gestellt haben, verbleibende Kontingente müssten dann für Spottpreise noch verkauft werden.

Doch diese Strategie sei längst nicht mehr aktuell, wie William J. McGee, Flugexperte bei dem Verbraucherportal „Consumer Reports“ erklärt. Eine Art Stichtag, an dem alle neuen Verbindungen rausgehen, gäbe es nicht mehr. Die Tarife und Preise würden sich ständig ändern, sagt McGee: „24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.“

Rentabler für die Fluggesellschaften sollen „Flash Sales“ sein, also eine spontane Verkaufsaktion begrenzter Tickets. Planbar sind die nicht. Dienstags sei nur in 1,6 Prozent der Fälle der günstigste Tag für Inlandsflüge – in den USA.

In Deutschland haben Beobachtungen gezeigt, dass die Preise tendenziell sonntags am stärksten sinken. Freitags solltest du die Buchung eher vermeiden. Entscheidend ist allerdings auch das Abflugdatum. Weiter zu Mythos zwei.

Mythos 2: Lange im Voraus buchen

Da scheiden sich die Geister: Last minute oder Monate vorher buchen? Weder noch. Wer ein Schnäppchen machen möchte, sollte sich ungefähr drei Monate vor Reisebeginn nach Flügen umschauen. Airlines stellen zwar ihre Angebote oft schon acht Monate im Voraus bereit, doch erst Monate später soll sich an den Preisen auch was tun.

Erst dann sollen Gewinne und der Erfolg der jeweiligen Deals geprüft und gegebenfalls Preise nachjustiert werden. Wer davor bucht, könnte durchaus mehr zahlen. Aber halte das Zeitfenster ruhig flexibel: Das Onlinereisebüro Expedia und das Fluganbieter-Forschungsinstitut Airlines Reporting Corporation (ARC) haben in einer Analyse festgestellt, dass es etwa 30 Tage vor dem Abflug noch mal einen Preissturz gibt.

Mythos 3: Nonstop-Flüge sind immer teurer

Auf Langstrecke ist ein Nonstop-Flug für jene, die keine Lust auf hektisches Umsteigen oder lange Wartezeiten am Flughafen haben, ein Segen. Doch bei der Suche landen die oft im teureren Bereich. Die gefühlte Wahrheit: Je mehr Zwischenstopps und je länger der Layover, desto günstiger der Flug.

Na ja, eigentlich gibt es dafür keine stichhaltigen Zahlen, die eine Art Logik oder Rhythmus belegen könnten. Es ist eben nicht mehr so einfach, durch die Verkaufsstrategien der Fluggesellschaften zu blicken. Auch da hilft nur: viel recherchieren.

Mythos 4: Billig-Airlines garantieren Schnäppchen

Der Name ist irreführend: Billig-Airline bedeutet nicht immer gleich Billig-Preis. Low-Cost bezieht sich auf das Gesamtpaket, das dem Passagier geboten wird. Auf den ersten Blick scheinen die Deals für fünf bis 50 Euro innerhalb Europas verlockend.

Doch obendrauf können Gebühren für Gepäck, Essen, Sitzplatzreservierung oder den Check-in vor Ort kommen. Schnell entpuppt sich der vermeinltiche Schnapper als Kostenfalle – und liegt preislich auf dem Level anderer, größerer Airlines. Auch wenn dir die Vergleichsmaschine als preiswertes Ergebnis Ryanair und Co. ausspuckt, solltest du das Preis-Leistungs-Verhältnis genauestens mit anderen Airlines vergleichen, die die gleiche Strecke fliegen.

Mythos 5: Separate One-Way-Flüge besser als hin und zurück

Findige Passagiere haben ein echtes Business daraus entwickelt, statt des gängigen Hin- und Rückflugs im Paket einzelne One-Way-Flüge zu buchen, um Geld zu sparen. Das mag in manchen Fällen tatsächlich die beste Lösung sein, bedeutet aber auch mehr Aufwand.

Teilweise beeinflusst eine andere Stadt als Rückflugort erheblich die Kosten; damit gemeint ist: Du planst eine Rundreise durch Portugal, fliegst Faro an der Algarve an und willst dann bis nach Lissabon fahren. Gegebenfalls kannst du dir die Rückreise nach Faro sparen, insofern der Rückflug von Lissabon günstiger ist.

Geheim ist die Praxis längst nicht mehr – weshalb du auch nicht blindlings auf diese Formel setzen solltest.

Anderes Beispiel: Einen Flug mit mehreren Teilstrecken buchen, aber nicht alle davon antreten. Sogenannte No-Show-Passagiere sind Airlines ein Dorn im Auge. Immerhin rechnen sie mit dir im Flugzeug – auch als Kostenfaktor. Die Jagd nach dem besten Deal brachte allerdings schon einige vors Gericht.

Die Lufthansa verklagte mehrmals Passagiere, über einen Fall Anfang des Jahres berichteten wir. Dort hatte ein Deutscher ein tolles Angebot von Amsterdam über Frankfurt nach Miami gefunden – von Frankfurt selbst hätte ihn das Ticket jedoch viel mehr gekostet. Also buchte er Amsterdam-Miami, stieg aber erst beim Zwischenstopp in Frankfurt ein.

Lufthansa forderte deswegen eine Nachzahlung von ihm. Zwar verlor die Airline den Prozess, bis es eine allgemeine Rechtssprechung dazu gibt, solltest du das Risiko – und den Behördenstress – wohl aber lieber vermeiden.

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