Hurrikan „Lorenzo“ wütet derzeit mit bis zu 137 Kilometern pro Stunde über den Azoren. Damit ist er der stärkste Wirbelsturm, der jemals im Ost-Atlantik gemessen wurde. Das berichtet das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. Starkregen, extreme Winde und hohe Wellen beherrschen die Inselkette.

Erreicht hatte der Sturm die portugiesischen Inseln am Mittwochmorgen, dort habe es seither leichte Schäden gegeben, wie der Zivilschutz mitteilte. Von Verletzten ist bisher keine Rede. 

Video: Hurrikan „Lorenzo“ tobt auf den Azoren

Die Bilder, wie hier auf der Insel Faial, wirken bedrohlich: Die Insel wurde von Wassermassen geflutet. Gefilmt hat das der Portugiese Luís Riscado.

Besonders stark traf der Sturm die Inseln Flores und Corvo, der Osten blieb nahezu verschont. „Lorenzo“ bewegt sich seit Mittwochmmittag von den Azoren weg. Auf dem Festland Portugals vermuten Einheimische, Auswirkungen des Sturms gesehen zu haben. Dort seien auffällig viele Quallen angeschwemmt worden.

Ein passendes Foto schickte eine Urlauberin den Schweizer „20 min“. „Es wimmelt von riesigen Quallen“, sagt sie. Die Art sei um die Küstenstadt Tavira, an der Südspitze Protugals, allerdings gar nicht heimisch. 

Hurrikan „Lorenzo“ streift am Wochenende vermutlich Deutschland

Wie eine Animation des Portals „Wetter online“ zeigt, soll der Sturm zuerst in Richtung Irland und Großbritannien ziehen und dann sogar am Wochenende Deutschland streifen. Dort sei von diesem aber dann nicht mehr viel übrig, heißt es in dem Tweet.

Kein Hurrikan: Nach aktueller Wetterprognose werden wir ihn am Freitag als normales Tief im Nordwesten Deutschlands spüren, das viel Regen bringt.

Im Schiffsverkehr sorgte Rekord-Sturm „Lorenzo“ für Ausfälle und Chaos: In der Nacht zu Montag ist ein Schiff rund 1.200 Kilometer vor der Insel Martinique gesunken. 14 Besatzungsmitglieder wurden (Stand Montag) vermisst, drei konnten gerettet werden.

Hurrikans in Europa: Wie geht das?

„Lorenzo“ wurde am Sonntag noch zur höchsten Hurrikan-Stufe gezählt. „Noch nie wurde ein Hurrikan dieser Stärke so weit östlich im Atlantik aufgezeichnet“, sagte Wetterexperte Jürgen Schmidt von „Wetterkontor“ dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“.

Dort sei solch ein Phänomen durchaus selten, sagt der Wetterexperte. Grund: „Die Wassertemperaturen haben zugenommen, sodass insgesamt des Öfteren Hurrikans der Kategorie fünf beobachtet werden.“ Sie ziehen ihre Energie aus warmen Gewässern – in der Regel mehr als 26 Grad warm muss das Wasser sein. In Deutschland haben wir also erst mal etwaige Wirbelstürmen über Ost- oder Nordsee nicht zu befürchten.