28 Länder, 65 Menschen, 1 Film: Unser Roadtrip durch Europa

1 Van, 28 Länder, 65 Menschen: Unsere Reise durch Europa

Was ist eigentlich mit Europa los? Und was muss in dieser Gemeinschaft verbessert werden? Mit diesen Fragen im Gepäck reisten Ina, Felix und Tim im Van mehrere Monate durch Europa – und drehten einen Film.

Ina Bierfreund
Ina, Felix und Tim (von links) vor ihrem Van Oswald in Griechenland.
Ina, Felix und Tim (von links) vor ihrem Van Oswald in Griechenland.

Foto: Driving Europe

Europa driftet auseinander“ – mit diesem Gefühl begaben Felix, Tim und ich uns auf eine außergewöhnliche Reise. Oswald, ein Van mit acht Quadratmetern Wohnraum, wurde für uns drei ein neues, gemütliches Zuhause.

Mit ihm bereisten wir alle EU-Mitgliedsstaaten und sprachen dabei mit Menschen aus jedem der Länder: Was denken Europäerinnen und Europäer über unsere Union? Diese Frage trieb uns hinaus aus unserer Hamburger WG.

Der politische Roadtrip durch Europa im Film

Vor einem Jahr zogen wir um in unseren selbst ausgebauten Van. Mit diesem bereisten wir die abgelegensten Orte in der EU. Wir wollten unsere Nachbarländer kennenlernen, die vielfältige Landschaft Europas erkunden.

Jede Nacht parkten wir unseren Van Oswald an einem anderen ruhigen Platz, irgendwo mitten in der Natur.

Der Weg zu einem abgelegenen Schlafplatz in Südspanien.
Der Weg zu einem abgelegenen Schlafplatz in Südspanien. Foto: Driving Europe

Was wollen die Menschen in Europa?

Doch wir wollten kein reines Reiseabenteuer erleben. Uns interessierte, wohin die Union in Europa steuert. Wir wollten verstehen: Welche Sorgen hat ein Rentner in Irland? Welche Ideen hat ein Anwalt aus Ungarn? Und welche Zukunftswünsche eine spanische Studentin in England?

In den nächsten neun Monaten wollten wir Antworten auf unsere Fragen finden und dafür Menschen aus allen 28 EU-Länder kennenlernen. So sprachen wir mit den unterschiedlichsten Europäerinnen und Europäern über deren Hoffnungen, Ängste und Wünsche gegenüber der EU. 65 Menschen saßen am Ende vor unserer Kamera.

Interviews: Was wollen die Menschen von Europa?

Dabei sammelten wir viele unvergessliche Erinnerungen. So zum Beispiel, als wir an einem sonnigen Sonntagvormittag im Oktober über das raue Land in Nordirland fuhren, an einem Campingplatz mit anschließendem Farmgelände vorbei. Wir dachten: Hier könnten doch interessante Gesprächspartner auf uns warten.

Wir parkten den Van in der Einfahrt des geschlossenen Campingplatzes und gingen auf Farmer Creighton und seine Frau zu, die uns schon entgegenliefen. Wir erzählten ihnen von unserem Reise- und Dokumentationsprojekt und unserem Interesse an ihrer Meinung. Kurzerhand setzte sich Creighton vor unsere Kamera und erzählte uns, weshalb er für den Brexit stimmte, was er an der Europäischen Union kritisiert und welche Nachteile er als Farmer in dieser Union sieht.

Politischer Roadtrip mit vielen persönlichen Begegnungen

So zogen wir weiter, von EU-Land zu EU-Land, trafen verschiedene Menschen und sammelten fleißig Meinungen. Die Geschichten der einzelnen Personen haben uns sehr berührt. Warum? Weil die Gespräche schnell sehr persönlich wurden. Denn wichtig war uns bei den Interviews, Menschen in ihrem Alltag zu treffen. Menschen, die sich sonst nicht öffentlich zu politischen Fragen äußern. Menschen wie du und ich.

Diesen geben wir mit unserem während der Reise entstandenen Film eine Stimme. Wir wollen ihre Ideen für eine bessere Zukunft der Europäischen Union verbreiten.

Porträts aller Interviewten aus der Dokumentation „Driving Europe“.
Porträts aller Interviewten aus der Dokumentation „Driving Europe“. Foto: Driving Europe

Noch bevor wir uns auf unsere unvergessliche Reise begaben, hatten wir keine Ahnung von Filmtechnik. Wir dachten uns: Irgendwie bekommen wir das schon hin. Angetrieben wurden wir nicht von Sponsoren, sondern allein von unserem Interesse daran, was derzeit mit Europa los ist.

Politische Gespräche und atemberaubende Natur

Wir wollten unabhängige Meinungen einfangen und diese in einem Film zusammenbringen – gemeinsam mit unseren Eindrücken der umwerfenden Natur Europas, die wir mit einer Drohne filmten.

Bild aus dem Film „Driving Europe“: Drohnenaufnahme aus Großbritannien.
Bild aus dem Film „Driving Europe“: Drohnenaufnahme aus Großbritannien. Foto: Driving Europe

Wir stellten am Ende unserer Reise fest: Die eine Antwort auf all unsere Fragen gibt es nicht. Aber viele Ideen dafür, wie wir die Union ein Stückchen verbessern könnten. Der Großteil der von uns Interviewten steht der Idee der Europäischen Union positiv gegenüber, doch Kritik fällt trotzdem jeder und jedem ein.

Außerdem lernten wir: Egal, aus welchem Land wir kommen, so verschieden sind wir gar nicht. Wir sind alle nur Menschen mit ähnlichen Sorgen und Hoffnungen für die Zukunft. Probleme können wir gut gemeinsam und mit einem offenen Ohr für alle lösen.

Politischer Roadtrip: So siehst du den Film

Gern wollen wir dich mitnehmen auf eine Reise in die Gedankenwelt der Menschen Europas, auf unsere Reise durch diesen Kontinent. Komm vorbei: Am Mittwoch, 9. Oktober, um 18 Uhr in Hannover – im Kino im Raschplatz – oder zu einem der anderen Termine unserer Deutschland-Filmtour. Wir freuen uns, dich bald zu treffen!

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