Kreuzfahrten mit Hapag-Lloyd Cruises sollen umweltfreundlicher werden. Dafür will die Reederei in ihrer gesamten Flotte auf Schweröl verzichten: Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, sollen die Schiffe ab Juli 2020 ausschließlich mit Marinegasöl betrieben werden. 

Dadurch sollen sich die Schwefel-Emissionen der Flotte um 80 Prozent und die Rußemissionen und der Feinstaubausstoß um 30 Prozent reduzieren. „Der Verzicht auf Schweröl ist ein bedeutender Schritt für umweltbewusstes Reisen und eine wichtige Investition in unsere Zukunft“, so Karl J. Pojer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hapag-Lloyd Cruises.

So will Hapag-Lloyd Cruises Kreuzfahrten umweltfreundlicher machen

Bei Arktis-Kreuzfahrten von Hapag-Lloyd Cruises ist Schweröl bereits seit 1993 tabu. Der Verzicht auf den Treibstoff wird nun nach den Expeditionsschiffen auf die gesamte Flotte ausgeweitet. Der Neubau „MS Europa 2“ und die neue Expeditionsklasse können außerdem Landstrom nutzen und verfügen über SCR-Katalysatoren, wodurch der Ausstoß von Stickoxiden um bis zu 95 Prozent reduziert wird.

Bereits Anfang des Jahres hatte das Unternehmen mitgeteilt, künftig auf sämtlichen Expeditionsschiffen auf Schweröl zu verzichten. Bei der Umsetzung hatte es allerdings Verzögerungen gegeben: Die für den 13. April geplante Jungfernfahrt mit der „Hanseatic Nature“ wurde abgesagt. Die Auslieferung des neuen Schiffes hatte sich verzögert. Stattdessen fand die erste Kreuzfahrt mit dem Expeditionsschiff erst Anfang Mai statt.

Nabu sieht Hapag-Lloyd Cruises als Vorbild für Kreuzfahrt-Branche

„Schweröl stellt nach wie vor die größte Bedrohung für maritime Ökosysteme und unsere Küsten dar und muss so schnell wie möglich von den Weltmeeren verschwinden“, erklärt Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die Entscheidung von Hapag-Lloyd Cruises sei deshalb richtig und wichtig. Alle anderen Kreufahrtanbieter seien aufgefordert, nachzuziehen. 

Zusätzlich zu dem Einsatz von Marinediesel sollte die Reederei, aber auch alle anderen, Partikelfilter und Stickoxide einbauen, um die „Abgasbelastung der Schiffe auf ein technisch mögliches Minimum zu senken“. 

Nach einem Beschluss der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) sei der Schwefelgehalt im Treibstoff auf 0,5 Prozent gedeckelt. Marinediesel enthält nur 0,1 Prozent Schwefel, deshalb gehen Hapag-Lloyd sogar weiter als die gesetzlichen Vorgaben verlangen.