Reise nach Saudi-Arabien: Für Touristen gelten Anstandsregeln

Reise nach Saudi-Arabien: Anstandsregeln für Touristen

Das Königreich Saudi-Arabien möchte sich für Touristen öffnen. Wer in das Land zwischen modernen Hochhäusern, archäologischen Fundstätten und Wüste reisen will, muss sich künftig an Anstandsregeln halten.

Nach der Al-Haram-Moschee in Mekka ist die Prophetenmoschee in Medina die zweitheiligste im Islam. Der Grund: Hier ist die Grabstätte Mohammeds.
Wird Saudi-Arabien bald eine touristische Destination? Das Königreich hält an dem Vorhaben bis 2030 fest und führt nun Verhaltensregeln ein. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Yasmine Arfaoui

Während Dubai schon als Klassiker gilt, der Oman immer hipper wird, zählt Saudi-Arabien zu den Underdogs auf der Arabischen Halbinsel – was mitunter am Erzkonservatismus und immer wieder vorgeworfenen Menschenrechtsverletzungen liegen mag. Doch das Land will eine Touristen-Destination werden, wofür Mammut-Projekte wie eine künstliche Mega-Stadt im Rahmen der „Vision 2030“ aus dem Wüstenboden gestampft werden.

Leichtere Einreisebedingungen wie das neu eingeführte E-Visum sollen Urlauber ans Rote Meer locken. Menschen aus 49 Ländern können es online beantragen, zum Preis von etwa umgerechnet 110 Euro. Allerdings: Der Reisepass muss zu dem Zeitpunkt mindestens noch sechs Monate gültig sein, außerdem wird ein offizielles Einladungsschreiben verlangt. Das gibt es unter anderem über Reiseveranstalter. 

Touristen begrüßt das Land, allerdings sollen sich diese an bestimmte Regeln vor Ort halten. Deshalb hat das Innenministerium einen Verhaltenskatalog veröffentlicht.

19 Verhaltensregeln für Touristen in Saudi-Arabien: Bei Verstoß drohen bis zu 1.500 Euro Strafe

Ganze 19 Punkte beinhaltet die Liste. Wer gegen einer dieser Regeln verstößt, muss mit Bußgeldern von umgerechnet zwölf bis 1.500 Euro rechnen. Einige davon ähneln denen anderer Länder: Auf offener Straße einfach das Kaugummi ausspucken oder den Müll wegwerfen? Das ist wie in Singapur verboten.

Und auch andere typische Manieren (oder Marotten) solltest du während der Reise in Saudi-Arabien ablegen: In der Öffentlichkeit Fotos und Videos zu machen ist nur mit dem Einverständnis der Gefilmten erlaubt, sich vorzudrängeln ist tabu, genauso das Musikhören während der Gebetszeiten. Und sich die hohen Temperaturen mit einem Cocktail oder kühlem Bier erträglicher machen? No-Go, auch Alkoholkonsum und Alkoholkauf in der Öffentlichkeit steht in dem Katalog unter Strafe.

   

Eine Reise nach Saudi-Arabien in Bildern

Welche Kleidung ist für Urlauber in Saudi-Arabien erlaubt?

Geht es in ein muslimisches Land, werden Touristen vor die Frage gestellt: Was ziehe ich an? In Saudi-Arabien wird freizügige Kleidung nicht gestattet. Meint: Körperbetonte Kleidung wie enge Hemden oder Hosen können getrost im heimischen Kleiderschrank hängen bleiben. Frauen müssen weder ein langes Gewand, die Abaja, noch ein Kopftuch tragen. Schultern und Knie sollten dennoch bedeckt werden.

Und, wie du dir für das streng konservative Land vielleicht schon denken kannst, ist das öffentliche Zeigen von Zuneigung – Händchen halten, küssen, kuscheln – ebenfalls untersagt. Ob und unter welchen Umständen du das im Hotel nachholen kannst, bleibt ungewiss. Denn: Der Katalog regelt nicht klar, ob unverheiratete Männer und Frauen gemeinsam in ein Hotelzimmer dürfen.

Alkoholkonsum, Musik hören und küssen: Das ist strengstens verboten

„Die Regeln sollen sicherstellen, dass Besucher und Touristen des Königreichs die Gesetze für das Verhalten in der Öffentlichkeit kennen und befolgen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Überwacht wird das von der staatlichen Polizei. Verschlossen bleibt Nicht-Muslimen weiterhin die Medina und die Pilgerstätte Mekka.

Trotz der strengen Vorgaben möchte Saudi-Arabien die Zahl der Touristen aus dem Ausland bis 2030 mit jährlich 100 Millionen mehr als verdoppeln. 

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