Gefahr auf der italienischen Seite des Mont-Blanc: Italienische Behörden haben mehrere Straßen um den Planpincieux-Gletscher gesperrt. Aktuell bewegen sich Teile des schmelzenden Gletschers des Berges Grandes Jorasses bedrohlich auf ein Tal in den italienischen Alpen zu.

Experten befürchten, dass bis zu 250.000 Tonnen Gletschermasse abbrechen könnten – unter anderem treffen könnte es die italienische Gemeinde Courmayeur. Besucher sollen sich nicht mehr direkt unterhalb des Gletschers aufhalten. Vergangene Woche besuchte der Italiener Umberto Raimondi noch die Region und schoss ein Foto des Planpincieux-Gletschers, mit einem roten Pfeil markierte er ihn.

Planpincieux-Gletscher am Mont-Blanc schmilzt – möglicher Abbruch führt zu Straßensperrungen

Der Bürgermeister der Gemeinde, Stefano Miserocchi, sagte, dass eine Evakuierung einiger Häuser möglich sei, der Gletscher-Kollaps könnte 20 Menschen von der Außenwelt abschneiden, berichtet die italienische Tageszeitung „La Repubblica“. Dabei handele es sich jedoch um reine Sicherheitsvorkehrungen.

Als Ursache werden die steigenden Temperaturen genannt. Bis zu 60 Zentimeter am Tag soll sich der Planpincieux-Gletscher am Dreiländereck zwischen Italien, Frankreich und der Schweiz vorwärtsbewegen. Der exakte Zeitpunkt des Einsturzes könne nach Expertenangaben nicht bestimmt werden, diese erschreckende Entwicklung werde aber bereits seit August beobachtet.

Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich am Mont-Blanc

„Dieses Phänomen zeigt wieder einmal, dass der Berg eine starke Veränderung aufgrund von klimatischen Faktoren erleidet, daher ist er sehr anfällig“, erklärte Bürgermeister Miserocchi in einem offiziellen Statement, insbesondere der Planpincieux-Gletscher reagiere extrem auf zu hohe Temperaturen.

Auch Premierminister Giuseppe Conte warnte bei seiner Rede bei der UN-Vollversammlung in New York: „Es ist nichts Neues, dass ein Gletscher am Mont-Blanc zusammenbrechen könnte. Es ist ein Alarm, den wir nicht ignorieren können. Es muss uns alle wachrütteln und mobilisieren“, wie „CNN“ berichtet.

Die Zahlen zeigen den Ernst der Lage: Die Gesamtfläche der Gletscher am Mont-Blanc hat sich seit 1989 von 609 Qaudratkilometer auf 368 verringert, das sind um die 40 Prozent, berichtet „La Repubblica“. Der höchste Gipfel des Mont-Blanc misst 4.810 Meter, damit gilt er als höchster in den Alpen und zählt zu den höchsten in ganz Europa.