Nachhaltiges Reisen: Diese Frau verzichtet aufs Fliegen

Nachhaltiges Reisen: Diese Frau verzichtet aufs Fliegen

Fast 90 Länder hat Ute mittlerweile bereist. Dabei spielt Nachhaltigkeit auf ihren Reisen eine große Rolle: Sie ernährt und kleidet sich vegan und beschloss Ende 2018 komplett aufs Fliegen zu verzichten. 

Ute mit ihrer Hündin Conchi und ihrem VW Bus T2 in Schweden unterwegs.
Ute mit ihrer Hündin Conchi und ihrem VW Bus T2 in Schweden unterwegs.

Foto: bravebird.de

Ute Kranz hatte die Nase voll: Vor 5 Jahren kündigte sie ihren festen Job und ihren Wohnsitz. Jetzt ist sie in der Welt unterwegs und verdient ihr Geld mit ihrer großen Leidenschaft: dem Reisen. 

Auf ihrem Instagramkanal „bravebird.de“ und ihrem Blog gibt sie Tipps zum nachhaltigen Reisen, Aussteigerleben und Alleinreisen. Im Interview wollen wir von ihr wissen, wie man mehr Nachhaltigkeit in seinen Urlaub integrieren kann und welche Reiseländer und Erlebnisse sie besonders geprägt haben. 

Ute hat mittlerweile fast 90 Länder der Welt bereist.
Ute hat mittlerweile fast 90 Länder der Welt bereist. Foto: bravebird.de

Wohin geht deine nächste Reise?

Ute: Ins französische Burgund auf E-Bike-Tour mit meinem Hund, direkt danach geht's auf Camping-Tour nach MeckPomm an die Ostsee.

Was ist dein liebstes Reiseziel?

Ute: Ein spezielles Ziel habe ich nach 20 Jahren und fast 90 bereisten Ländern ehrlich gesagt nicht. Aber Asien ist definitiv mein liebster Kontinent.

Was für ein Reisetyp bist du?

Ute: Schwer zu sagen. Ich liebe eigentlich am meisten die Vielfalt, die das Reisen bietet: Roadtrips oder Zelt bis zum stylischen Hotel und allem dazwischen.

Verrate uns deinen besten Travel Hack: 

Ute: So viel es geht die Welt zu Fuß entdecken! Man kommt wesentlich mehr in Kontakt mit Stadt, Land und Leuten und rauscht nicht nur vorbei. Und man spart auch noch Geld!

Du bist seit diesem Jahr flugfrei – wie kam es dazu und wie ist es bisher?

Ute: Nichts treibt meinen ökologischen Fußabdruck so in die Höhe wie das Fliegen. Daher sind Klimawandel und Massentourismus die logische Konsequenz, nicht mehr ins Flugzeug zu steigen. Bisher ist es total easy – es gibt in Europa wahnsinnig viel zu entdecken.

Welches Reiseziel ist am meisten überbewertet und welches verdient mehr Aufmerksamkeit?

Ute: Überbewertet ist meiner Meinung nach Dubai. Mehr Aufmerksamkeit verdienen meiner Meinung nach Länder im Osten Europas wie Rumänien, Ungarn, Bosnien und Serbien.

War war deine beste Unterkunft bisher?

Ute: Puh, die eine beste Unterkunft gibt es da nicht. Ich mag aber gern außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten: Mini-Häuser, Boote, Gefängnisse und so weiter.

Hier war Ute mit dem Camper im Süden Islands unterwegs.
Hier war Ute mit dem Camper im Süden Islands unterwegs. Foto: bravebird.de

Welches Land hat dich am meisten verändert?

Ute: Meist sind es eher die Menschen, die ich unterwegs kennengelernt habe. Persönliche Veränderung fand bei mir immer in der Stille statt, also in Wüsten wie zum Beispiel in Jordanien oder Bolivien.

Was sind deine Reisepläne für das restliche Jahr und 2020?

Ute: Ich möchte gerne mit meinem VW-Bus mal für ein paar Wochen oder Monate im Süden von Europa verbringen. Mal sehen, ob's klappt.

Was sind deine Top 3 der schönsten Reiseerlebnisse?

Ute: Schwierig, weil so vieles so besonders war. Speziell waren auf jeden Fall Island mit meinem VW Bus, drei Monate Isla Holbox in Mexiko und meine einjährige Weltreise.

Warst du von einem Reiseziel schon mal ehrlich enttäuscht?

Ute: Ja, da gibt es mehrere, zum Beispiel die Inseln Bali und La Réunion.

Welches sind die Top-Learnings, die du von deinen Reisen mitgenommen hast?

Ute: Entscheidend ist nicht immer, wohin ich reise, sondern mit wem. Die ganz einfachen Reisen sind oft die besten. Manchmal muss man seine Komfortzone verlassen, um besondere Momente zu erleben.

Tauchgang im MUSA Unterwassermuseum in Mexiko.
Tauchgang im MUSA Unterwassermuseum in Mexiko. Foto: bravebird.de

Wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen würden – welches wäre dein nächstes Reiseziel?

Ute: Gute Frage und schwer, sich auf ein Ziel zu beschränken. Wahrscheinlich wäre es ein Segeltörn rund um die hawaiianischen Inseln.

Das Thema Nachhaltigkeit spielt bei deinen Reisen ja definitiv eine Rolle. Erzähl uns etwas mehr darüber:

Ute: Ich fliege nicht (mehr), lebe vegan, verpflege mich meist selbst und wohne oft in Ferienwohnungen. Privat reise ich langsam, mache viel zu Fuß und möchte zukünftig das Fahrrad wesentlich mehr integrieren.

Wie kann man generell mehr Nachhaltigkeit in seinen Urlaub integrieren?

Ute: Einfach Schritt für Schritt downshiften und kreativ sein. Statt Flug das Auto wählen. Statt Auto den Zug. Statt Zug das Fahrrad und so weiter. Wir sind auch sehr bequem geworden. Die etwas unbequemeren Reisen sind nicht selten die besten.

Wüsten-Abenteuer in Jordanien.
Wüsten-Abenteuer in Jordanien. Foto: bravebird.de

Traumberuf Reiseblogger – (wie) kann man davon leben?

Ute: Ohne Werbung zu integrieren, eigene Produkte zu verkaufen oder Bücher zu schreiben wird man von einem Reiseblog nicht leben können. Wenn man ein paar Jahre Zeit und Arbeit investiert und eine gewisse Community aufgebaut hat, lässt es sich ganz gut auskommen. Kommt immer auf die Persönlichkeit an – je extrovertierter man ist, umso einfacher ist es.

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