„Mann über Bord“: So oft stürzen Passagiere vom Kreuzfahrtschiff

„Mann über Bord“: So oft stürzen Menschen vom Kreuzfahrtschiff

Wenn ein Mensch auf einem Schiff über Bord geht, überschattet das das Kreuzfahrt-Idyll. Oftmals geht die darauffolgende Suchaktion erfolglos aus. Aber wie oft passieren solche Vorfälle auf Kreuzern?

Blick vom Kreuzfahrtschiff: Im Vordergrund die Reling und ein Rettungsring.
„Mann über Bord!“ – dieser Ausruf versetzt Crew und Passagiere in Aufruhr. Aber wie oft kommt es zu dem Vorfall auf Schiffen? (Symbolfoto)

Foto: imago images/robertharding

Ob Unfall, Verbrechen oder Selbstmord: Wenn ein Passagier von Bord stürzt, erschüttert das auch die Mitreisenden und jene, die für die nahe Zukunft eine Kreuzfahrt gebucht haben.

Meist bedeutet der Fall auf dem offenen Meer den Tod für den Menschen – ein beklemmendes Gefühl. Manchmal werden Passagiere sogar Zeuge dessen, wie zuletzt auf der „Symphony of the Seas“. 

Kreuzfahrt-Unglück: So viele Menschen gingen in 18 Jahren über Bord

Wie oft kommen solche Fälle eigentlich vor? Zahlen zeigen: Nicht so häufig, wie es manchem vorkommen mag. So meldete das Statistikportal „Statista“ für 2018 weltweit insgesamt 24 Mann-über-Bord-Vorfälle, darunter waren auch Crew-Mitglieder. Nur fünf von ihnen konnten gerettet werden und überlebten das Drama.

Zum Vergleich: Bei weltweit jährlich rund 28,2 Millionen Kreuzfahrt-Passagieren ist diese Zahl prozentual gesehen verschwindend gering.

Eine seit 2000 laufende Stastik unterstreicht das: Ross Klein, Professor an der Memorial University im kanadischen Neufundland, untersucht jegliche Art von Kreuzfahrt-Unfällen – und stellte fest, dass innerhalb von 18 Jahren 349 Menschen von einem Kreuzfahrtschiff gefallen sind.

Vom Kreuzfahrtschiff fallen: Gefahr ist weitestgehend gering

72 dieser Unglücke passierten an Bord von Carnival-Cruises-Schiffen, danach folgen Royal Caribbean (53) und Norwegian Cruise Line (26). Bei der Internationalen Kreuzfahrt-Vereinigung (Cruise Line Industry Association, kurz CLIA) hat das Branchenportal „Market Watch“ nachgehakt.

Zwischen 2009 und 2018 habe man einen Rückgang der Mann-über-Bord-Vorfälle um 64 Prozent festgestellt. In diesem Jahr soll es nach Angaben der Vereinigung zu neun Unglücken gekommen sein.

Sturz von Kreuzfahrtschiff: Verbrechen oder Unfall?

Hinter den nackten Zahlen steckt oft eine Verkettung unglücklicher Umstände. Teilweise führte Alkoholeinfluss zu Leichtsinn oder gar rücksichtlosem Verhalten, auch Selbstmorde zählen in die Statistik. Ein Verbrechen ist eher selten – das tatsächlich häufigste an Bord von Kreuzfahrtschiffen ist ein anderes und um ein Vielfaches wahrscheinlicher.

Dass ein Mensch über die Reling fällt, soll mit Mindesthöhen der Geländer verhindert werden, auch Barrieren gehören zu den Sicherheitsvorkehrungen auf einem Kreuzfahrtschiff. Doch gerade Anwälte betroffener Familien setzen sich für höhere Standards ein, wie „Markt Watch“ berichtet. 

Die Kreuzfahrtindustrie hat darauf bereits reagiert und testet neue Systeme, die früher Notfälle solcher Art erkennen sollen. Solltest du jemals Zeuge werden, zögere auf keinen Fall „Mann über Bord!“ zu rufen. 

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