Tausende Passagiere werden wohl betroffensein: An neun Flughäfen in Deutschland drohen am Mittwoch, 27. Juli, wegen Warnstreiks erneut Verspätungen und Stornierungen. Die Gewerkschaft Verdi hat das Lufthansa-Bodenpersonal an den meisten Flughäfen in Deutschland aufgerufen. Folgende Airports sind betroffen:

  • Frankfurt
  • Berlin BER
  • Bremen
  • Hamburg
  • Hannover
  • Stuttgart
  • Düsseldorf
  • Köln/Bonn
  • München

Was tun, wenn der Flug gestrichen wurde?

Die Airline muss sich auch bei Flugstreichungen und Verspätungen darum kümmern, dass die Passagiere zu ihrem Ziel kommen. Bei Inlandsflügen können sie zum Beispiel auf Bus oder Bahn umgebucht werden. Das Flugticket lässt sich dann in eine Fahrkarte umwandeln.

Vorsicht: Nicht einfach auf eigene Faust eine Zugfahrkarte kaufen. Denn wenn die Bahnfahrt teurer ist als der Flug, dann bleiben Fluggäste eventuell auf dem Differenzbetrag sitzen. Besser: Das Flugticket vor der Fahrt bei der Airline in ein Bahnticket umtauschen.

Aktuelle Deals

Airlines versuchen, Annullierungen oftmals auch über Tochtergesellschaften abzufangen – Passagiere können für einen Ersatzflug zu anderen Airports gebracht werden.

Flug gestrichen: Kann ich kostenlos stornieren?

Wenn ein Flug streikbedingt gestrichen wird, dann können Fluggäste den Flug auch kostenlos stornieren, online oder über die Telefonhotline.

Du bist am Airport gestrandet?

Am Flughafen gestrandet: Wer zahlt eine Unterkunft?

Wenn der Flug annulliert wird oder sich auf den nächsten Tag verschiebt, dann muss die Fluggesellschaft für eine Hotelübernachtung zahlen und auch den Transport zur Unterkunft organisieren. Zudem müssen sie zwei Telefonate oder Versendung von zwei E-Mails ermöglichen.

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Flugverspätung wegen Streik: Wer zahlt für die Verpflegung?

Bei großen Verspätungen ist die Airline dazu verpflichtet, die Passagiere mit Essen und Getränken zu versorgen. Bei Verspätungen von über zwei Stunden und einer Flugstrecke von über 1.500 Kilometern muss die ausführende Airline die Passagierinnen und Passagiere am Flughafen zudem Mahlzeiten und Getränke versorgen.

Die Airline oder der Veranstalter muss gestrandete Passagiere betreuen.


Hier gibt's noch mehr Tipps, wie du dir eine nette Zeit am Flughafen machen kannst.

Hast du Anspruch auf Entschädigung?

Seit 2021 kann es für Streiks in der EU Entschädigungen geben

„Durch den Warnstreik der Lufthansa werden mehrere tausende Reisende ihr Ziel nicht wie geplant erreichen. Bei Verspätungen von über drei Stunden oder Ausfällen haben betroffene Passagierinnen und Passagiere zudem Anspruch auf eine Entschädigungszahlung von bis zu 600 Euro“, erklärt Julián Navas, Fluggastrechteexperte bei Airhelp. 

Das Unternehmen habe die Richter des Europäischen Gerichtshof im Jahr 2021 davon überzeugt, dass Fluggesellschaften für angekündigte wie unangekündigte Streiks haften und ihre Kundinnen und Kunden bei Problemen entsprechend entschädigen müssen.

„Dies gilt jedoch nur, wenn das Personal bei der Fluggesellschaft beschäftigt ist. Streiks des Flughafenpersonals, der Flugsicherung oder anderer Luftfahrt bezogener Dienste gelten als außergewöhnlicher Umstand, da diese Streiks nicht im Einflussbereich der Fluggesellschaft liegen“, so Navas.

Es komme häufig vor, dass Fluggesellschaften Entschädigungsansprüche von Reisenden mit dem Argument ablehnen, dass Streiks außerhalb des Kontrollbereichs der Fluggesellschaft liegen und sie daher nicht für die Entschädigung verantwortlich sind. „Hiermit möchten wir nochmal deutlich darauf hinweisen, dass Flugunterbrechungen, die durch Streiks des Airline-Personals verursacht werden, definitiv entschädigungsfähig sind“, sagt Navas.

Anspruch auf Ersatzleistungen: Das müssen Reisende wissen

Betroffene Passagierinnen und Passagiere haben ab einer Verspätung von drei Stunden Anspruch auf eine Alternativbeförderung. Die Umbuchung auf einen anderen Flug muss von der ausführenden Airline selbst umgesetzt werden. Innerdeutsche Flüge können optional auf eine Bahnfahrkarte umgelegt werden.

Wird die Fluggesellschaft nicht von sich aus tätig, sollten betroffene Passagiere eine Frist auf drei Stunden nach der geplanten Abflugzeit setzen. Wird die Aufforderung dennoch nicht erfüllt, können Reisende eigene Alternativen suchen und die Kosten der Airline in Rechnung stellen. 

Ab einer Verspätung von mehr als fünf Stunden oder einer Beförderung zu einem späteren Zeitpunkt ist die Airline zudem dazu verpflichtet, den vollen Ticketpreis zu erstatten.

Zum Hintergrund: Die Verordnung EG 261

Die Verordnung EG 261 besagt, dass Reisende bei Flugausfällen und -verspätungen Entschädigungszahlungen in Höhe von bis zu 600 Euro zustehen können. Die Summe hängt von der Länge der Flugstrecke ab. Der Anspruch auf Entschädigung ist abhängig von der tatsächlichen Verspätungsdauer am Ankunftsort und dem Grund für den ausgefallenen oder verspäteten Flug.

Betroffene Passagierinnen und Passagiere können ihren Entschädigungsanspruch rückwirkend durchsetzen, bis zu drei Jahre nach ihrem Flugtermin. Außergewöhnliche Umstände wie Unwetter oder medizinische Notfälle können bewirken, dass die ausführende Airline von der Kompensationspflicht befreit wird. Angekündigte wie unangekündigte Streiks gehören nicht dazu.