370.000 Kreuzfahrt-Passagiere haben die Stadt Cannes im vergangenen Jahr besucht – damit ist sie der viertgrößte Kreuzfahrthafen Frankreichs. Die Stadt ist vor allem für die dort jährlich stattfindenden Internationalen Filmfestspiele bekannt. 

Diese Kreuzfahrtschiffe dürfen nicht mehr in Cannes anlegen

Das Verbot trifft alle Kreuzfahrtschiffe mit Schweröl-Antrieb, die Brennstoffe mit einem maximalen Schwefelgehalt von mehr als 0,1 Prozent verwenden, das berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“. „Wir werden keine Kreuzfahrt-Passagiere mehr akzeptieren, die von umweltverschmutzenden Kreuzfahrtschiffen kommen“, sagte Cannes’ Bürgermeister David Lisnard.

Es gehe nicht darum, generell gegen Kreuzfahrtschiffe vorzugehen, sondern gegen die Verschmutzung von Luft und Meer. Bereits im Juni hatte Lisnard auf Twitter geschrieben: „Ich schlage vor, dass der Premierminister die Bürgermeister der Küstengemeinden mit Polizeikräften ausstattet, um die Verschmutzung durch Schiffe zu bekämpfen.“

Die Betreiber von Kreuzfahrtschiffen müssen, um ab 2020 in Cannes anlegen zu dürfen, eine Vereinbarung unterschreiben, in der sie sich zur Verbesserung der Umweltverträglichkeit ihrer Schiffe verpflichten. Im Juli hat das bereits die Reederei Norwegian Cruise Line Holdings, auf die rund 40 Prozent des gesamten Kreuzfahrtschiffsverkehrs in Cannes entfallen, getan.

Die Obergrenze von 0,1 Prozent Schwefelgehalt im Brennstoff wird bereits in den Häfen der Ostsee, der Nordsee und  des Ärmelkanals durchgesetzt. Auch Saint-Raphaël an der Côte d’Azur will die Regelung ab 2020 umsetzen.