Dieser Mann bereist sieben Weltwunder – in sieben Tagen!

Mann bereist sieben Weltwunder – in sieben Tagen!

Simon Wilson wollte das Unmögliche möglich machen: In nur 7 Tagen 7 Weltwunder besichtigen. Bedeutete: 7 Länder und 5 Kontinente innerhalb einer Woche – eine abenteuerliche Reise mit intensiven Momenten.

Ein Mann streckt seinen Finger in Richtung Globus.
Die Reise zu den sieben Weltwundern führte einen Mann einmal um den Globus – und das in sieben Tagen! (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Artem Beliaikin

Einmal die sieben Wunder der Welt mit eigenen Augen sehen – diesen Traum teilt Youtuber Simon Wilson wohl mit vielen Menschen. Für viele eine Liste, die im Laufe des Lebens nach und nach abgehakt werden kann. Nicht so für Simon, den ein tollkühner Gedanke packte: „Es gibt sieben Weltwunder, was ist, wenn ich eines pro Tag in sieben Tagen in Folge sehen könnte?“, berichtet er dem „Insider“.

Youtuber Simon Wilson will sieben Weltwunder in sieben Tagen bereisen

Gesagt, getan. Er pickte sich sechs der neuen Weltwunder heraus und ersetzte den Machu Picchu in Peru durch eines der antiken Wunder, die Pyramiden von Gizeh in Ägypten.

Eine logistische und zeitliche Herausforderung, die Simon nach viel Recherche mit folgender Route meistern wollte: Das Kolosseum in Rom – die Pyramiden von Gizeh nahe Kairo – nach Jordanien zur Felsenstadt Petra – weiter zum Taj Mahal in Indien – zur Chinesischen Mauer – dann nach Mexiko zu den Maya-Ruinen Chichén Itzá – und abschließend zum Cristo Redentor in Rio de Janeiro.

Die Crux an der Sache: Möglich war das nur mit einigen Zwischenstopps. Wäre bei einer Verbindung etwas schiefgegangen, hätte das seinen Masterplan durchkreuzt. In das Abenteuer stürzte er sich trotzdem, nur mit einer kleinen Tasche. Dabei hatte er zwei T-Shirts, zwei Jogginghosen und ein paar Unterhosen – und Videoequipment wie Drohne und Kamera, um seine mehr als 400.000 Youtube-Abonennten mitnehmen zu können.

Weltwunder 1/7: Das Kolosseum in Rom

„Mal sehen, wie weit ich komme“, lautete seine Devise für die umgerechnet 6.800 Euro teure Reise. Von seinem Zuhause im englischen Manchester flog er zuerst nach Rom. Dort hatte er nur zwei Stunden Zeit, bevor es im Anschluss nach Kairo gehen sollte. Mit dem Taxi fuhr er zum antiken Ampitheater hin und auch wieder zurück und schaffte so die erste Etappe.

Weltwunder 2/7: Pyramiden von Gizeh in Ägypten

Vor dem Besuch der monumentalen Pyramiden von Gizeh gönnte sich Simon eine Nacht in einem nahe gelegenen Hotel, am darauffolgenden Morgen stand das zweite und älteste aller Weltwunder auf seiner Liste an. Mit Pferdekutschen ging es symbolisch im Galopp in anderthalb Stunden zu den drei Hauptpyramiden von Gizeh.

Überwältigt von der Bauleistung, bezeichnet er es als das Beste, was er jemals gesehen habe. Vor seinem Abflug wollte er unbedingt noch zur Sphinx – und schaffte es trotzdem rechtzeitig in den Flieger nach Amman in Jordanien.

Weltwunder 3/7: Felsenstadt Petra in Jordanien

Nach einer Flugstunde landete er in Amman, wo es bei seiner Ankunft bereits Abend war. Um dennoch zu seiner Airbnb-Unterkunft zu kommen, einer Höhle in den umliegenden Bergen von Petra, setzte er sich drei Stunden ins Taxi. Belohnt wurde das mit der „besten Übernachtung“ seines Lebens.

Und das ohne Internet, ohne Strom, dafür aber mit absoluter Stille – für den Digital Native eine prägende Erfahrung, auch weil er so den einheimischen Beduinen ganz nah kommen konnte. Und die lehrten ihn Dinge fürs Leben: „Die Leute denken, dass du Geld brauchst, um reich zu sein“, sagt ein Einheimischer in dem Video zu Simon, als ein Tourist diesem fürs Fotomachen Geld anbot.

Weltwunder 4/7: Taj Mahal in Indien 

Mit Entspannung sollte dann Schluss sein. Nach Neu-Delhi musste Simon einen Zwischenstopp im Oman einlegen, was zwar reibungslos klappte, der vierte Reisetag in Folge schlauchte ihn jedoch.

Selbst der Anblick des Grabmals Taj Mahal konnte seine Batterien nicht mehr aufladen – bei 42 Grad Celsius und einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit dachte sich Simon nur „Holt mich hier weg“. Für ein Beweisfoto reichten die Energiereserven dann aber doch noch.

Weltwunder 5/7: Chinesische Mauer

Der Wettlauf gegen die Zeit ging mit der Ankunft in Peking weiter. Und wieder einmal sollte es das Taxi sein, das Simon zum nächsten Weltwunder, der Chinesischen Mauer, bringen sollte.

In zwei Stunden erklomm er die steilen Treppen, ließ den Blick über die sich durch die Berge schlängelnde Großen Mauer schweifen und lernte dabei auch noch „sehr, sehr liebe Menschen“ kennen, wie er die Begegnung mit einer chinesischen Touristin im Video beschreibt. 

Weltwunder 6/7: Die Maya-Ruine Chichén Itzá

Es seien diese herzlichen und einzigartigen Momente gewesen, die dem Briten trotz Dauerstresses immer wieder gezeigt hätten, warum er weiterhin durchhalten wollte. Neben zeitlichen Problemen sollte er auf der nächsten Etappe sogar in echte Schwierigkeiten kommen: Bevor er von Peking weiter nach Mexiko reisen konnte, landete er in Los Angeles zwischen.

Da er dort nur auf den Anschlussflug nach Cancún wartete, dachte er, dass er als Transitreisender kein USA-Visum bräuchte. Diese Fehlannahme hätte ihn beinahe die Rekordreise gekostet und die erzwungene Rückkehr nach England bedeuten können. Wie das Foto vor der Stufenpyramide zeigt, schaffte er es dennoch zum sechsten Weltwunder, der Ruinenstätte Chichén Itzá auf der Halbinsel Yucatán. 

Wie das? Offenbar konnte Simon die Beamten der Einreisebehörde davon überzeugen, dass die USA auf keinen Fall auf seiner ungewöhnlichen Reiseroute standen. Die sollen von seiner Idee angetan gewesen sein und ließen ihn bis zum Terminal unter Beobachtung letztlich weiterreisen. 

Weltwunder 7/7: Cristo Redentor in Rio de Janeiro

Am siebten Tag, nach eindrucksvollen Momenten, spielte Simons Biorhythmus komplett verrückt: „Meine innere Uhr hat keine Ahnung, welcher Tag oder welche Uhrzeit gerade ist“, quatschte er in seine Kamera, als er am Flughafen Panama auf dem Weg zum Anschlussflug nach Rio war.

Die letzte „richtige“ Unterkunft hatte er in Kairo in einem Hotel, sonst habe er versucht, in der Luft etwas zu dösen. Noch mal alle Kräfte sammeln, denn das letzte Ziel war zum Greifen nah. Der Cristo Redentor, der auf dem Berg Corcovado über Rio de Janeiro thront. Mit Berücksichtigung der Zeitverschiebung stand Simon nach exakt sechs Tagen, neun Stunden und 13 Minuten vor der 30 Meter hohen Christusstatue. Mission completed!

Zum Ende der Reise wird er noch richtig melancholisch, rückblickend seien es vor allem die Menschen gewesen, die die Reise zu den sieben Weltwundern so besonders gemacht hätten. Selbst ein verpasster Flug hätte das nicht trüben können. Er bereue nicht und habe die knappe Zeit an den Sehenswürdigkeiten für sich so intensiv wie möglich genutzt – und zu einigen will er auch definitiv zurückkehren. 

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