Sex im Bali-Urlaub? Unverheirateten Paaren droht bald Haft

Sex im Bali-Urlaub: Droht unverheirateten Paaren bald Haft?

In Indonesien wird derzeit ein neuer Gesetzesentwurf diskutiert – der gravierende Auswirkungen auf die Intimsphäre von Urlaubern haben könnte. Denn außerehelicher Sex könnte dann bestraft werden.

Ein Mann und eine Frau küssen sich auf der Insel Bali in Indonesien.
Romantische Stimmung auf Bali: Wenn das Gesetz durchgewinkt wird, solltet ihr nicht zu intim werden.

Foto: unsplash.com/Artem Beliaikin

Einmal zu den Reisfeldern und Traumstränden Balis reisen – für viele ist das ein Punkt auf der Bucket-List. Gerade Paare erhoffen sich romantische Momente vor malerischer Kulisse. Doch für unverheiratete und für gleichgeschlechtliche Paare könnte es verheerend enden, ihre Liebe auszuleben, sollte ein umstrittenes Gesetz verabschiedet werden.

Im Inselstaat Indonesien, zu dem auch Bali gehört, wird derzeit über ein neues Gesetz diskutiert. Tritt es in Kraft, soll Sex vor oder außerhalb der Ehe hart bestraft werden. Wer im Urlaub intime Stunden verbringt, der würde damit Haftstrafen zwischen sechs Monaten und einem Jahr riskieren.

Offenbar sollen Paare auch kein Hotelzimmer bekommen, wenn sie kein Dokument vorzeigen können, das ihre Ehe bestätigt. Das berichtet die neuseeländische Nachrichtenseite „Stuff“.

In der Provinz Aceh ist Homosexualität verboten, doch auch in anderen Teilen des Landes herrscht gegenüber Mitgliedern der LGBTQ-Community kaum Toleranz. Auch sexuelle Handlungen unter gleichgeschlechtlichen Partnern könnten mit dem neuen Gesetz strafrechtlich verfolgt werden.

Heftige Kritik an konservativem und diskriminierendem Gesetzentwurf in Indonesien

Der Gesetzesvorschlag hatte in Indonesien – und international – allerdings für öffentliche Proteste gesorgt. Indonesiens Präsident Joko Widodo hat deshalb am Freitag entschieden, die Abstimmung über das Gesetz auf Anfang Oktober zu verschieben. Dann ziehen neue Mitglieder ins Repräsentantenhaus ein. 14 Paragrafen des Gesetztes bräuchten „weitere Überlegungen“, räumte Widodo ein. 

Die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen hatten bereits dazu geführt, dass Australien seine Reisehinweise für Indonesien aktualisierte. Einheimische wurden vor den Konsequenzen gewarnt, die außerehelicher Sex oder gleichgeschlechtliche Beziehungen in Indonesien bei Einführung der Gesetze mit sich bringen könnten, das berichtet „Al Jazeera“.

Menschenrechtler mahnen die indonesische Regierung, alle „missbräuchlichen Paragrafen“ zu entfernen, bevor das Gesetz verabschiedet wird. Am Montag gingen „Channel News Asia“ zufolge Tausende Studenten im ganzen Land auf die Straßen, um gegen das Gesetz zu demonstrieren. Zahlreiche Urlauber gaben an, nicht wieder nach Bali reisen zu wollen, falls das Gesetz tatsächlich verabschiedet werde.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook: