Pleite: Auch deutsche Thomas Cook meldet Insolvenz an

Pleite: Auch deutsche Thomas Cook meldet Insolvenz an

Was viele befürchtet hatten, ist nun offiziell: Nach dem britischen Mutterkonzern hat am Mittwoch auch die deutsche Thomas Cook GmbH Insolvenz angemeldet. Rund 140.000 Reisende sind derzeit mit ihr unterwegs.

Großes Thomas-Cook-Poster am Flughafen Gatwick.
Leere am Flughafen Gatwick: Mit Thomas Cook geht der zweitgrößte Reisekonzern Europas Konkurs.

Foto: imago images/ZUMA Press/Amer Ghazzal

Schock für Hunderttausende Urlauber: Zuerst hatte der britische Mutterkonzern Thomas Cook in der Nacht zu Montag Insolvenz angemeldet und mit sofortiger Wirkung den Betrieb eingestellt – nun folgt auch das Aus für die deutsche Tochter. Die deutsche Thomas Cook GmbH meldet nur vier Tage später ebenfalls Insolvenz an.

Die Flugzeuge der britischen Airline sind auf dem Weg zurück zur Basis, wo sie gegroundet werden, allein mehr als 150.000 britische Urlauber sind gestrandet. Sie sollen innerhalb von zwei Wochen bei einer riesigen Rettungsaktion mit Charterflügen von der britischen Zivilflugbehörde und der Regierung kostenlos zurückgeflogen werden, das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

600.000 Urlauber von Thomas-Cook-Pleite betroffen

Von den 600.000 betroffenen Kunden sind aktuell rund 140.000 Urlauber mit deutschen Reiseveranstaltern von Thomas Cook unterwegs.

Bist du betroffen? Schicke uns deine Geschichte!

Zehntausende deutsche Urlauber sind von der Thomas-Cook-Pleite betroffen. Gehörst du dazu? Dann melde dich gerne per E-Mail bei uns an autoren@reisereporter.de. Wo bist du gerade? Wie ist die Situation vor Ort? Wichtig: Schicke uns deinen vollständigen Namen.

Bei einem der voraussichtlich letzten Flüge von Thomas Cook haben sich Flugbegleiter und Passagiere emotional von dem Veranstalter verabschiedet. In einem Twittervideo ist zu sehen, wie die Passagiere gleichzeitig „Good Luck, Thomas Cook“ („Viel Glück, Thomas Cook“) rufen und ihre gereckten Daumen in die Luft strecken.

Drohende Pleite von Thomas Cook schon am Wochenende gefürchtet

Tausende Thomas-Cook-Kunden hatten schon am Wochenende gebangt, ob sie ihre Rückreise noch antreten können. Besonders schlimm soll es Urlauber in dem Hotel Les Orangers in Tunesien getroffen haben: Zahlreiche Gäste berichteten, dort „wie Geiseln“ festgehalten worden zu sein.

Das Hotel wollte die Urlauber offenbar dazu bringen, die Kosten für die Unterkunft selbst zu zahlen, obwohl sie die Reise bereits im Vorfeld über Thomas Cook bezahlt hatten. 

Bei einem Treffen am Sonntag mit Banken und Aktionären wollte Thomas Cook die Refinanzierung besiegeln. Dafür verhandelte der Veranstalter über eine Finanzspritze von 200 Millionen Pfund – zusätzlich zu den zuvor vereinbarten 900 Millionen Pfund.  

Deutsche Thomas Cook GmbH meldet Insolvenz an

Das hatte schon vor der am Mittwoch beantragten Insolvenz Auswirkungen auf die deutsche Thomas Cook GmbH. Es wurden keine Reisen mehr verkauft, die für den Montag und Dienstag (23. und 24. September) geplanten Abreisen konnten nicht gewährleistet werden. 

Das Unternehmen teilte mit, betroffene Gäste schnellstmöglich zu kontaktieren und bittet diese, nicht selbst die CallCenter anzurufen.

Condor fliegt planmäßig weiter – ohne Thomas-Cook- oder Neckermann-Kunden

Die Airline Condor soll derweil weiter fliegen. Auf der Website informiert die Fluggesellschaft am Montag, dass alle Condor-Flüge planmäßig stattfinden sollten. Am Dienstag wurde der Überbrückungskredit bewilligt.

Allerdings darf Condor Gäste, die Reisen mit Thomas Cook, Neckermann, OegerTours, Air Marin oder Bucher Reisen gebucht haben, nicht auf ihren Flügen mitnehmen.

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