Fliegen mit Kindern: Tipps für eine entspannte Reise

Fliegen mit Kindern: Tipps für eine entspannte Reise

Wenn die ganze Familie verreist, bedarf das einer guten Planung, um vor Ort Stress zu vermeiden. Gerade das Fliegen mit Kindern kann aufregend werden. Der reisereporter gibt Tipps, was Eltern beachten müssen.

Kinder sitzen im Flugzeug.
Wenn die Kleinsten mit dem Flieger reisen: So wird’s stressfrei. (Symbolfoto)

Foto: imago images/PhotoAlto

Als Familie gemeinsam mit dem Flieger in den Urlaub starten: Das ist Erlebnis und Stress zugleich. Leichte Nervosität, ob auch alles Wichtige eingepackt wurde, vermischt sich mit Vorfreude. Dabei sind es nur wenige Punkte, die Eltern berücksichtigen müssen, um entspannt mit den Kleinen zu verreisen. 

Das Alter: Darf mein Kind überhaupt schon fliegen?

Die Planung für die Flugreise beginnt zunächst mit der Frage, ob das Kind überhaupt schon ins Flugzeug steigen sollte. Frischgebackene Eltern sollten sich vor dem Abflug genauestens bei der Airline erkundigen, denn in der Regel lassen diese Neugeborene, die jünger als sieben Tage sind, nicht an Bord. Teilweise gilt das sogar für unter 14 Tage alte Babys. 

Für viele dürfte der Familienurlaub auch eine Geldfrage sein, denn Kinder bis zu zwei Jahren fliegen bei vielen Airlines gratis oder zu einem günstigen Pauschalpreis mit. Ab zwei Jahren gilt häufig ein ermäßigter Kinder-Tarif. Jedoch sollten Eltern abwägen, ob die Flugreise im ersten Lebensjahr unbedingt notwendig ist.

Der Grund: Schutzimpfungen vor gängigen Kinderkrankheiten sind in der Regel erst danach komplett, gerade bei Fernreisezielen könnte das relevant sein. Dazu kommen natürlich auch mögliche Temperatur- und Zeitumstellungen, bei denen es ungewiss ist, wie der kleine Körper reagiert.

Die Buchung der Flugreise und Check-in mit Kindern

Bei der Flugbuchung kann das Alter der Kinder gleich mit angegeben werden, dabei muss für ein Kind ab zwei Jahren ein eigener Sitzplatz reserviert werden. Dabei sollte daran gedacht werden, dass ein Kindersitz (die Lufthansa nennt den Kinderrückhalteeinrichtung) mitzubringen ist. Kleinkinder dürfen auch auf dem Schoß fliegen. Tipp: Einen Platz in der Nähe der Toilette oder einen mit Exta-Beinfreiheit wählen.

Der Aufpreis bei Billigairlines für die Reservierung könnte sich lohnen, damit am Ende die ganze Familie zusammensitzt. 

Bei der Buchung können Eltern auch gleich ein Kindermenü bestellen, denn das Thema Essen sorgt ja ohnehin gern für Diskussionen. Hinweis: An Allergien denken! An Bord gibt es eine Reihe an Snacks, aber zur Sicherheit können noch die Lieblingsnascherein eingepackt werden.

Wer kann, sollte sich einen der größten nerven- und zeitfressenden Faktoren gleich ersparen und online einchecken. 

Vor dem Abflug

Nicht nur Nervennahrung hilft: Manche Kinder gehen ganz sorglos an die große Reise heran, andere widerum beschäftigt das Fliegen sehr. Wie kann so ein schwerer Vogel mit Hunderten Menschen durch die Lüfte gleiten? Spielerisch können den Kleinen die physikalischen Prinzipien nähergebracht und somit mögliche Ängste genommen werden.

Eltern können spielerisch ihr Kind auf die Flugreise vorbereiten.
Eltern können spielerisch ihr Kind auf die Flugreise vorbereiten. Foto: imago images/Westend61

Das Thema Spielen wird auch beim Packen noch mal wichtig. Vorrang haben jedoch die Papiere. Wie die Großen muss sich auch der Nachwuchs ausweisen können. Ab Geburt bis zum zwölften Lebensjahr benötigen Kinder einen Kinderreisepass. Danach kann bereits ein „richtiger“ Reisepass beantragt werden.

Je nach Reiseziel können sich die Ein- und Ausreisebestimmungen unterscheiden, daher unbedingt informieren, zum Beispiel über das Auswärtige Amt. Was in jedem Fall eingesteckt werden sollte, ist der Impfpass.

Packliste: Was bei einer Flugreise mit (Klein-)Kindern mitmuss

Reisedokumente: check! Das gehört noch ins Handgepäck:

  • Medikamente (kindgerechte Medizin gegen Übelkeit, Schmerzen, abschwellendes Mittel gegen Ohrendruck)
  • Ohrstöpsel
  • Feuchttücher, Windeln, Wundcreme
  • Babynahrung und Zubehör wie Nuckelflasche
  • Lätzchen
  • Decke, dickere Socken, möglicherweise ein Tragetuch, Mützchen
  • Schnuller, Spielzeug, Lieblingskuscheltier, Bücher
  • Wechselkleidung
Das sind nur einige Anregungen, die Liste variiert je nach den Bedürfnissen des Kindes. Insofern schon möglich, können Eltern ihre Kinder auch nach ihren Wünschen fragen. Das sollte jedoch nicht darin enden, dass gefühlt das halbe Kinderzimmer mitreist.

Während des Flugs mit Kindern

Ist zu Hause alles startklar, sollten Eltern genügend Zeit für die Anreise, aber auch vor Ort am Flughafen einplanen. Für viele Eltern mag jedoch erst mit dem Einsteigen in den Flieger das Gedankenkarussell beginnen. Da gilt: Ruhe bewahren und sich nicht von den Blicken oder möglichen Beschwerden kinderloser Mitreisender stressen lassen.
Für viele Erwachsene ist der Blick und die sich unter ihnen verwandelnde Landschaft besser als jedes In-flight-Programm. Warum also nicht die Kleinen mal schauen lassen?
Für viele Erwachsene ist der Blick und die sich unter ihnen verwandelnde Landschaft besser als jedes In-flight-Programm. Warum also nicht die Kleinen mal schauen lassen? Foto: imago images / Westend61
 
Hebt der Flieger ab, merken wir oft Druck auf den Ohren. Kinder könnten das stärker wahrnehmen. Was hilft, ist Kaugummikauen (dem Alter entsprechend), das Nuckeln am Schnuller oder aber bei Babys das Stillen. Kindgerechte Nasentropfen können bei heftigen Ohrenproblemen abschwellend wirken und somit das dumpfe Gefühl auf den Ohren lindern. Wegen der trockenen Luft sollten Kinder genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. 
 
Ob Kurz- oder Langstrecke: Wenn selbst das liebste Spielzeug nicht mehr interessant genug ist, kann auch schon der Blick aus dem Fenster helfen – das fasziniert Groß und Klein. Oder einfach etwas im Flieger auf und ab laufen. Tipp: Das Animationsprogramm können Eltern natürlich auch umgehen, indem sie einen Nachtflug buchen, der das Kind weniger aus dem gewohnten Schlafrhythmus bringt. Manche Airlines bieten auch spezielle Babybetten an.
Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Das könnte dich auch interessieren