Kreuzfahrt-Knigge: 10 Dos und Don’ts an Bord | reisereporter.de

Kreuzfahrt-Knigge: 10 Dos und Don’ts an Bord der Schiffe

Kreuzfahrten werden immer beliebter, mehr als zwei Millionen Deutsche machen jährlich Urlaub auf hoher See. Dabei werden wichtige Regeln gern mal vergessen – deshalb kommen hier zehn Dos und Don’ts.

Kilian Genius
An Deck auf einem Kreuzfahrtschiff.
Ein Kreuzfahrtschiff ist wie ein kleines Dorf – es gibt Regeln und Gepflogenheiten. Damit du auf hoher See nicht dumm dastehst, kommen hier die Dos und Don’ts. (Symbolbild)

Foto: imago images/STAR-MEDIA

1. Das Handgepäck: Das A und O

Das Kofferpacken für eine Kreuzfahrt unterscheidet sich nicht wesentlich vom Kofferpacken für eine gewöhnliche Reise. Der entscheidende Faktor ist das Handgepäck! Du solltest unbedingt einen Satz Kleidung im Handgepäck dabeihaben – abgestimmt auf das Klima des Abfahrtsortes. 

Viele Passagiere fliegen zum Abfahrtsort des Kreuzfahrtschiffes, dabei kann der eigentliche Koffer schon mal verloren gehen. Außerdem kannst du auf einigen Schiffen erst gegen Nachmittag deine Kabine beziehen – mit einem gut ausgetstatteten Handgepäck bist du also für alle Eventualitäten bestens gewappnet.

Und: Es gibt einige Dinge, die darfst du auf einigen Kreuzfahrten nicht einpacken – einen Lockenstab oder einen Wasserkocher zum Beispiel.

Eine Frau mit Rucksack sitzt am Hafen.
In deinem Handgepäck solltest du immer einen Satz Kleidung dabeihaben – abgestimmt auf das Klima des Abfahrtsortes. (Symbolfoto) Foto: imago images / Panthermedia

2. Die Kabine: Qual der Wahl

Bei der Wahl deiner Kabine gibt es einiges zu beachten. Schließlich willst du kein Zimmer, in dem es laut ist, das schwankt oder sogar stinkt. Deshalb solltest du eine Kabine unter öffentlichen Bereichen wie Restaurants oder Treppenhäusern meiden.

Befindet sich dein Zimmer am Heck, kann es ebenfalls ein paar kleine Störfaktoren geben – die Geräusche der Schiffsschrauben dröhnen lauter und wie einige Passagiere berichten, sind die Wellenbewegungen stärker zu spüren und manchmal kann Dieselgeruch in der Luft liegen.

Ein Mann sitzt auf einem Balkon auf einem Kreuzfahrtschiff.
Die Wahl der Kabine auf dem Kreuzfahrtschiff ist vergleichbar mit der Wahl eines Hotelzimmers – überleg dir vorher, wie viel Zeit du dort verbringen wirst. (Symbolfoto) Foto: imago images / Waldmüller

Überleg dir am besten vorher, wie viel Zeit du in deiner Kabine verbringen wirst. Lohnt es sich, einen satten Aufpreis für ein Fenster oder einen Balkon zu bezahlen? Vorsicht: Auch eine Balkon-Kabine kann zum ziemlichen Reinfall werden.

Tipp: Wenn du schnell seekrank wirst, solltest du dich auf jeden Fall für eine möglichst weit unten und in der Mitte des Schiffs gelegene Kabine entscheiden.

3. Die Bordkarte: Dein Ein und Alles

Auf dem Kreuzfahrtschiff ist deine Bordkarte das wichtigste Dokument – sie dient als Ausweisdokument, Zahlungsmittel und Zimmerschlüssel. 

Denn bei einigen Reedereien wird dein Pass aus bürokratischen Gründen am Anfang der Reise eingesammelt und erst am Ende wieder ausgegeben. Umso wichtiger, dass du deine Bordkarte bei dir trägst, um dich ausweisen zu können. 

Die Bordkarte bei einer Kreuzfahrt ersetzt Reisepass und Geld. (Symbolfoto)
Auf dem Kreuzfahrtschiff ist deine Bordkarte das wichtigste Dokument – sie dient als Ausweisdokument, Zahlungsmittel und Zimmerschlüssel. (Symbolfoto) Foto: imago images / imagebroker

Wenn du bei einem Landausflug deine Bordkarte verlierst, wird es deshalb schwer, die Crew davon zu überzeugen, dass du wirklich ein Passagier auf dem Schiff bist. Also pass gut auf dein „Ein und Alles“ auf!

4. Der Landausflug: Plane ihn lieber selbst

Ein ganzer Urlaub nur auf dem Kreuzfahrtschiff wird schnell langweilig. Ausflüge gehören dazu, schließlich willst du fremde Städte und Länder erkunden. Hier gilt: Nimm die Planung selbst in die Hand!

Zwar bieten viele Reedereien ein Rundum-sorglos-Paket an, aber das ist meistens ziemlich teuer. Außerdem bleibt dabei die Individualität auf der Strecke – oder willst du mit Hunderten anderen Touristen in einen Bus gequetscht werden, nur um eine Sehenswürdigkeit nach der anderen abzuklappern?

Die Passagiere gehen an Land.
Beim Landausflug ist Vorbereitung alles! Plane genügend Zeit ein, damit du pünktlich wieder an Bord des Schiffes kommst. (Symbolfoto) Foto: imago images / Jochen Tack

Also plane deinen Landtag lieber selbst. Überlege dir im Voraus, was du auf keinen Fall verpassen möchtest – Vorbereitung ist alles! Erstelle dafür am besten einen Zeitplan, damit du pünktlich wieder an Bord des Schiffes kommst. Das wartet in der Regel nämlich nicht auf verspätete Alleinreisende.

5. Der Dresscode: Jacke wie Hose

Die Kleiderordnung auf Kreuzfahrtschiffen ist längst nicht mehr so streng wie früher. Mit legerer Freizeitkleidung kannst du auf den meisten Schiffen nichts falsch machen. Willst du dich doch einmal in Schale werfen, sind Kleid oder Anzug eine gute Wahl.

Ein Paar steht an der Reling.
Mit legerer Freizeitkleidung kannst du nichts falsch machen. Falls es doch mal schicker sein soll, sind Kleid oder Anzug eine gute Wahl. (Symbolfoto) Foto: imago images / Westend61

Ein No-Go an Bord sind im wahrsten Sinne des Wortes High Heels – denn gehen ist damit gar nicht so einfach, vor allem bei stärkerem Seegang und Nässe. Außerdem wird die Gangway mit hohen Hacken zur echten Stolperfalle. 

Bei deiner Garderobe solltest du auch bedenken, dass die Schornsteine auf einem Kreuzfahrtschiff Rußpartikel ausstoßen. Diese können auf heller Kleidung unschöne dunkle Flecken hinterlassen. Wer seine Weste weiß lassen will, sollte das Heck daher meiden.

6. Der Liegestuhl: Dein Platz an der Sonne

Du denkst, dass deutsche Passagiere, die ihre Liegestühle mit Handtüchern reservieren, nur ein Klischee sind? Es gibt sie wirklich – auch auf dem Kreuzfahrtschiff. Beim morgendlichen Spaziergang übers Deck werden gern auch gleich mehrere Handtücher verteilt, um die Liegestühle zu „reservieren“.

Falls du auch schon einmal daran gedacht hast – lass es lieber bleiben. Damit machst du dir keine Freunde, sondern verärgerst die Crew und vor allem andere Passagiere. Außerdem gibt es auf großen Schiffen eine „Liegenpolizei“, die die Handtücher wieder einsammelt, wenn die Plätze längere Zeit nicht genutzt werden.

Liegestühle auf dem Deck eines Kreuzfahrtschiffes.
Die Liegestühle auf einem Kreuzfahrtschiff sind sehr beliebt. Trotzdem solltest du davon absehen, dir einen Platz mit deinem Handtuch zu „reservieren“. (Symbolbild) Foto: imago images/robertharding/Sergio Pitamitz

7. Die Liebe: Im siebten Himmel auf hoher See

Auf einem Kreuzfahrtschiff lernst du schnell andere Passagiere kennen. Man kommt leicht ins Gespräch und freundet sich an. Vor allem wer allein reist, sucht Anschluss – oder vielleicht sogar die ganz große Liebe?

Die Kulisse auf einem Kreuzfahrtschiff kann schon traumhaft sein: Die Sonne scheint, das Wasser ist himmelblau, und dann läuft dir plötzlich der oder die Richtige über den Weg.

Ein junges Paar liegt im Bett auf einem Kreuzfahrtschiff.
Im Urlaub verliebt man sich schneller – kein Wunder, bei der traumhaften Kulisse. Von Crew-Mitgliedern solltest du aber die Finger lassen. (Symbolbild) Foto: imago images/Westend61

Aber Vorsicht, Crewmitglieder sind tabu! Sie dürfen keine privaten Kontakte zu Passagieren haben, von Urlaubsflirts und Beziehungen ganz zu schweigen. Einzige Ausnahme sind sogenannte „Tanz-Beauftrage“.

Das sind gut aussehende Männer (oder Frauen), deren Aufgabe es ist, alleinstehende Frauen (oder Männer) zum Tanzen aufzufordern. Der Gedanke dahinter: Je glücklicher die Passagiere, desto besser für die Reedereien.

8. Das Rauchen: Nicht überall erlaubt!

Wenn du Raucher bist, solltest du dir auf einem Kreuzfahrtschiff genau überlegen, wo du deine Zigarette anzündest – in vielen Bereichen herrscht nämlich ein striktes Rauchverbot. Nur in eigens dafür vorgesehenen und gekennzeichneten Bereichen ist es erlaubt.

Eine heimliche Kabinen-Zigarette kann ganz schnell zu Feueralarm und Massenpanik führen – und kostet gern mal mehrere Hundert Euro Strafe. Hier findest du die Kreuzfahrtschiffe, auf denen das Rauchen verboten ist, und welche Strafen drohen, wenn du es trotzdem tust.

Zwei Männer rauchen auf einem Kreuzfahrtschiff.
Auf Kreuzfahrtschiffen gilt ein strenges Rauchverbot – nur in gekennzeichneten Bereichen ist das Rauchen erlaubt. (Symbolfoto) Foto: imago images / Westend61

Übrigens: Auch bei elektrischen Geräten unter Deck solltest du vorsichtig sein. Bei den großen Reedereien sind Lockenstab, Bügeleisen und Co. verboten, weil sie bei einem stärkeren Seegang umstürzen und so einen Brand auslösen könnten.

9. Die Kapitänsstunde: Fragen über Fragen

Auf den meisten Kreuzfahrten gibt es mindestens eine sogenannte „Kapitänsstunde“. Dabei kannst du eine Stunde lang den Kapitän, den Kreuzfahrtdirektor, die Techniker und manchmal auch Crew-Mitglieder mit Fragen löchern.

Die meisten sind seit etlichen Jahren dabei und haben dementsprechend viel zu erzählen – lausche spannenden Geschichten, lustigen Anekdoten und verrückten Abenteurn auf hoher See.

Ein Kapitän bei der Kapitänsstunde.
Bei der Kapitänsstunde kannst du den Kapitän eine Stunde lang mit Fragen löchern. (Symbolfoto) Foto: imago images / Ralf Schanze

10. Das Trinkgeld: Geiz ist nicht geil

Ein Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff ist nicht gerade günstig – deshalb ist der Service an Bord grundsätzlich inklusive. Zu den internationalen Gepflogenheiten gehört es aber auch, dass guter Service belohnt wird. Außerdem ist das Trinkgeld nicht selten Teil des Einkommens der Mitarbeiter an Bord. 

Deshalb freuen sich alle über eine kleine Aufmerksamkeit – egal ob der Guide bei Ausflügen, das Zimmermädchen oder der Kofferträger. Die Trinkgeld-Regelungen sind von Reederei zu Reederei unterschiedlich. Imformier dich am besten vorher, ob es im Reisepreis enthalten ist oder was als Aufmerksamkeit empfohlen wird.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Das könnte dich auch interessieren