Safari-Guide: Wo du wann welche wilden Tiere siehst

Safari-Guide: Wo du wann welche wilden Tiere siehst

Einmal auf Safari, das ist der Traum von vielen Reisenden. Damit du deine Lieblingstiere sehen kannst, brauchst du viel Glück – und ein wenig Planung. Denn bestimmte Tiere bevorzugen gewisse Gegenden. 

Du willst wilde Tiere sehen? Der reisereporter weiß, wann das wo am besten möglich ist.
Du willst wilde Tiere sehen? Der reisereporter weiß, wann das wo am besten möglich ist.

Foto: imago images/blickwinkel

Elefanten

Die größte Elefanten-Population findest du in Botswana. Hier leben rund 30 Prozent aller Elefanten Afrikas. Die besten Chancen hast du im Chobe-Nationalpark im Norden des Landes an der Grenze zu Simbabwe, Sambia und Namibia. Hier finden sich Herden, zu denen mehr als 100 Tiere gehören!

Das Spezielle: Schon bei der Anreise kann es gut sein, dass dir ein Elefant vors Auto läuft. Denn rund um die Stadt Kasane, von der aus viele Touren in den Chobe starten, finden sich zahlreiche bekannte Wege für die Dickhäuter. Auch im nahe gelegenen Okavangodelta kann man häufig Elefanten sehen – manchmal sogar beim Baden.  

Auch andere Parks sind für ihr hohes Elefantenvorkommen bekannt, zum Beispiel der Addo-Elephant-Nationalpark in Südafrika. Vor allem einsame Bullen kommen den Safari-Gängern permanent vor die Linse, sie versperren auch schon einmal die Straße. 

In Kenia finden sich die größten Herden im Amboseli-Nationalpark – mit etwas Glück erwischt ihr eine Herde beim Baden oder vor dem Kilimandscharo, dem höchsten Berg Afrikas. Der Tsavo-Ost-Nationalpark ist berühmt für seine roten Elefanten – die rote sandige Erde färbt die Tiere. Im Tsavo leben auch einige ausgewilderte Exemplare. 

Wer zwischen Juli und Oktober in Simbabwe unterwegs ist, sollte auf jeden Fall einen Besuch im Hwange-Nationalpark einplanen. Hier lebt mit 40.000 Exemplaren eine der größten Elefantenpopulationen weltweit. 

Ein atemberaubender Anblick: Eine Elefantenherde im Amboseli-Nationalpark in Kenia.
Ein atemberaubender Anblick: Eine Elefantenherde im Amboseli-Nationalpark in Kenia. Foto: imago images / blickwinkel

Löwen

Tansania hat die größte Population an Löwen. Vor allem in den nordwestlichen Reservaten Serengeti, Ngorongoro-Krater und Lake Manyara kannst du Löwen eigentlich nicht verpassen! Die Löwen am Lake Manyara sind auch dafür bekannt, auf Bäume zu klettern – wobei du das durchaus auch in der Serengeti erleben kannst. 

Andere Quellen sagen, die Masai Mara in Kenia, die an die Serengeti grenzt, sei der beste Ort – denn hier leben auf einem deutlich kleineren Gebiet sehr viele Löwen. Es ist quasi unmöglich, zwei Tage in der Masai Mara zu verbringen und keine Löwen zu sehen. Anders als die Artgenossen in Tansania bleiben die Raubkatzen in der Masai Mara aber lieber am Boden.

Nashörner

Die höchste Nashorn-Dichte findet sich in Kenia. Im Naturschutzgebiet Ol Pejeta beispielsweise hat man quasi eine Garantie auf verschiedene Nashörner. Aber auch im Lake-Nakuru-Nationalpark und im Nairobi-Nationalpark kann man die Tiere das ganze Jahr über kaum verfehlen.

Nashörner auf einer Safari zu sehen ist ein ganz besonderer Moment.
Nashörner auf einer Safari zu sehen ist ein ganz besonderer Moment. Foto: imago images / Westend61

Geparde

Nur noch rund 7.000 Geparde gibt es in freier Wildbahn – und die schnellsten Landtiere der Welt bevorzugen freie Sicht, um bei der Jagd beschleunigen zu können. Deshalb finden sich Geparde vor allem in eher kargen Landschaften mit wenigen Bäumen, wenig Sträuchern und Büschen und wenig Hügeln. 

In Namibia und Südafrika leben die meisten Geparde, wobei es schwer ist, sie in freier Wildbahn zu sehen. Bessere Chancen haben Besucher in privaten Wildreservaten, die dem Tierschutz dienen. Zwischen einigen schwarzen Schafen finden sich auch gute Angebote, etwa Okonjima in Namibia, eine Einrichtung der Tierschutzorganisation AfriCat.

Geparde und Leoparde tragen dort Halsbänder, sodass die Guides sie via GPS tracken können. Die Tiere leben hier geschützt vor Wilderern und Farmern. 

Wer sein Glück lieber in der komplett freien Wildbahn versuchen will, kann dies auch in der Serengeti in Tansania tun: Vor allem im Grenzbereich zu Kenia finden sich noch einige Tiere. 

Geparden sind äußerst selten geworden, hier siehst du einen im Kruger-Nationalpark.
Geparden sind äußerst selten geworden, hier siehst du einen im Kruger-Nationalpark. Foto: imago images / Westend61

Gnus und Zebras

Die riesigen Gnu- und Zebra-Herden – Tausende Tiere, die den Mara-Fluss durchqueren und immer Gefahr laufen, von einem Krokodil im Wasser oder einem Löwen, der hungrig an Land wartet, gefressen zu werden. Die große Gnu-Wanderung, Big Migration genannt, ist eines der größten Naturschauspiele überhaupt. Dabei wandern Millionen von Gnus und Zebras zwischen der Serengeti in Tansania und der Masai Mara in Kenia hin und her. 

Die Huftiere bewegen sich dabei strategisch: immer dem Wasser hinterher. Denn dort, wo es trocken ist, finden sie nichts zu fressen. Gegen April eines Jahres starten die Herden vom Süden der Serengeti und vom Ngorongorokrater aus in den Norden. Im August queren sie den Mara-Fluss dann zum ersten Mal Richtung Kenia. Im November brechen die letzten Tiere dann wieder auf gen Süden, um dort ihre Jungen zur Welt zu bringen. 

Vor allem die Fluss-Querungen sind speziell, aber auch die vielen Jungtiere, die im Februar im Süden der Serengeti geboren werden. Und ohnehin: Hunderte und Tausende Tiere auf einem Fleck, das ist schon was Besonderes – und lockt auch viele Raubtiere an. Meistens finden sich in der Nähe größerer Herden auch Löwenrudel, die darauf warten, ein schwächeres oder junges Tier zu erwischen. 

Durch den Klimawandel haben sich die Regenzeiten im südlichen Afrika verschoben und damit auch die typischen Zeiten, zu denen die Gnus sich auf Wanderung begeben. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann über einen Herden-Tracker die Migration verfolgen. 

Vor allem wegen der spektakulären Gnuwanderung kommen Touristen nach Kenia.
Vor allem wegen der spektakulären Gnuwanderung kommen Touristen nach Kenia. Foto: imago/blickwinkel

Erdmännchen

Sie sind soooo süß und bringen das Herz von jedem Zoo-Besucher zum Schmelzen. Aber wie ist das eigentlich mit Erdmännchen in freier Wildbahn? Tatsächlich sind die kleinen Raubtiere nur schwer anzutreffen. 

Sie leben in Südafrika, Botswana und Namibia. In Südafrika gibt es eine eigene Erdmännchen-Safari in Oudtshoorn in der Halbwüste Klein Karoo. Guides nehmen die Besucher mit und erklären die Verhaltensweisen. Auch in der Kalahari-Wüste in Botswana gibt es solche speziellen Touren. 

Viel häufiger sind übrigens Mangusten, die den Erdmännchen sehr ähnlich sehen. Sie kommen in allen Ländern von Subsahara-Afrika vor. 

Zwei Erdmännchen im Kgalagadi Transfrontier Park in Südafrika.
Zwei Erdmännchen im Kgalagadi Transfrontier Park in Südafrika. Foto: imago/robertharding

Afrikanische Wildhunde

Der Afrikanische Wildhund war schon fast ausgestorben, doch durch einige Auswilderungs-, Zucht- und Schutzprojekte konnten wieder einige Rudel in afrikanischen Wildparks angesiedelt werden, beispielsweise in der Serengeti in Tansania.

Die besten Chancen auf eine Sichtung hast du aber andernorts, nämlich im Moremi Wildlife Reserve im Okavangodelta in Botswana sowie im Mana-Pools-Nationalpark in Simbabwe. Auch im Madikwe Game Reserve in Südafrika finden sich wieder einige Exemplare.

Wildhunde im Madikwe Game Reserve in Südafrika.
Wildhunde im Madikwe Game Reserve in Südafrika. Foto: imago/robertharding

Flamingos

Früher war der Lake-Nakuru-Nationalpark in Kenia das Eldorado für Flamingo-Liebhaber. Bis zu zwei Millionen Tiere versammelten sich hier in der Regenzeit an dem ansonsten für seine vielen Nashörner bekannten Park. 

Inzwischen finden sich zwischen September und Dezember sowie zwischen März und Juni auch noch Kolonien ein, allerdings bedeutend weniger. Auch am benachbarten Lake Elementaita finden sich ein paar kleine Kolonien. 

Die meisten der Tiere sind nach schwierigen Jahren mit Dürre und Überschwemmungen gen Norden abgewandert. Ganzjährig findet man Flamingos nun am Lake Bogoria im Norden Kenias.

Flamingos auf dem Bogoria-See in Kenia.
Flamingos auf dem Bogoria-See in Kenia. Foto: imago images/Xinhua

Gorillas und Schimpansen

Viele Berggorillas gibt es nicht mehr in Afrika, deren Schutz ist nun zur Aufgabe von hauptsächlich drei Nationen geworden: Uganda, Ruanda und Demokratische Republik Kongo. Im Grenzgebiet der drei Ländern im Urwald halten sich die Menschenaffen auf. 

Eine Genehmigung, die Tiere aufsuchen zu dürfen, ist recht teuer, zwischen 600 und 1.500 US-Dollar kostet der Spaß, wobei es in der Demokratischen Republik Kongo nicht ganz ungefährlich und in Ruanda am teuersten ist. Auch deshalb wird immer wieder der Bwindi-Nationalpark in Uganda für Gorilla-Trekking empfohlen. 

Gemeinsam geht eine Kleingruppe dann los, hinein in den Wald, und spürt die Affen auf. Jede Gorilla-Familie wird nur von einer Gruppe pro Tag aufgesucht, die Besucher dürfen eine Stunde bleiben. Nur so können die vom Aussterben bedrohten Tiere ein möglichst natürliches Leben führen. 

Schimpansen sind hingegen weiter verbreitet. Der Gombe-Nationalpark ist der erste weltweit, der sich speziell für den Schutz der Menschenaffen einsetzt. Auch der Mahale Park in Tansania ist für seine Schimpansen bekannt, ebenso wie der Kibale-Nationalpark in Uganda. 

Auch wenn der Westen Afrikas insgesamt mit seinem Wildlife nicht mit dem Osten und Süden mithalten kann, so gibt es auch hier noch viele Gebiete, in denen Schimpansen leben. Die besten Chancen hast du im Taï-Nationalpark in der Elfenbeinküste. Da der Eintritt hier frei ist, ist es die günstigste Möglichkeit, Schimpansen in freier Wildbahn zu erleben. 

Eine Berggorilla-Familie im Kongo.
Eine Berggorilla-Familie im Kongo. Foto: imago images / Nature Picture Library

Wale und Delfine

Südafrika rühmt sich damit, den einzigen Nationalpark weltweit mit den Big Seven zu haben – dazu zählen nach Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn, die die Big Five bilden, auch der weiße Hai und der Südkaper. Südafrika ist eines der neun Länder mit den besten Chancen, von Land aus Wale zu sehen. 

Die Wale kommen meistens gegen Juni an die Küste in der Nähe der Kleinstadt Hermanus, rund anderthalb Stunden von Kapstadt entfernt. Dort bekommen sie ihre Jungen – und ziehen die Kälber auf. Erst gegen November beziehungsweise Anfang Dezember verabschieden sich die Tiere wieder.

Die Fluke eines Wales ragt vor der Küste in Südafrika aus dem Meer.
Die Fluke eines Wales ragt vor der Küste in Südafrika aus dem Meer. Foto: imago images / blickwinkel

Bis dorthin lassen sich in Hermanus von Land aus Wale beobachten, auch Delfine springen hin und wieder mal vorbei. Wer die Meeressäuger aus noch geringerer Entfernung sehen möchte, kann auch eine Walsafari mit dem Boot machen. 

Auch auf den Kapverden lassen sich Wale beim Kalben beobachten. Während Delfine das ganze Jahr über mit dem Boot zu sehen sind, kommen die Buckelwale im März und April in die Nähe des Insel-Archipels. 

Delfine indes sieht man auch andernorts häufiger, etwa vor der Küste Kenias rund um den Kisite-Marine-Nationalpark oder vor der Ostküste Sansibars. 

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