Reisetrends 2020: Diese Ziele sind nächstes Jahr angesagt

Reisetrends 2020: Diese Ziele sind nächstes Jahr angesagt

Wohin reisen wir im nächsten Jahr am liebsten? Welche Art von Urlaub wird gern gebucht? Der reisereporter hat sich bei denen umgehört, die es wissen: den Reiseveranstaltern. Das sind die Reisetrends 2020.

Katrin Schreiter
Immer mehr Deutsche entscheiden sich für eine Reise nach Marokko. Für 2020 haben die Veranstalter deshalb ihre Angebote erweitert. Zu vielen Reisen gehört auch ein Besuch auf dem Marktplatz Djemaa el-Fna im Herzen von Marrakesch.
Wohin geht’s nächstes Jahr in den Urlaub? Der reisereporter kennt die Reisetrends. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/jeshoots.com

In Zeiten von weltweiten Unruhen und Krisen beobachtet die Tourismusbranche schon seit längerem, dass die Menschen vor allem auf den Aspekt Sicherheit schauen. Wir wollten wissen, was die Reisetrends 2020 sind und haben bei den Reiseveranstaltern Tui, FTI, Studiosus und Gebeco nachgefragt. 

Interesse an der Türkei wächst weiter

Erstes Ergebnis: Neben Deutschland sind bei Pauschalreisen die traditionellen Urlaubsländer gefragt. Spitzenreiter ist – wie schon in diesem Jahr – Spanien mit der Lieblingsinsel der Deutschen: Mallorca.

Zudem wächst aber vor allem auch das Interesse an der Türkei weiter, sagt Tui-Sprecherin Anja Braun. „Der Shootingstar im aktuellen Sommer wird auch 2020 bei deutschen Urlaubern gefragt sein. All-inclusive, attraktive Preise und eine gute Hotelqualität zahlen sich im kommenden Jahr aus.“ Auch Klassiker wie die Kanaren und Ägypten würden Buchungszuwächse verzeichnen. 

Große Anziehungskraft hat die Orientmetropole Marrakesch mit ihren Souks und verwinkelten Gassen.

Anja Braun, Tui-Sprecherin


„Aufsteigerziele auf der Mittelstrecke sind aktuell Marokko und die Kapverdischen Inseln, die beide zweistellige Buchungszuwächse verzeichnen. Marokko ist ein vielseitiges Land, das auch im Fokus jüngerer Generationen steht. So zählt Taghazout nördlich von Agadir zu den beliebtesten Surfspots in Marokko“, sagt Braun. „Große Anziehungskraft hat die Orientmetropole Marrakesch mit ihren Souks und verwinkelten Gassen.“

Auch Reisen nach Ägypten sind für 2020 wieder stärker nachgefragt.
Auch Reisen nach Ägypten sind für 2020 wieder stärker nachgefragt. Foto: Stocksnap/pixabay


Auch das Programm auf den Kapverden baut Tui deutlich aus. „Milde Temperaturen das ganze Jahr lang, schöne Strände und ein wachsendes Hotelangebot locken immer mehr deutsche Urlauber auf die Atlantikinseln.“ Im Dezember 2019 soll unter anderem der erste Robinson Club der Kapverden auf der Insel Sal in der Nähe von Santa Maria eröffnen.

Im Bereich Fernreisen verzeichnet Tui bei Zielen im Indischen Ozean wie den Malediven, den Seychellen und Mauritius kräftige Buchungszuwächse. „Mit dem Hotel Riu Atoll auf der privaten Insel Maafushi und dem Hotel Riu Palace Maldivas auf der Insel Kedhigandu haben jüngst zwei neue Hotels auf den Malediven eröffnet“, sagt Braun. „Mehr nachgefragt werden zudem Indonesien und Mexiko.“

Bei den Fernreisen werden Urlaube in Indonesien mehr nachgefragt. Ein besonders beliebtes Ziel ist Bali.
Bei den Fernreisen werden Urlaube in Indonesien mehr nachgefragt. Ein besonders beliebtes Ziel ist Bali. Foto: Sushuti/pixabay

Glitzermetropole Dubai liegt im Trend

Bei FTI steht der Orient hoch im Kurs. „Absolut im Trend liegt 2020 sicher die Glitzermetropole Dubai, die die Expo ausrichtet“, sagt Unternehmenssprecherin Angela Winter.

Auch die anderen Emirate würden bei abwechslungsreichen Themenausflügen bereist werden. „So erfahren Gäste etwa bei ‚The Green Planet Dubai’ in einem vertikalen Indoor-Regenwald mehr über rund 3000 exotische Tier- und Pflanzenarten oder entdecken beim Paket ‚Arabische Paläste’ den Herrscherpalast Qasr Al Watan in Abu Dhabi.“

Traditionell setzt FTI weiterhin auf Marokko. Immer mehr Urlauber „wollen das Land in seiner Fülle erleben, weshalb wir vermehrt auf Kombinationen und Rundreisen setzen“, sagt Winter. „Die vielfältigen Möglichkeiten reichen von märchenhafter Entspannung in luxuriösen Riads und Strandhotels über Kombipakete für Marrakesch und Agadir bis hin zu Surfkursen an der Küste und Wanderungen im Hinterland.“

Stark nachgefragt wird der Urlaub in Ägypten: Eine neue FTI-Tour „verbindet Kultur und Natur entlang des Nils und führt dabei von den Pyramiden bei Kairo bis zum Karnak-Tempel in Luxor samt einem Abstecher in die Oase Fayoum.“

Der Urlaubsliebling 2020 werde aber wieder die Türkei sein. „FTI-Kunden, die in ihrem Urlaub nicht auf schicke, internationale Restaurants, hippe Bars, Beachclubs und Festivals verzichten möchten, werden an der türkischen Ägäis fündig.“

Albanien und Montenegro sind beliebte Newcomer

Als Newcomer nennt die FTI-Sprecherin Montenegro mit seinem „Geheimtipp-Charakter und modernen Luxushotels“ sowie Albanien, das „mit 170 Kilometern Naturstrand und 240 Sonnentagen pro Jahr punktet“.

Bei Studiosus beobachte man ein steigendes Interesse an der arabischen Welt, sagt Sprecher Frano Ilic. „Das reicht von Marokko über Ägypten, Tunesien und Jordanien bis in den Oman.“

Zudem sei Israel ein echter Renner, das deutlich zweistellig im Plus liegt und auf ein Allzeithoch bei den Teilnehmerzahlen zusteuert. Sowohl in der arabischen Welt wie auch in Nahost habe Studiosus deshalb das Angebot für 2020 ausgebaut.

In Europa beobachten wir aktuell eine besonders starke Nachfrage nach Russland, Bulgarien und Rumänien.

Frano Ilic, Studiosus-Sprecher


„Ebenfalls stark gefragt sind Georgien, die Länder der Seidenstraße und Japan, in Südamerika zieht es unsere Gäste im Humboldt-Jahr insbesondere nach Ecuador“, sagt Ilic. „Und in Europa beobachten wir aktuell eine besonders starke Nachfrage nach Russland, Bulgarien und Rumänien.“

Im Humboldt-Jahr zieht es viele Studienreisende nach Ecuador. Sie fahren meist auch auf die Galapagos-Inseln, um die vielfältige Tierwelt zu sehen.
Im Humboldt-Jahr zieht es viele Studienreisende nach Ecuador. Sie fahren meist auch auf die Galapagos-Inseln, um die vielfältige Tierwelt zu sehen. Foto: Britta Matzen


Wenig Interesse gebe es zurzeit für Sri Lanka – eine Folge der Anschläge vom April. „Auch der Iran bleibt aufgrund des politischen Umfelds hinter seinen Möglichkeiten als Kulturreiseziel zurück.“

Ury Steinweg, CEO bei Gebeco, hat festgestellt, dass viele Reisende ihr Kulturprogramm mit Wanderungen oder Radtouren ergänzen möchten. „Besonders gefragt sind unsere Radreisen mit dem E-Bike, die wir für fast alle europäischen Reiseziele anbieten.“ Auch Reisen mit einem kulinarischen Schwerpunkt oder einer inkludierten Flusskreuzfahrt würden verstärkt gebucht. Nicht zuletzt würden Touren, die besonders nachhaltig konzipiert sind, in den Fokus rücken.

Unabhängig von den Reisearten hätten sich folgende Reiseländer bewährt: auf der Fernstrecke das südliche Afrika, China, Vietnam, Japan und Peru sowie in der Nähe Italien, die Iberische Halbinsel, Russland, Griechenland und Usbekistan, so Steinweg. Im Trend würden nächstes Jahr außerdem noch Costa Rica und Chile liegen sowie Albanien, der Kaukasus, Israel, Jordanien und Marokko.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Das könnte dich auch interessieren