Einige Denkmäler sind an manchen Stellen schon ganz blank gerieben – immerhin soll es ja Glück bringen, sie zu berühren. Aber das solltest du bei diesen Denkmälern lieber lassen. Denn auf einigen wurden potenziell gefährliche Bakterien wie Staphylokokken und Pseudomonas gefunden.

So lauten die Ergebnisse einer Studie, die dem reisereporter vorliegt. Das Gesundheitsunternehmen „Atlas Biomed“ hat 24 Statuen in 13 Städten untersucht. 

Diese Statuen sind echte Keimschleudern

In Deutschland wurden vier Denkmäler überprüft – drei in München und eins in Hamburg. In der bayerischen Landeshauptstadt waren der „Sitzende Keiler“, die „Wels-Bronzeskulptur“ und die beiden Löwenstatuen vor der Residenz ein Teil der Studie. In Hamburg wurde die Statue der „Zitronenjette“ auf Bakterien und Keime untersucht.

„Sitzender Keiler“ vor dem Jagd- und Fischereimuseum in München.
Der „Sitzende Keiler“ vor dem deutschen Jagd- und Fischereimuseum in München ist an einigen Stellen schon ganz blank gerieben. Foto: imago images/imagebroker/Martin Siepmann

Außerdem wurden Denkmäler in Großbritannien überprüft: in London und in Edinburgh. In London wurde unter anderem die berühmte Oscar-Wilde-Statue genauer unter die Lupe genommen, an welcher insgesamt die höchste Bakterienvielfalt entdeckt wurde.

In Edinburgh wurde unter anderem bei der Greyfriars-Bobby-Statue ein „Hygiene-Check“ durchgeführt. Fazit: Pseudomonas.

„Greyfriars Bobby“ war ein Skye-Terrier im schottischen Edinburgh, der durch seine sagenhafte Treue zu seinem Herrchen bekannt wurde.
„Greyfriars Bobby“ war ein Skye-Terrier im schottischen Edinburgh, der durch seine sagenhafte Treue zu seinem Herrchen bekannt wurde. Foto: imago images/Design Pics/Peter Zoeller

Auch in anderen europäischen Ländern wurden Denkmäler überprüft, darunter Italien, Frankreich, die Niederlande, Ungarn, die Tschechische Republik und Schweden. Außerdem wurden zwei Statuen in Russland untersucht.

Die Brüste der Julia-Statue bringen Glück – und Bakterien und Keime

Eines der wohl berühmtesten untersuchten Denkmäler ist die Julia-Statue in Verona. Sie steht am Schauplatz von Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“. Besonders auffällig sind die verfärbten Brüste der Statue – weil Hunderte Touristen sie täglich anfassen.

Der Grund dafür ist ein alter Volksglaube, nach dem jeder, der die rechte Brust berührt, Glück in der Liebe haben soll. Geht man nach der Studie, erwarten die Touristen aber vor allem Staphylokokken. Die können im schlimmsten Fall zu Lungenentzündungen und Blutvergiftungen führen. 

Die Julia-Statue in Verona, Italien.
„Romeo und Julia“ ist das wohl berühmteste Theaterstück der Welt. Am Schauplatz von Shakespeares Tragödie, im italienischen Verona, steht eine Julia-Statue. Foto: imago images/Panthermedia/xicenandox

Das heißt aber nicht, dass du künftig einen großen Bogen um die untersuchten Denkmäler machen musst – denn die meisten der nachgewiesenen Bakterien sind harmlos. Aufpassen müssen hingegen Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Einige der gefundenen Bakterien sind nämlich mit Krankheiten verbunden und können zu Infektionen führen. 

Pseudomonas auf deutschen Denkmälern

Auf deutschen und britischen Denkmälern wurde vermehrt das potenziell gefährliche Bakterium Pseudomonas nachgewiesen. In Deutschland wurde es auf der „Zitronenjette“ in Hamburg und den beiden Löwen vor der Residenz in München festgestellt.

In Großbritannien fand man das Bakterium unter anderem auf dem Denkmal für den Hund „Greyfriars Bobby“ in Edinburgh und auf der Oscar-Wilde-Statue in London. Pseudomonas kann leichtere äußere Infektionen wie zum Beispiel Ohrkanalinfektionen und Entzündungen der Haarfollikel verursachen, aber auch schwere Infektionen, welche die Lunge oder das Herz betreffen.

„Bakterien-Karte“ von Europa.
Diese Karte von Europa zeigt dir die Bakterienverteilung auf den jeweiligen Denkmälern. Foto: Atlas Biomed

Keine Panik: Nur weil ein Bakterium das Potenzial hat, dich krank zu machen, bedeutet das nicht, dass du auch krank wirst. Eine entscheidende Rolle spielen die Menge der Bakterien und die Stärke deines Immunsystems.

Trotzdem solltest du, nachdem du ein Denkmal berührt hast, gründlich deine Hände waschen – mit warmem Wasser und Seife. Außerdem solltest du darauf achten, dir vor dem Händewaschen nicht in die Augen zu fassen.