Bahn-Chaos: So chaotisch war die Sturm-Fahrt mit ICE1272

Bahn-Chaos: So chaotisch war die Sturm-Fahrt mit ICE1272

Nichts ging mehr: Sturm „Ignaz“ hat den Bahnverkehr am Dienstagabend lahmgelegt. Hunderte Reisende mussten in Zügen am Bahnhof Hannover übernachten oder strandeten auf offener Strecke, unter anderem im ICE1272. 

Der Zug stand in der Nähe eines Parkplatzes, dort wurden die Passagiere in die Busse gebracht.
Nichts ging mehr: Der ICE zwischen Hannover und Hamburg wurde evakuiert – doch dann ging es doch mit dem Zug weiter.

Foto: Felix Horstmann

Sturm „Ignaz“ sorgt für Chaos im Bahnverkehr: Etwa 200 Reisende mussten in Hannover in Zügen übernachten, etliche Hundert weitere erlebten eine Odyssee auf offener Strecke. Auch am Mittwoch müssen Reisende vor allem in Norddeutschland mit Verspätungen rechnen.

Bäume stürzen auf Gleise: Züge stecken stundenlang fest

Etliche Bäume stürzten auf Gleise und Oberleitungen, die Strecke zwischen Hamburg und Hannover war in beiden Richtungen mehrere Stunden lang gesperrt, teilweise bis tief in die Nacht.

Besonders betroffen waren unter anderem die Verbindungen ICE1272, IC2900, IC2173, ICE1749 und ICE885. Mittendrin war reisereporter Felix. Er saß im ICE1272 – der um 18.40 Uhr in Hannover startet und nach einer Stunde und 13 Minuten in Hamburg ankommt. Planmäßig. Denn bei Nienburg stoppte der Zug plötzlich auf offener Strecke. Und dann ging mehrere Stunden lang nichts mehr. 

Felix und andere Fahrgäste fühlen sich von der Bahn alleingelassen. „ICE1272 steht jetzt zwei Stunden auf dem Fleck. Notbeleuchtung, kaum noch Sauerstoff im Zug, Toiletten außer Dienst, unterirdische Kommunikation. Wie geht es hier weiter? Wie kommen wir weg? Zahlt ihr die Taxifahrt nach Hamburg?“, twitterte er gegen 22 Uhr.

   

So erlebten Fahrgäste die Fahrt mit ICE1272

ICE wird auf offener Strecke evakuiert – kurzzeitig

Zwischenzeitlich seien die Türen geöffnet worden, um Luft in den Zug zu lassen. Nach etwa drei Stunden dann, gegen 23.30 Uhr, die Ansage: Evakuierung. 

Über Leitern mussten die rund 450 Gäste den Zug verlassen und sich in drei vor Ort stehende Busse quetschen. Die sollten zurück nach Hannover fahren. Doch nach 20 Minuten im Bus die Überraschung: „ICE1272 ist plötzlich doch wieder einsatzbereit, die Busse drehen um nach Nienburg“, twitterte Felix.

Nach acht Stunden statt einer: Zug kommt in Hamburg an

Gegen 3.15 Uhr am frühen Mittwochmorgen dann das Ende der Odyssee: Der ICE1272 kam in Hamburg an, nach acht Stunden im Zug.

Die Deutsche Bahn rechnet auch an diesem Mittwoch bis zum Nachmittag mit Einschränkungen, teilt sie in ihren aktuellen Verkehrsmeldungen mit. 

Zugausfall bei Sturm: Die Rechte der Passagiere

Wer ein Bahnticket für eine vom Sturm voraussichtlich betroffene Strecke hat, kann die Reise entweder kostenlos stornieren oder die Fahrkarte von Dienstag oder heute, Mittwoch, noch eine Woche lang nutzen. Das teilt die Deutsche Bahn mit. Sitzplatzreservierungen können außerdem umgetauscht werden.

Am Bahnhof gestrandet – und nun?

Die Bahn hatte in Hannover Züge zur Verfügung gestellt, in denen Reisende übernachten konnten. Laut den Fahrgastrechten haben solche zur Verfügung gestellten Übernachtungsmöglichkeiten Vorrang gegenüber einer Nacht im Hotel.

Wenn es aber an einem Bahnhof keine Hotelzüge gibt, können sich Fahrgäste selbst eine „angemessene“ Alternative zur Übernachtung organisieren. Die Kosten hierfür werden im Nachhinein erstattet oder es gibt einen Gutschein von der Bahn. Infos dazu gibt es auch an der jeweiligen DB Info.

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