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Was beim Fliegen mit deinem Körper passiert

Die Ohren machen beim Start oder bei der Landung des Flugzeuges dicht, Tomatensaft schmeckt plötzlich wie Champagner und der Durst ist sowieso größer als sonst – das Fliegen hat viele Auswirkungen auf unseren Körper. 

Kabine eines Flugzeugs von innen.
Kopf, Magen, Beine – jeder Flug hat Auswirkungen auf unseren Körper. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Panthermedia

Auswirkungen des Fluges auf den Kopf

Vor allem bei bei der Landung merken Fluggäste, dass sich im Kopf etwas tut. Das liegt am unterschiedlichen Luftdruck. Wenn der Kabinendruck steigt, was er bei der Landung tut, kann der Druckausgleich gestört werden, und ein Unterdruck im Mittelohr führt zu Ohrenschmerzen. Dagegen hilft beispielsweise Kaugummi-Kauen oder intensives Gähnen. 

Der Luftdruck kann auch dafür sorgen, dass wir an Bord Kopfschmerzen bekommen: Denn der niedrige Luftdruck führt zu einem leichten Sauerstoffmangel und dazu, dass in der Stirnhöhle ein Überdruck entsteht. Wer erkältet ist, sollte (wenn möglich) auf das Fliegen verzichten, dann ist ein Druckausgleich in den Ohren und im Kopf nämlich nur erschwert möglich.

Doch nicht alle Auswirkungen im Kopf-Bereich sind mit Schmerzen verbunden. Hast du dich schon einmal gefragt, wieso Tomatensaft nur in der Luft so gut schmeckt? Forscher haben herausgefunden, dass unsere Geschmacksnerven durch den niedrigen Luftdruck verändert werden und wir Gewürze, Salz und Zucker deutlich weniger schmecken. Ungefähr ein Drittel unserer zehntausend Geschmacksnerven wird im Flugzeug betäubt.

Die Luftfeuchtigkeit im Flugzeug beträgt nur rund zehn Prozent, gegenüber 60 Prozent an Land. Wer gern Kontaktlinsen trägt oder zu einer verschnupften Nase neigt, sollte vorsorgen – denn auf einem dreistündigen Flug, sagt Condor, kann ein Passagier bis zu 1,5 Liter Flüssigkeit verlieren. Deshalb solltest du nicht nur viel trinken, sondern auch lieber die Brille tragen und möglicherweise Nasenspray mit ins Handgepäck nehmen.

Auswirkungen des Fluges auf Magen und Darm

Hast du im Flugzeug das Gefühl, pupsen zu müssen? Nun, das ist tatsächlich ganz normal! Denn je niedriger der Luftdruck um uns herum ist, desto mehr dehnen sich die Gase in unserem Magen aus. Wer dem vorbeugen möchte, verzichtet am besten auf Cola oder andere kohlensäurehaltigen Getränke. 

Das macht der Flug mit den Beinen

Thrombose bekommen nur alte Menschen oder Schwangere? Falsch. Auf einem Langstreckenflug hast du ein erhöhtes Thrombose-Risiko. Das liegt daran, dass wir im Flieger oft stundenlang eingeengt sitzen.

Deshalb ist es umso wichtiger, gerade bei Mittel- und Langstreckenflügen, öfter mal aufzustehen und eine Runde zu drehen, um die Blutzirkulation aufrechtzuerhalten. Die Lufthansa hat sogar zusammen mit dem FC Bayern München ein Video mit Gymnastikübungen veröffentlicht, sogenannte Flyrobics, die sich im Flugzeug ausführen lassen. 

Wer aber ohnehin Risiko-Patient ist, kann sich auch mit individuell angefertigten Kompressionsstrümpfen behelfen. Diese verhindern Blutgerinnsel. 

Generelles Wohlbefinden im Flugzeug

Der niedrige Luftdruck im Flugzeug führt zu einem leichten Sauerstoffmangel – zusammen mit der trockenen Luft an Bord kann das unser Wohlbefinden beeinträchtigen. Obwohl wir also nur im Flugzeug sitzen, können wir uns enorm schlapp und träge fühlen. Auch Unkonzentriertheit ist eine Folge der veränderten Luftverhältnisse, schreibt die „Rheinische Post“. 

Außerdem hat eine Umfrage in London ergeben, dass Passagiere sich als emotionaler empfinden, wenn sie im Flugzeug sitzen. Das betrifft vor allem Männer: 15 Prozent gaben an, emotionaler zu sein, wenn sie einen Film im Flieger anschauen, bei den Frauen waren es nur sechs Prozent.

Nachwirkungen eines Fluges

Das Fliegen kann durch den leichten Sauerstoffmangel Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Bluthochdruck begünstigen. Wer ein gesundes Herz hat, muss sich allerdings keine Sorgen machen. Wer eine Vorerkrankung hat, sollte sich durchchecken lassen, schreibt „Mel Magazine“.

Unser Immunsystem reagiert ebenfalls auf einen Flug. Durch die oben genannten Faktoren sowie die durch die Trockenheit gereizten Schleimhäute reagieren wir viel empfindlicher auf Keime, Bakterien und Viren. Unser Immunsystem fährt herunter – weshalb wir extravorsichtig sein müssen, um uns nichts einzufangen. Wichtig ist hierbei, dass der Körper möglichst wenig die Außentemperatur ausgleichen muss. Wer schnell friert, sollte also warme Socken und einen Schal einpacken. 

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