Rund 1.000 Tiger leben in Thailand in Gefangenschaft. Die meisten werden gefügig gemacht, um Touristen mit Selfies und Showeinlagen zu gefallen. 2016 gelang den einheimischen Behörden ein großer Schlag: 147 lebende Tiger befreiten Tierschützer aus dem Tempel Wat Pha Luang Ta Bua, umgangssprachlich „Tiger-Tempel“ genannt, westlich der Haupstadt Bangkok. 

Doch bis heute, drei Jahre später, sind 87 der Tiere gestorben, das teilten die Behörden am Montag mit. DNA-Tests hätten ergeben, dass alle 147 Tiere von den sechs gleichen Tigern abstammten. Das berichtet die britische Zeitung „The Independent“.

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Durch die Inzucht und die Misshandlungen in der Gefangenschaft waren viele Tiere krank und verletzt, heißt es seitens der nationalen Tierschutz- und Nationalpark-Behörde. Ein Immunsystem sei quasi nicht vorhanden gewesen. 

Ermittler fanden im Tempel auch 40 gefrorene Tigerwelpen

Wie schlimm das Leben der Tiger war, lässt sich nur erahnen. Doch die Fahnder, die damals eine illegale Zucht vermutet hatten, fanden 2016 neben Tigerhaut, Tigerzähnen und 1.500 Armbändern aus Tigerknochen auch 40 tote, tiefgefrorene Tigerjungtiere. Auch ein versteckter Löwe wurde entdeckt. 

Der Tempel galt mehr als 20 Jahre lang als Touristenattraktion und soll jährlich drei Millionen US-Dollar Umsatz gemacht haben. Touristen zahlten Eintritt, um mit den Jungtieren zu spielen, Tiger-Vorführungen anzuschauen, Tiger zu füttern oder Selfies mit ihnen zu machen.