Türkei: Hotel in Antalya überbucht – Urlauber müssen in Lobby schlafen

Türkei: Hotel überbucht – Urlauber müssen in Lobby schlafen

Urlaubs-Horror statt Entspannung: Ein Hotel in der Türkei steht massiv in der Kritik, weil es systematisch überbucht hat – bis zu dreimal soll ein Zimmer belegt worden sein. Gäste hätten gar in der Lobby schlafen müssen.

Hotels an der Türkischen Riviera – eine Unterkunft in dem Ort hat offenbar teilweise Zimmer dreifach überbucht. (Symbolfoto)
Hotels an der Türkischen Riviera – eine Unterkunft in dem Ort hat offenbar teilweise Zimmer dreifach überbucht. (Symbolfoto)

Foto: imago images/imagebroker

Geschrei, Tumulte, weinende Kinder an der Rezeption, bis zu 70 Menschen pro Tag ohne Hotelzimmer, obwohl sie eines gebucht haben. Einige werden zum Warten aufgefordert, andere direkt in umliegende Hotels gebracht, manche müssen sogar in der Hotellobby übernachten. Diese Szenen sollen sich in einem Hotel in Antalya in der Türkei abspielen.

Seit mindestens Juli soll das Hotel „Side la Grande Ressort“ in der Region Antalya andauernd überbucht sein, laut dem Fachmagazin „Tourist aktuell“ seien Zimmer teilweise dreimal vergeben worden.

Die Gäste wurden einige in anderen Hotels untergebracht, teilweise 30 Kilometer vom eigentlichen Urlaubsort entfernt – weil selbst die benachbarten Häuser schon zu viele abgewiesene Urlauber des Fünf-Sterne-Hotels aufnehmen mussten. 

Video: Tumult an Hotel-Rezeption in Türkei wegen Überbuchung

Ein auf Youtube und Facebook geteiltes Video zeigt, wie sich Dutzende Urlauber an der Rezeption versammeln und beschweren – doch sie werden abgewiesen. Ein Mitarbeiter sagt, er habe ein Hotel für die Urlauber für die kommende Nacht gefunden, was in der zweiten Nacht geschehe, könne er noch nicht sagen, weil er auch dann keine Zimmer habe. 

Urlauberin: Familien mit Kindern müssen in der Lobby schlafen

Eine Frau berichtete der „Bild“, dass es jeden Tag Tumulte und laute Auseinandersetzungen in der Lobby gebe, an Ruhe sei nicht zu denken. Sie habe beobachtet, wie Familien mit kleinen Kindern in der Hotellobby übernachten mussten. „Das läuft seit Anfang des Jahres und darf so nicht mehr angeboten werden.“

Inzwischen haben auch Anbieter reagiert: LMX Touristik teilte am Wochenende mit, das Problem-Hotel aus seinem Angebot zu nehmen. Der Anbieter folgt damit anderen Dienstleistern – Check24 hatte der „Bild“ gegenüber gesagt, das Hotel ebenfalls nicht mehr anzubieten, JT Touristik fragt es ebenfalls nicht mehr an. 

Der Urlaubsanbieter Schauinsland hat sogar schon vor einigen Wochen reagiert – für die bereits getätigten 55 Buchungen bis zum Jahresende habe man eine Garantie mit dem Hotel abgeschlossen, um die eigenen Gäste bevorzugt unterzubringen – eine solche Vereinbarung haben auch Tui, Thomas Cook und Neckermann getroffen, die das Hotel vorerst weiterhin anbieten. Wer dennoch kein Zimmer bekomme, werde in bessere Hotels umgebucht.

Urlauber schließen sich in Facebook-Gruppe zusammen

In den sozialen Medien laden zahlreiche Urlauber ihren Frust ab. Es werden Videos und vor allem schlechte Bewertungen geteilt. Selbst jene, die ein Zimmer in dem Hotel bekommen haben, geben an, nicht mehr wieder dort buchen zu wollen: Durch das tägliche Chaos an der Rezeption sei an Ruhe nicht zu denken. Das jüngste Feedback auf Plattformen wie TripAdvisor ist vernichtend. 

Auf Facebook haben sich in einer deutschsprachigen Gruppe bereits mehr als 660 von den Umbuchungen betroffene Menschen zusammengetan, um für ihre Rechte einzustehen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Urlauber berichten in der geschlossenen Gruppe, dass sie in der Lobby nächtigen mussten, teilweise auf den Sofas, teilweise auf Luftmatratzen, neben ihren Koffern: „Egal, wo du hingeschaut hast, überall lagen die Leute in der Lobby zum Schlafen.“ Videos zeigen, wie bis zu 70 Menschen in der Lobby vertröstet werden – einige müssen stehen oder auf dem Boden sitzen.

Betroffene sollten umgehend ihren Reiseveranstalter informieren

Der Administrator der Gruppe schreibt, dass es sich bei den Unterbringungen durch das Hotel um illegale Machenschaften handle, Gäste würden ohne Info an den Reiseveranstalter in schlechtere Hotels umgebucht, es bestehe kein Versicherungsschutz beim Transport. Er warnt: „Bitte bleibt im Hotel, bis sich ein adäquater Reiseleiter ausweisen kann.“ 

Hotel überbucht: Reisemangel

Laut dem Reiserecht liegt ein Reisemangel vor, wenn das eigentlich gewünschte Hotel überbucht ist. Je nach Umstand kommen für den Urlauber eine Kündigung des Reisevertrages, Entschädigungen oder eine Reispreisminderung in Betracht. Wenn das Ersatzhotel nicht den Kriterien der ursrpünglichen Unterkunft entspricht, hat er eventuell sogar Anrecht auf die Erstattung des gesamten Preises.

Ganz wichtig: Betroffene sollten umgehend den Reiseveranstalter informieren und den Veranstalter-Anweisungen folgen.

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