Die Pforten waren noch nicht einmal für Gäste geöffnet – da wurde schon die Abrissbirne geschwungen. Nach einem dreijährigen Rechtsstreit zwischen dem zuständigen peruanischen Bauunternehmen und den Behörden wurde nun der Abriss eines neuen Sheraton-Hotels in Cusco beschlossen.

Bau des Luxushotel zerstörte Inka-Ruinen in Cusco

Das Urteil kommt jedoch zu spät: Die Mauern des Luxuskomplexes wurden in einem von der Unesco geschützten Stadtteil hochgezogen – dabei wurden historische Inka-Ruinen einfach zerstört, die Arbeiten zwischen 2012 und 2014 sollen ohne Genehmigung durchgeführt worden sein.

Und das ausgerechnet in dem südamerikanischen Land, das für die Vielzahl an Inka-Stätten weltberühmt ist. Der Richter unterstreicht die Bedeutung dessen, das Sheraton-Hotel „untergräbt die Harmonie und typologische Gestaltung des historischen Zentrums von Cusco“, wie die Tageszeitung „El Comercio“ ihn aus dem Urteil zitiert.

Rückgängig kann der Schaden im Zuge der Bauarbeiten nicht mehr gemacht werden, dennoch ordnete der Richter den Wiederaufbau der Inka-Mauern an.

Gebäude zu hoch: Luxuskette Sheraton zu Millionenstrafe verdonnert

Schon vor dem endgültigen Aus für das Hotel der Luxuskette Sheraton im historischen Stadtkerns Cuscos wurden die Bauarbeiten 2016 unterbrochen. Und das kurz vor dem Abschluss. Der Grund: In dem Weltkulturerbe-Viertel dürfen Gebäude in der Regel nur maximal zwei Stockwerke hoch sein – in diesem Fall wären das also fünf zu viel!

Dafür verlangte das Kultusministerium bereits Anfang dieses Jahres eine Strafe von zwei Millionen Euro, wie die peruanische Rundfunkgesellschaft „Radio Programas del Perú“ meldete.

Machu Picchu kämpft mit Overtourism – doch noch mehr Touristen sollen kommen

Die Unesco hatte das Stadtezentrum Cuscos 1983 zum Weltkulturerbe erklärt, sie gilt als einstige Hauptstadt des Inka-Reiches in Peru. Von hier beginnen viele Touristen ihre Reise zur sagenumwobenden Ruinenstadt Machu Picchu, rund 75 Kilometer liegen dazwischen.

Damit die Anreise noch einfacher und der Flughafen Cuscos von den ankommenden Touristen entlastet wird, entsteht derzeit ein neuer Flughafen – ein sowohl national als auch international sehr umstrittenes Bauprojekt. Mit der Eröffnung des Chinchero Airports soll sich bis 2023 die Besucherzahl von anderthalb auf sechs Millionen erhöhen.

Erschreckend, denn bereits jetzt fürchten Archäologen und Historiker um die sensiblen Mauern von Machu Picchu, die dem Massenandrang kaum noch standhalten können. Verschiedene Maßnahmen gegen Overtourism, wie eine tägliche Besucherzahl von maximal 6.000 Menschen und ein auf drei Stunden eingeschränkter Aufenthalt, wurden bereits ergriffen.