Familie strandet an Wasserfall – wird dank einer Flaschenpost gerettet

Familie steckt an Wasserfall fest: Rettung durch Flaschenpost

Das hätte in einer Katastrophe enden können: Eine Familie geriet bei ihrem mehrtägigen Floßausflug in eine Sackgasse – sie steckte an einem Wasserfall fest. Zum Glück hatte sie Trinkflaschen dabei.

Wasserfall im Herbst.
Ein Wasserfall wurde einer abenteuerlustigen Familie beinahe zum Verhängnis. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Nathan Anderson

Stell dir vor, du schipperst tagelang durch entlegene Landschaften – und plötzlich treibst du oberhalb eines Wasserfalls, der zwölf Meter in die Tiefe stürzt. Genauso erging es einer Familie in den USA. Doch durch eine ungewöhnliche Idee konnten Curtis Whitson (44), sein Sohn Hunter (13) und seine Freundin Krystal Ramirez (34) gerettet werden.

Als passionierter Outdoor-Fan wollte Curtis seinen Liebsten die raue Schönheit des Arroyo Seco zeigen. Der Nebenfluss des Salinas Rivers schlängelt sich mitten durch Kalifornien. Als das Trio aufbrach, hätte es wohl nicht damit gerechnet, dass der Ausflug in einer Katastrophe hätte enden können.

Stattdessen lockte die Vorstellung vom Zelten unter den Sternen und ein paar Tagen Einsamkeit und Ruhe. Tatsächlich begegneten die drei in den ersten drei Tagen ihrer Paddel-Tour keinen anderen Menschen – ein Umstand, der bei Curtis Schweißausbrüche hervorrief, als er am vierten Tag feststellte: Wir sind gefangen. 

Mitten im Nirgendwo: Familie steckt vor Wasserfall in Schlucht fest

Denn an der Stelle, an der die Wassermassen zwölf Meter eine Schlucht hinabstürzen, hätte eigentlich ein Seil befestigt sein sollen. Damit hatte sich Curtis bereits vor einigen Jahren vorsichtig die Stromschnellen hinuntergehangelt. Ohne das Hilfsmittel steckte die Familie fest.

Fieberhaft überlegte Curtis, wie er sich und seine Liebsten aus dieser misslichen Lage retten konnte. Mit einem Taschenmesser schnitzte er zunächst die Worte „Wir brauchen Hilfe“ in einen Stock und warf ihn die Stromschnellen hinunter. Doch das Holz trieb nicht mit dem Fluss davon, sondern kreiste einfach im Becken unterhalb des Wasserfalls. 

Curtis versuchte sein Glück noch mal: mit seiner Wasserflasche. In das dicke Plastik ritzte er das Wort „Hilfe“ hinein. Auf einen kleinen Zettel notierte er das Datum und die Worte „Wir stecken hier am Wasserfall fest, bitte holt Hilfe.“ Er schleuderte die Flasche in die Schlucht. Und tatsächlich: Sie schwamm mit dem Strom davon. Jetzt hieß es für die Familie: warten.

„Es war ein bisschen gruselig“, erinnert sich Curtis gegenüber der „Washington Post“ an sein Erlebnis vom Juni. „Wir hatten während des gesamten Trips keine Menschenseele gesehen.“ Die drei hatten keine Ahnung, wie lange es dauern könnte, bis jemand die Botschaft finden würde oder einer ihrer Freunde Alarm schlagen könnte. 

Am Ufer des Flusses schlugen sie ein Nachtlager auf – und schrieben auch dort mit Steinen „SOS“ in den Strand. Völlig verzweifelt kuschelten sie sich schließlich in den Schlaf. Doch schon wenige Stunden später wurden sie geweckt: von einem Hubschrauber, der über ihren Köpfen kreiste. Per Durchsage teilte der Pilot mit: „Ihr wurdet gefunden.“ Bei Tageslicht würde der Helikopter zurückkommen und die Familie retten.

Wanderer finden Flaschenpost und retten Familie das Leben

Es hatte funktioniert: Tatsächlich hatten Wanderer die Flaschenpost nur wenige Hundert Meter entfernt vom Wasserfall entdeckt. Sie waren zu einem Campingplatz gewandert, dessen Besitzerin den Such- und Rettungstrupp benachrichtigte. 

Am nächsten Morgen wurden Curtis, Krystal und Hunter nacheinander mit einem Sicherheitsseil an Bord eines Helikopters der California Highway Patrol gehoben und anschließend in Sicherheit geflogen. Pilot Joe Kingman rettet seit 23 Jahren Menschen in der Region – dass eine Flaschenpost zu einer Rettung führt, habe er aber noch nie erlebt. Er ist sich sicher: Die drei hatten einfach riesiges Glück!

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